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Die Sprache der Kunden täglich im Blick

Dana Beyer, die an der TU Chemnitz Anglistik/Amerikanistik studierte, ist heute bei einem international tätigen Serviettenhersteller für das Marketing und den Vertrieb zuständig

Nur wer die Sprache seiner Kunden spricht, macht erfolgreich Geschäfte. Mit dieser Einstellung geht Dana Beyer jeden Tag an ihre Arbeitsaufgaben. Die TU-Absolventin des Masterstudienganges Anglistik/Amerikanistik ist seit April 2012 bei der Carl Dietrich GmbH, einem Serviettenhersteller im erzgebirgischen Streckewalde, für den Verkauf und das Marketing zuständig. Ihre sehr guten Englischkenntnisse ebneten ihr den Weg in diesen abwechslungsreichen Job. Jährlich werden im Unternehmen etwa 360 Millionen Servietten hergestellt und rund um den Globus exportiert. Zwei Kollektionen sind unter dem Label "Home Fashion" im Angebot - zum einen die ganzjährige mit etwa 300 Designs, zum anderen die Weihnachtskollektion mit rund 200 Motiven. "Unsere Servietten und Tischdecken aus Zellstoff erfreuen sich mittlerweile in mehr als 100 Ländern auf sechs Kontinenten einer stetig steigenden Käufergunst - jedoch mit unterschiedlichen Vorlieben", erklärt die ehemalige Anglistik/Amerikanistik-Studentin und ergänzt. "Während beispielsweise hierzulande grafische Elemente wie Punkte und Karos auf dem Vormarsch sind, werden in Asien die Tischdekorationen mit gemalten Motiven bevorzugt."

Über all das behält Dana Beyer den Überblick und spricht darüber mit Kunden in der ganzen Welt. "So erklärte ich erst kürzlich einem Kunden in Kanada komplexe technische und gestalterische Sachverhalte. Ich erläuterte ihm, dass der Farbverlauf zwischen den Farben dunkelblau und gelb auf einer von ihm als Privat Label designten Serviette aufgrund des Flexodrucks leider nicht so gleichmäßig aussehen wird, wie bei den Farben orange und rot." Das dafür nötige Hintergrundwissen und die korrekte Fachübersetzung ins Englische habe sich die TU-Absolventin jedoch auch erst nach und nach angeeignet und lerne noch heute jeden Tag hinzu.

An der Chemnitzer Universität hatte sie sich auf englische Sprachwissenschaft spezialisiert. "Zu den Schwerpunkten im Studium zählten Korpusanalysen von gesprochenem und geschriebenem Englisch, wissenschaftliches Schreiben in Englisch, journalistisches Schreiben sowie Übersetzungen vom Deutschen ins Englische und umgekehrt", berichtet Dana Beyer. Das Englischstudium drehe sich also nicht nur um das Übersetzen von der einen in die andere Sprache. Im Rahmen ihrer von Prof. Dr. Josef Schmied betreuten Masterarbeit untersuchte sie sogenannte Nullsubjekte, also das Fehlen von Subjekten - meist am Satzanfang. "Dabei interessierten mich insbesondere Facebook-Statusmeldungen englischsprachiger Zeitschriften", erläutert die 28-Jährige. Erste Eindrücke zum Thema Marketing und Werbung konnte Dana Beyer bereits während ihres Auslandssemesters 2008 in Estland an der Universität Tallinn sammeln. Zudem hörte sie im Studium auch Vorträge von Marketing-Experten aus der Praxis. Und am Institut für Anglistik/Amerikanistik der TU Chemnitz erstellte sie einen Studienführer für ausländische Studierende.

"Heute liegt der Hauptteil meiner Arbeitsaufgaben in der Vermarktung unserer Kollektion", sagt Dana Beyer. Dazu zähle insbesondere die Mitarbeit an den Katalogen. "Die Designauswahl und -darstellung, die ausschließlich englischsprachige Namensgebung der neuen Designs sowie die Zusammenarbeit mit Fotografen und die Auswahl von Bildern im engen Schulterschluss mit der Designabteilung sind ein Teil der anfallenden Aufgaben", berichtet die junge Frau. Ihre Sprachexpertise bringe sie beim Schreiben der Texte für die Kataloge mit ein, sowohl in Englisch als auch in Deutsch. "Zudem erstelle ich Keyword-Listen für den zweisprachigen Onlineshop unserer Firma. Dabei gilt es, Wörter zu finden, die ein Kunde zum Suchen einer bestimmten Serviette mit hoher Wahrscheinlichkeit benutzen würde", ergänzt die TU-Absolventin. Diese Aufgabe habe sogar etwas mit den Korpusanalysen in ihrem Studium gemein, da bei diesen Analysen unter anderem häufig auftretende Worte in verschiedenen Kontexten untersucht werden.

Dana Beyer ist häufig unterwegs. So betreut sie mehrmals im Jahr den Messestand der Firma und kommt dabei mit vielen internationalen Gästen über neue Kollektionen ins Gespräch. Auch den sozialen Netzwerken bleibt sie weiterhin verbunden. "Ich bin für die Statusmeldungen von Home Fashion auf Google+ verantwortlich, die mehrsprachig veröffentlicht werden. Da schleicht sich das ein oder andere Nullsubjekt in den englischen Statusmeldungen mit ein", sagt die Sprachexpertin mit einem Lächeln. "Um die englische Sprache gut zu beherrschen, muss man natürlich auch in der Muttersprache fit sein. Wörtliche Übersetzungen sind fast nie möglich. Bei den Übersetzungen für die Firma ist deshalb viel Kreativität gefragt", sagt sie und ergänzt: "Selbst bei einem Werbetext auf der Rückseite einer Serviettenverpackung gilt es, die Sprache der Kunden zu sprechen."

Mario Steinebach
16.12.2012

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