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Wo aus vielen Fasern ein festes Seil wird

Professur Fördertechnik erhält eine Anlage zur Beschichtung und thermisch-mechanischen Behandlung von Seilen - Ziel der Forschung: Faserseile, die besonders fest und resistent sind

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Hier wird künftig anwendungsnah geforscht: Prof. Dr. Klaus Nendel (r.) und Markus Michael von der Professur Fördertechnik freuen sich über die Anlage, die von der MAGEBA Textilmaschinen GmbH & Co. KG entwickelt und zur Verfügung gestellt wurde. Foto: Christine Kornack

Seile, die in Kränen, im Aufzugsbau, bei Staplern, Regalbediengeräten und Seilwinden eingesetzt werden, müssen viele Anforderungen erfüllen: Fest sollen sie sein, verschleißresistent, widerstandsfähig gegen Wasser, UV-Strahlung, Temperatur- und Biegewechsel. Viele dieser Eigenschaften können durch die richtige Beschichtung der Seile erreicht werden - Fördertechniker der TU Chemnitz forschen an der Beschichtung für synthetische Fasermaterialien. "Unser Fokus liegt auf hochfesten Fasern, die sich beispielsweise durch geringe Dichte und gute Chemikalienbeständigkeit, geringe Dehnung und gute Temperaturbeständigkeit oder sehr niedrige Kriechneigung auszeichnen", berichtet Jens Mammitzsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Fördertechnik.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der MAGEBA Textilmaschinen GmbH & Co. KG erhält die Professur Fördertechnik nun eine Anlage zum Beschichten und zur thermisch-mechanischen Behandlung von Faserseilen. Die Planung, Konstruktion und Fertigung dieser Anlage war einer der Schwerpunkte des Projektes; die TU-Wissenschaftler nutzen sie nun für projektrelevante Versuche. "Die Anlage ist in der vorhandenen Konfiguration einzigartig und erfüllt alle unsere Anforderungen", so Mammitzsch. Das Kooperationsprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Die Umlenkrollen der Anlage sind mit halbrunden Einstichen profiliert, um die annähernd kreisrunde Form des Seiles beim Beschichten zu stützen und zu erhalten. Um die Beschichtungen optimal trocknen zu können, ohne dabei den Seilwerkstoff zu schädigen, sind mehrere Trocknungssysteme integriert: eine Mikrowellentrocknungseinheit, ein Infrarottrockner sowie eine Warmluftheizung. Das Seil kann in diesem Heizungssystem mehrfach umgelenkt werden, wodurch sich auf kleinem Raum hohe Durchlaufzeiten bei großen Durchlaufgeschwindigkeiten realisieren lassen.

Unter anderem untersuchen die TU-Wissenschaftler mit der neuen Anlage die Werkstoffe, die für eine Beschichtung in Frage kommen, um die Seile optimal an die Anforderungen der Anwender anzupassen. Außerdem experimentieren die Fördertechniker bei verschiedenen Temperaturen, um Aussagen über den Einfluss der Beschichtungsparameter auf Zugfestigkeit und Dehnung der Fasern treffen zu können. Das Ziel: eine maximale Eigenschaftsverbesserung der Seile. Die Mitarbeiter der Professur Fördertechnik beziehen bei diesen Versuchen auch Wünsche von potenziellen Kunden und Anforderungen von Industriepartnern und Anwendern mit ein, die an die MAGEBA Textilmaschinen GmbH & Co. KG herangetragen werden. "Wir wollen möglichst fertigungs- und anwendungsnah forschen und einen gewinnbringenden Nutzen erzielen", sagt Mammitzsch.

Die Anlage zum Beschichten und zur thermisch-mechanischen Behandlung von Faserseilen wird am 29. Juni 2010 im Beisein von Gästen aus Wissenschaft und Wirtschaft offiziell übergeben.

Weitere Informationen erteilt Jens Mammitzsch, Telefon 0371 531-37663, E-Mail jens.mammitzsch@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
23.06.2010

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