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Frischer Wind aus dem Osten

Germanisten starten neue Buchreihe - erster Band unter dem Titel "Strahlungen. Literatur um die Wismut" ist erschienen

Die Chemnitzer Germanisten Dr. Wolfram Ette, Prof. Dr. Christoph Fasbender, Prof. Dr. Bernadette Malinowski, Dr. Gesine Mierke und Dr. Michael Ostheimer geben unter dem Titel "Euros. Chemnitzer Arbeiten zur Literaturwissenschaft" eine neue Buchreihe heraus, die im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann erscheint.

Euros - das ist seit Homer in der griechischen Mythologie der Name für den Wind aus dem Osten. Es ist kein sanfter Wind, er ist frisch, manchmal rau und unliebsam. In diesem Geiste - "die Bewegung kommt aus den Provinzen" (Heiner Müller) - begründet die germanistische Literaturwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz eine fächerübergreifende Reihe, die ebenso innovative Monografien wie impulsgebende Aufsatzsammlungen umfasst. Mit dem frischen Wind aus dem Osten verbindet sich der Anspruch einer intellektuellen Unabhängigkeit, die philologische Erkenntnis mit methodischer Originalität verbindet, ohne in etablierten Fachroutinen aufzugehen oder sich dem Zeitgeist aktueller Forschungsansätze zu unterwerfen. Der Schwerpunkt der Reihe liegt auf kultur-, medien- und wissensgeschichtlich perspektivierten Arbeiten zur germanistischen und vergleichenden Literaturwissenschaft.

Der erste Band "Strahlungen. Literatur um die Wismut" ist gerade erschienen und hat den doppelten Anspruch, die Literatur um die Wismut in ihrer Bandbreite aufzuzeigen und in den Kontext der Bergbauliteratur einzubetten.

Die Wismut AG, die 1947 von der sowjetischen Besatzungsmacht gegründet wurde, um die Uranvorkommen in Ostdeutschland für das Atombombenprogramm der UdSSR abzubauen, war ein in vielerlei Hinsicht strahlendes Unternehmen - ein Unternehmen, das Geschichte machte und um das sich zahlreiche Geschichten ranken.

Die Beiträge profilieren literarische Repräsentationsweisen, die von den frühen Agitationsgedichten (Werner Bräunig, Horst Salomon) über die volksliterarische Verwurzelung in der Regionalkultur bis hin zur Aufarbeitung der Wismut-Vergangenheit in zeitgenössischer Lyrik und Prosa (Angela Krauß, Lutz Seiler, Joseph Haslinger) reichen. Den Abschluss des Bandes bildet ein Gespräch mit dem Schriftsteller Lutz Seiler über Radioaktivität als literarischen Botenstoff.

Der zweite Band mit dem Titel "Wissenspaläste. Räume des Wissens in der Vormoderne" ist bereits druckfertig und erscheint in Kürze. Weitere Bände zu den Chemnitzer Autoren Angela Krauß und Stefan Heym sowie zu Lateinschulen im mitteldeutschen Raum sind in Planung.

Bibliographische Angaben zum ersten Band: Ette, Wolfram; Ostheimer, Michael; Pottbeckers, Jörg (Hg.): Strahlungen. Literatur um die Wismut, Würzburg 2012. Königshausen & Neumann, 152 Seiten, ISBN 978-3-8260-4978-1, Preis: 26 Euro

(Autor: Dr. Michael Ostheimer)

Katharina Thehos
05.02.2013

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