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Die Zeit ist reif für mehr Geschwindigkeit

TU-Informatiker Prof. Dr. Wolfgang Benn gründete das Software- und IT-Unternehmen dimensio informatics

  • Am Rechner vereint: die Gründer Prof. Dr. Wolfgang Benn, Sebastian Leuoth, Ivo Rutter (stehend v.r.) sowie Alexander Adam Foto: SAXEED/Mario Geißler

"Wenn man sagt, man liefert Software, dann hat das nur einen sehr begrenzten Charme und viele können sich nichts darunter vorstellen, weil Software alles, aber auch wieder nichts ist. Wenn man dagegen sagt, man verkauft Geschwindigkeit - das versteht jeder", weiß Prof. Dr. Wolfgang Benn, Inhaber der Professur Datenverwaltungssysteme der TU Chemnitz. Im Juli 2010 gründete er mit zwei Mitarbeitern seiner Professur und einem kaufmännischen Geschäftsführer die dimensio informatics GmbH, die gemäß des Firmenleitspruchs "the Spirit of Speed" darauf spezialisiert ist, für komplexe Probleme im Bereich Datenbanktechnologie geschwindigkeitssteigernde Speziallösungen anzubieten.

Der Gedanke, einen neuartigen Index für Datenbanken zu schaffen, beschäftigte Prof. Benn bereits vor gut 20 Jahren. Dass es erst jetzt zur Umsetzung der über die Jahre hinweg immer weiter entwickelten Idee kommt, ist kein Zufall. Denn bis vor kurzem waren sich Unternehmer des Bedarfs an komplexen Datenbanken, die sehr viele Attribute miteinander korrelieren, gar nicht bewusst. "Inzwischen haben wir durch Firmenkontakte aber gemerkt, dass diese Technologie sehr wohl gebraucht wird, und zwar an verschiedenen Stellen", erklärt Benn.

Eingesetzt werden kann die von dimensio informatics entwickelte Software zum Beispiel im Bereich Business Intelligence, um Entscheidungsträger in Firmen zu unterstützen. In einem Betrieb müssen sehr viele Eigenschaften aus unterschiedlichen Segmenten des Unternehmens miteinander in Beziehung gesetzt werden, um bestimmte Trends zu ermitteln und Vergangenheitsereignisse erklären zu können. "Da kommen schon mal locker 300, 400 verschiedene Eigenschaften aus einem Betrieb zusammen, die miteinander korreliert werden müssen. Mithilfe von Business-Intelligence-Systemen kann man diese Daten aufbereiten und den oberen Entscheidungsetagen als unterstützendes Material zur Verfügung stellen", so Benn.

Ein wichtiger Begleiter auf dem Weg zur Unternehmensgründung von dimensio informatics war und ist auch noch heute das Gründernetzwerk SAXEED. Während das Team um Wolfgang Benn 2008 durch die Initiative "ForMaT" (Forschung für den Markt im Team) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in seinem Vorhaben finanziell unterstützt wurde, entstanden auch erste Kontakte mit SAXEED sowie der Professur Marketing und Handelsbetriebslehre von Prof. Dr. Cornelia Zanger. Die innerhalb der ForMaT-Förderphase hinzugeholte Wirtschaftswissenschaftlerin und SAXEED-Mitarbeiterin Susanne Schübel untersuchte gemeinsam mit den Informatikern die Forschungsergebnisse auf ihre wirtschaftliche Verwendbarkeit. Trotz intensiver Arbeit am Projekt und zahlreicher erbrachter Belege für das Funktionieren ihres Systems, wurde den Wissenschaftlern die zweite Förderperiode der ForMaT-Initiative jedoch nicht genehmigt. So verschwand das Projekt zunächst wieder in der Schublade, bis Prof. Zanger auf den SAXEED-Wettbewerb "Schicke Ideen 2009" aufmerksam machte und Prof. Benn zum Einreichen seines Projektes ermutigte. "Dort haben wir dann den Sonderpreis für die beste Einreichung von Wissenschaftlern erhalten", berichtet Benn, "und von da an gab es kein Zurück mehr!"

Auch nach der Unternehmensgründung arbeiten dimensio informatics und SAXEED weiterhin Hand in Hand. Zum Lehrangebot von SAXEED zählen Seminare, in denen die Teilnehmer Business-Wissen erlangen und vertiefen sollen. dimensio informatics steuert hierfür ein Praxisbeispiel bei, in dem es um das Erstellen eines Preismodells geht. Die Studenten sollen dabei untersuchen, welche Modelle es am Markt für das Bepreisen von Software gibt und welche Vor- und Nachteile diese haben. Außerdem besteht für Studierende die Möglichkeit als studentische Hilfskräfte an praxisrelevanten Projekten mitzuwirken oder ihre Abschlussarbeit bei dimensio informatics zu schreiben. "Uns gibt das natürlich die Möglichkeit, schon relativ früh Studenten und damit gegebenenfalls auch potenzielle Mitarbeiter kennenzulernen", so Ivo Rutter, kaufmännischer Geschäftsführer des Software- und IT-Unternehmens.

Das Team von dimensio informatics besteht derzeit aus sieben festangestellten Mitarbeitern. Neben dem kaufmännischen Geschäftsführer Ivo Rutter zählen dazu Sebastian Leuoth als technischer Geschäftsführer und Alexander Adam als Chefentwickler (beide aus der Professur von Prof. Benn) sowie eine Assistentin der Geschäftsführung und drei weitere Entwickler. Im Laufe des Jahres 2011 sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Wolfgang Benn bleibt weiterhin als Professor an der TU Chemnitz tätig, steht dem Unternehmen jedoch als wissenschaftlicher Berater zur Seite.

Für die Zukunft hat sich das Team hohe Ziele gesetzt. So will man innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre die deutsche Marktführerschaft im Bereich Beschleunigung von Datenanwendungen jeder Art erreichen und diese langfristig auch auf Europa und schließlich die Welt ausweiten. Diese positiven Aussichten resultieren aus der Einzigartigkeit des Produktes und der Technologie. So suchen bereits viele Firmen nach Lösungen, um mit ihrer Komplexität fertig zu werden. Vor allem bei großen Unternehmen greifen dabei jedoch keine Standardlösungen mehr. "Am Markt vertretene Technologien können maximal 2.000 Attribute korrelieren. Da wird es für uns erst spannend. Wir machen locker auch 30.000", erläutert Benn.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Wolfgang Benn, Telefon 0371 531-25630, E-Mail benn@cs.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Anett Michael)

Katharina Thehos
11.01.2011

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