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Wettbewerbsarbeit „CLOUD“ überzeugte die Jury

Kunst am Bau: Künftige Gestaltung einer Wand im Foyer des Neubaus des Instituts für Chemie folgt dem Entwurf des Künstlers Tobias Stengel

Der Künstler Tobias Stengel aus Dresden hat den Wettbewerb „Kunst am Bau“ zur Gestaltung und Ausstattung der zentralen Wandfläche im Foyer des Neubaus des Institutsgebäudes Chemie der Technischen Universität Chemnitz auf dem Campus Reichenhainer Straße für sich entschieden. Die Arbeit der Siegerin mit dem Titel „CLOUD“ wurde von der Jury zur Realisierung empfohlen. Die Realisierung des Kunstwerkes erfolgt im Zuge der Fertigstellung der Baumaßnahme voraussichtlich im Jahr 2029. Der Freistaat Sachsen stellt für die Realisierung der künstlerischen Idee 125.000 Euro zur Verfügung und fördert auf diese Weise zeitgenössische Bildende Kunst.

Der Künstler schreibt selbst zu seiner Arbeit: „‚CLOUD‘ ist ein Bild für die Offenheit von Denken und Forschung. Wolkenartige Strukturen breiten sich über die Betonwand aus und bewegen sich zwischen Nano- und Makrokosmos. Ihre scheinbare Selbstorganisation erinnert an Muster der Natur und an wissenschaftliche Bildwelten. Eingefügte Details – bearbeitete Fotografien von Wasser – erzeugen bewusste Irritationen. So entsteht ein offener Denkraum zwischen Zufall, Experiment und Erkenntnis, der die Architektur aufnimmt und den Blick in unbegrenzte Richtungen lenkt.“

Die Bewertung der Jury wird auszugsweise wie folgt wiedergegeben: „[…] Inhaltlich verankert sich die Arbeit in den elementaren Grundlagen der Chemie – Materie, Pigmente, Wasser und Aggregatzustände. Die ergänzenden Glasscheiben erweitern diese Auseinandersetzung um eine formale Ebene, in der Transparenz, Reflexion und Materialität miteinander in Dialog treten. […] Der lasierend geschichtete Farbauftrag […] macht eine räumliche Tiefe erfahrbar, wodurch Beweglichkeit, Wandelbarkeit und Weite wissenschaftlicher Prozesse räumlich spürbar werden und zudem ein starker, identitätsstiftender Akzent im Gebäude entsteht. Auch die Assoziation ‚CLOUD‘ als Speicher von Wissen bekommt hier eine Dimension, die über das rein Technische weit hinauswirkt, einen Eindruck von Offenheit und Unbegrenztheit des Denkens und Forschens, vom kleinsten bis hin zum größten Maßstab.“

Hintergrund: Wettbewerb „Kunst am Bau“

Für den Neubau des Instituts für Chemie der TU Chemnitz wurde durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, zu einem nicht offenen Wettbewerb „Kunst am Bau“ eingeladen. Aus den 24 von einem unabhängigen Fachgremium vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern wurden acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sachsen und ganz Deutschland zur Beteiligung am Wettbewerb ausgewählt. In der Jury waren neben zwei Vertretern der TU Chemnitz auch jeweils ein Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWKT), des SIB und des Architekturbüros CODE UNIQUE Architekten sowie zwei Künstlerinnen vom Landesverband Bildende Kunst Sachsen e. V. vertreten. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler setzten sich im Rahmen der Wettbewerbsaufgabe mit der künstlerischen Gestaltung auseinander.

Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude

Alle im Wettbewerb „Kunst am Bau“ eingereichten Arbeiten können im Rahmen einer Ausstellung vom 24. Juni 2026, 14:00 Uhr, bis 10. Juli 2026 im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes, Reichenhainer Straße 90, besichtigt werden. Das Gebäude ist wochentags von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Hintergrund: Neubau für das Institut für Chemie der TU Chemnitz

Das Institut für Chemie ist gegenwärtig im historischen Böttcher-Bau der TU Chemnitz am Universitätsteil Straße der Nationen 62 untergebracht. Da in den bestehenden Räumen in diesem denkmalgeschützten Umfeld die Anforderungen an eine zeitgemäße Forschung und Lehre nur bedingt realisierbar sind, erhält das Institut für Chemie durch einen Neubau mit hochmodernen Lehr-, Labor- und Forschungsflächen auf dem Campus Reichenhainer Straße einen neuen Standort. Das neue Gebäude entsteht auf der Grundlage des Siegerentwurfs eines Architekturwettbewerbs aus dem Jahr 2023 auf dem Gelände des Campus West, Reichenhainer Straße. Das Bauprojekt befindet sich gerade am Beginn der Ausführungsphase. Eventuelle Einflüsse der Kunst auf den Planungs- und Realisierungsprozess des Vorhabens sollten möglichst zeitnah eingebracht werden können. Die genehmigten Gesamtbaukosten des Gebäudes betragen 135 Millionen Euro, kofinanziert von der Europäischen Union zur »Verbesserung der Infrastruktur für die anwendungsorientierte Forschung« des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Der Gebäudeentwurf vereint die Fakultät für Naturwissenschaften an einem Universitätsstandort, in unmittelbarer Nähe zu den Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie zum Forschungszentrum MAIN und den beiden Fraunhofer-Instituten. Der viergeschossige Baukörper mit ca. 8.900 Quadratmeter Hauptnutzfläche zeichnet sich durch eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise aus. Zwei versetzt angeordnete Gebäudeteile – einer für Labore und einer für Büros – werden durch ein lichtdurchflutetes Atrium miteinander verbunden. Im Erdgeschoss sind Lehr- und Praktikumsräume, ein großzügiger Experimentalhörsaal, Seminarbereiche sowie ein offen gestaltetes Foyer mit Lounge-Charakter vorgesehen. Ein Schülerlabor, als „Schaufenster der Wissenschaft“ gedacht, gewährt jungen Menschen im Schulalter Einblicke in die Welt der Forschung. Im Sockelgeschoss werden Werkstätten, technische Flächen sowie ein Chemikalienlager angeordnet. Auf den begrünten Dachflächen werden attraktive Pausenbereiche entstehen, die einen Panoramablick über den Campus gewähren.

Dabei bildet das Bauwerk den städtebaulichen Abschluss des Campusplatzes zwischen Mensa und Hörsaalzentrum und setzt ein modernes, funktionales Zeichen für Innovation und Fortschritt. Das Ziel ist, mit diesem Vorhaben den Wissenstransfer zwischen Universität, Industrie und Gesellschaft zu fördern und somit die regionale sowie überregionale Wirtschaftskraft zu stärken. Es werden sehr gute Rahmenbedingungen für die enge Verzahnung von Forschung und angewandter Entwicklung geschaffen.

(Quelle: u. a. Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement)

Mario Steinebach
16.06.2026

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