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Der kulturelle Austausch ist ihre Berufung

Anna Duleczus kam vom Niederrhein nach Chemnitz, wo sie European Studies studiert - Im März 2009 nimmt sie an der Harvard UN-Simulation in Den Haag teil

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Anna Duleczus gehört zum NMUN-Team der TU Chemnitz, das regelmäßig an Simulationen der Vereinten Nationen teilnimmt. Foto: Mario Steinebach

Nach der erfolgreichen UN-Simulation 2008 in New York geht es für die studentischen Delegierten der TU Chemnitz Anfang nächsten Jahres weiter zu der Harvard World Model United Nations-Konferenz, die vom 23. bis 27. März 2009 in Den Haag in den Niederlanden stattfindet. Die WorldMUN gehört zu den bekanntesten Simulationen der Vereinten Nationen und wird jährlich von der Harvard University sowie der jeweiligen Universität des Gastgeberlandes organisiert. Für einige Tage haben die Studentendelegationen aus mehr als 60 Ländern die Möglichkeit, in die Rolle von Delegierten zu schlüpfen und die Interessen und Ansichten des ihnen zugeteilten Landes zu vertreten. Auch Anna Duleczus gehört wieder zu den auserwählten "Diplomaten auf Zeit" und will an die Erfolge in New York anknüpfen, wo die Chemnitzer Delegation mit zwei Auszeichnungen belohnt wurde. In ihrem Amt als Head Delegate konnte sie dort eine Woche lang über aktuelle Probleme und Entwicklungen diskutieren und diplomatische Lösungsansätze entwerfen. "In diesem Projekt habe ich zum ersten Mal erfahren, was wirkliche Teamarbeit bedeutet - wie man seine Stärken einsetzt und an seinen Schwächen arbeitet. Zudem habe ich natürlich einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise der Vereinten Nationen erhalten. Wir haben zwar in der Vorbereitungsphase viel Theorie gelesen, aber sie erst nach praktischer Übung verstehen können", berichtet sie von ihren Erfahrungen aus New York und freut sich bereits auf die anstehende Simulation in Den Haag.

Anna Duleczus wurde 1986 in Chorzów in Polen geboren, aber den Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie mit ihren Eltern in Wesel am Niederrhein. Schon während ihrer Schulzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für fremde Kulturen. In Mesa, im US-Bundesstaat Arizona, lebte sie für ein Jahr bei einer Gastfamilie und besuchte dort die High School. Um ihr Interesse für Kultur aber auch zum Beruf zu machen, begann sie 2005 mit dem Bachelorstudiengang European Studies an der TU Chemnitz. "Ich wollte etwas mit Kultur studieren und speziell wollte ich die Kultur Europas besser kennenlernen", so die 22-Jährige. Zumal der Studiengang in dieser Weise in Deutschland einzigartig ist, fiel die Wahl des Studienortes nicht besonders schwer. Doch die TU Chemnitz beeindruckte nicht nur mit dem interdisziplinär aufgebauten Studiengang, sondern auch mit der einmaligen regionalen Lage. Die Nähe zur Sächsischen Schweiz sowie zu Berlin und Dresden nutzte die Studentin, um auch Deutschland etwas besser kennen zu lernen: "Vor meinem Studienbeginn habe ich mehr vom Ausland gesehen, als von Deutschland. Seit ich jedoch aus meinem Heimatort Wesel weggezogen bin, habe ich bewusst erlebt, dass Deutschland ein facettenreiches Land mit vielen schönen Gegenden ist."

Trotz der vielen Reisen ins Umland hat auch das Leben in Chemnitz sie überzeugt. Die junge Frau schwärmt von den Überbleibseln der vergangenen Jahre: "Mir hat das Leben in der Platte gefallen. Dort habe ich eine sehr günstige und schön sanierte Ein-Zimmer-Wohnung gemietet. So habe ich mal ein Stück ehemalige DDR erlebt. Es war wie eine kleine Geschichtsreise." An der Uni selbst schätzt die Studentin, im Gegensatz zu einer anonymen Massenuni, die Überschaubarkeit. Sie kann aus ihrer Erfahrung nur bestätigen, dass die Studierenden in Chemnitz außerordentlich viele Gelegenheiten bekommen, um eigene Ideen einzubringen und in der Praxis auch gleich zu erproben. Dozenten seien hier schnell bereit, an Projekten mit zu arbeiten oder die nötige Hilfestellung dafür zu geben. Sie selbst hat bei einem sehr interessanten Seminar teilgenommen, das überwiegend online stattfand und gemeinsam von den Universitäten in Chemnitz, Dresden, Breslau/Wroclaw und Prag angeboten wurde. "Foreign Policies in Changing Europe - Poland, the Czech Republic and Germany Compared" hieß das Projekt, in dem Studenten mehrere Wochen ein Thema auf einer E-Learning-Plattform erarbeiten und bei anschließenden Wochenendworkshops in Breslau/Wroclaw , Prag, Dresden und Berlin präsentieren konnten.

Während ihres Studiums sammelte sie aber nicht nur interkulturelle, sondern auch soziale Erfahrungen. Ein Jahr engagierte sie sich für das Patenprogramm des Internationalen Universitätszentrums (IUZ) der TU Chemnitz. In dieser Zeit betreute sie ausländische Studierende und Wissenschaftler, um ihnen den Weg an die TU Chemnitz zu erleichtern. Ihre Motivation und Begeisterung brachten die Europastudentin sogar schon bis nach Sibirien. Durch ein Praktikum im UNESCO Biosphärenreservat am Südbaikalsee konnte sie sich mit der russisch-sibirischen Kultur und Mentalität auseinandersetzen und sich aktiv an der Entwicklung der Region beteiligen. Bei all diesem Engagement rund um die Universität findet die Studentin jedoch immer genügend freie Zeit, um mit ihren Freunden auf Konzerten, Partys, Lesungen oder im Kino ihr Studentenleben zu genießen. "Es muss genug Freizeit da sein, damit ich auch produktiv arbeiten kann", meint sie. Nach einem anstrengenden Tag geht sie gern in den Chemnitzer Stadtpark, um zu joggen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Andere Tage beendet sie auch mal gemütlich vor dem Fernseher.

Zurzeit arbeitet Anna Duleczus für den Bundesverband Onlinehandel e.V. (BVOH) in Dresden, wodurch sie immer wieder aufschlussreiche Einblicke in die Welt von Ebay, Amazon & Co erhält. In ihrer Stellung als Fachreferentin ist sie Ansprechpartnerin für die Mitglieder, organsiert Versammlungen, erstellt Newsletter, akquiriert neue Mitglieder und erledigt sonst noch anfallende Arbeiten. Parallel dazu schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit und macht sich schon mal Gedanken über ein mögliches Masterstudium. Welchen Weg sie aber danach gehen wird, steht noch nicht fest. Generell möchte sie dahin, wo kultureller Austausch, ein wenig Politik und Wirtschaft aufeinander treffen. Finanzieller und persönlicher Erfolg reizt die angehende Absolventin zwar schon, doch Überzeugung und Spaß sind wichtige Voraussetzungen für den zukünftigen Job. "Die größte Herausforderung wird wohl darin liegen, eine Balance zwischen Karriere und sozialem Leben zu finden. Denn was ist schon Erfolg, ohne Menschen, die hinter einem stehen und sich mit einem darüber freuen können", sagt sie.

(Autorin: Tanja Rupp)

Mario Steinebach
12.09.2008

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