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Automobilproduktion glasklar miterleben

Das Mentoring-Projekt "Girls´ Tandem" bot Nachwuchsingenieurinnen Einblicke in Produktionsprozesse der Gläsernen Manufaktur in Dresden

"Girls´ Tandem"-Paare, bestehend aus Studentinnen der Technischen Universität sowie Schülerinnen aus Chemnitz und Umgebung, konnten am 14. Juni 2014 den Fertigungsprozess der Oberklasselimousine Phaeton von Volkswagen in der Gläsernen Manufaktur Dresden in Form eines 90-minütigen Rundgangs verfolgen. Die Exkursion bildete den Semesterhöhepunkt des am Zentrum für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung ansässigen Mentoring-Projekts, das sich an MINT-Fächern interessierte Schülerinnen richtet.

Max Herberg, ein Werksstudent der Manufaktur, führte die Nachwuchs-Ingenieurinnen über die Besuchergallerie durch die einzelnen Produktionsschritte des Phaeton, angefangen bei der Lieferung einzelner Autoteile über den sogenannten Vorgang der Hochzeit, der passgenauen Vereinigung von Fahrwerk und Karosserie, bis hin zur Endmontage. Die "Girls´ Tandems" erhielten einen Überblick über technische Prozesse, die im mit hellem Parkettboden ausgestatteten und L-förmig angeordneten Fertigungsbereich stattfinden, was natürlich die Teilnehmerinnen ganz besonders begeisterte. "Die Führung war sehr informativ, gut verständlich und gerade die technischen Details waren anschaulich mit Fakten rund um die Manufaktur verknüpft", resümiert Katja, eine der Gymnasiastinnen. Herberg erläuterte Fachbegriffe wie Schuppenband, Dreh-Hubtisch und Elektrohängebahn, die zentrale Elemente für die Fertigung der Limousine darstellen. Die Erklärungen fokussierten sich in dem Zusammenhang auf die durch Handarbeit geprägte Montage, welche nur durch insgesamt vier Roboter unterstützt wird. Die Schülerinnen und Studentinnen betrachteten dabei aus der Vogelperspektive die offene, indirekt beleuchtete Arbeitsumgebung der Monteure, die in weißen Overalls und Baumwollhandschuhen den Phaeton aus vielen Einzelteilen zusammensetzten.

Besonderes Augenmerk während der Führung lag darüber hinaus auf der architektonischen und standortspezifischen Besonderheit der Gläsernen Manufaktur, denn im Gegensatz zu anderen Automobilproduktionsstandorten ist sie nicht in einem Industriegebiet vor den Toren der Stadt angesiedelt, sondern direkt im Zentrum von Dresden neben dem Großen Garten. Eine derartige Einbettung in die urbane Umgebung ist weltweit genauso einmalig, wie die Lieferung von Autoteilen per Straßenbahn. So gewährt die oftmals mit einer Orangerie verglichene Glasfassade der Fabrik den Gästen und natürlich den Mentoring-Paaren bereits bei der Ankunft erste Einblicke in die Phaeton-Herstellung.

Seinen Abschluss fand der Rundgang in einer Ausstellung mit dem aktuellen VW-Modell Touareg sowie einem Phaeton, in dem die Nachwuchs-Ingenieurinnen Probe saßen. Interaktion bot zudem das sogenannte Kugelhaus in der Eingangshalle der Manufaktur, das die "Girls´ Tandems" auf eine Zeitreise in die letzten 50 Jahre von VW-Werbefilmen entführte. Der Ausflug war Teil des "Girls´ Tandem"-Rahmenprogramms, in dem die Mentoring-Paare unterschiedliche naturwissenschaftlich-technische Gebiete aus praktischer Perspektive erforschen können: "Das Rahmenprogramm soll die Tandems noch zusätzlich unterstützen und den Schülerinnen und Studentinnen die Möglichkeit geben, alle MINT-Bereiche einmal kennenzulernen. Hierbei versuchen wir während des Semesters aus jedem Bereich eine passende Exkursion anzubieten. Zudem können sich die Tandems bei diesen Veranstaltungen auch untereinander austauschen", erläutert die Projektkoordinatorin Mira Weihe. Derartige praktische Erlebnisse sollen das Interesse der Mädchen an MINT-Studienfächern verstärken und ihnen mögliche Berufsperspektiven aufzeigen.

Die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte Karla Kebsch begrüßt, dass das Projekt so viel Unterstützung durch regionale Unternehmen erfährt und den Mentoring-Paaren damit regelmäßig Exkursionen in spannende und attraktive Berufsfelder in Naturwissenschaft und Technik ermöglicht werden. "Wir hoffen, dass wir die Schülerinnen damit in ihrem Studienwahlverhalten in Richtung MINT-Fächer bestärken können und sie erkennen, wie attraktiv und zukunftsorientiert es sein kann, sich z.B. als Mechatronikerin ausbilden zu lassen", so Karla Kebsch.

Weitere Informationen zum Mentoring-Projekt "Girls´ Tandem": www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/projekte/GiTa/index.php

(Autorin: Beatrice Barthel)

Mario Steinebach
17.06.2014

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