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„Heute mache ich genau das, was mir Freude bereitet.“

Nadine Hans hat an der TU Chemnitz im Magisterstudium Sportwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre kombiniert – heute ist sie Geschäftsführerin von HANSinForm

  • Eine junge Frau in Sportkleidung sitzt auf einer Yogamatte.
    In ihrem neuen Studio auf der Kaßbergstraße in Chemnitz bietet Nadine Hans unter anderem Fitness- und Yogakurse an. Foto: HANSinForm

Frau Hans, können Sie sich mit wenigen Sätzen kurz vorstellen?

Ja, gern. Mein Name ist Nadine Hans, ich bin Inhaberin des Unternehmens HANSinForm in Chemnitz. Mein Team und ich bieten Kurse, Events und Retreats in den Bereichen Fitnesstraining, Yoga, Aqua-Fit und Kinderschwimmen an. Auch privat bin ich gern sportlich aktiv beim Schwimmen, Laufen, Krafttraining und Yoga.

Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der TU Chemnitz anzutreten?

Da ich aus Chemnitz komme und zur damaligen Zeit als Sportlerin und Trainerin in einem Chemnitzer Schwimmverein aktiv war, bot es sich an, in Chemnitz zu bleiben. Ich habe mein Studium 1999 begonnen. Damals gab es noch Magisterstudiengänge und speziell an der TU Chemnitz eine ziemlich einmalige Kombinationsmöglichkeit, nämlich Sportwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre zusammen zu studieren. Ich erhoffte mir von dieser Kombination bessere berufliche Chancen, auch wenn mich vor dem Studium BWL ehrlicher Weise nicht immens interessiert hat. Rückblickend ist die Kombination aus Sport und BWL genau das, was ich auch heute in meiner Tätigkeit in meinem Unternehmen umsetze.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der Universität?

Als Sportstudentin haben mir die sportpraktischen Seminare immer am besten gefallen, weil man da natürlich auch noch mehr mit seinen Mitstudierenden in Kontakt kommt als wenn man mit 700 Menschen in der BWL-Vorlesung sitzt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir allerdings unsere Sportexkursion, bei der wir eine Woche bei zehn Grad im Dauerregen durch den Spreewald gepaddelt sind und unsere Zelte und sämtliches Equipment durchgeweicht war. Das könnte man heute wohl als gutes Resilienztraining bezeichnen.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Chemnitz? 

Vor zwei Jahren durfte ich als Elternzeitvertretung einen Lehrauftrag für das Themenfeld „Bewegen im Wasser“ in der Ausbildung der Grundschullehrkräfte übernehmen. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, mein Wissen weitergeben zu können und auch neue Ideen der Studierenden mitnehmen zu können.

Wie sieht aktuell Ihr Arbeitsalltag aus? Was ist aus Ihrer Sicht das Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich hatte ja schon gesagt, dass meine Studienwahl von damals sich in meiner Tätigkeit genau widerspiegelt: Im Bereich des Sports gebe ich sowohl online als auch persönlich  in meinem neuen Studio auf der Kaßbergstraße in Chemnitz Fitness- und Yogakurse, ich veranstalte Yoga-Wander-Retreats und halte Vorträge und Workshops in Unternehmen und Institutionen, zum Beipsiel im Rahmen von Gesundheitstagen. Die Aqua-Fit- und Kinderschwimmkurse werden von anderen Kursleiterinnen und Kursleitern durchgeführt, zum Beispiel auch von Studierenden der TU Chemnitz – ich suche übrigens immer engagierte Verstärkung für unser Team. Und im BWL-Bereich umfassen meine Tätigkeiten im Prinzip alles, was ich in der Theorie im Studium gehört habe – etwa Buchhaltung, Controlling, Marketing und Personal. Das Interessante an meinem Beruf ist, dass ich Menschen dabei begleiten kann, wie sie mit Bewegung und Entspannung ihre Gesundheit verbessern können. Man kann direkt die Fortschritte verfolgen. Außerdem mag ich die Abwechslung und dass ich mir in der Selbstständigkeit meine Arbeit selbst planen kann.

Was haben Sie während des Studiums erlernt, das Ihnen bei Ihrer aktuellen Tätigkeit besonders hilft?

Ich denke, das ist die Selbstorganisation, aber auch das Erleben, dass man anstrengende Phasen und Projekte, bei denen man zu Beginn zweifelt, ob und wie man diese bewältigen soll, am Ende doch schafft, wenn man sich Stück für Stück vorarbeitet.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, dass Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Ich würde mich eher damit auseinandersetzen, wie es nach dem Studium weitergehen soll und mehr Praktika in verschiedenen Bereichen machen. Aus jetziger Sicht wäre ein Auslandsaufenthalt vielleicht auch spannend gewesen.

Was möchten Sie den aktuellen Studierenden als Tipp mit auf den Weg geben?

Lasst euch nicht entmutigen, wenn mal etwas nicht so läuft, wie geplant. Es findet sich immer eine Lösung.

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr Lebensmotto?

Hör auf dein Herz! Als ich mit einem recht guten Abitur das Sportstudium begonnen habe, gab es auch Stimmen, die sagten: „Warum studierst du nicht was Richtiges?“ oder „Was willst du denn damit mal machen?“ Und heute mache ich genau das, was mir Freude bereitet.

(Die Fragen stellte Stephanie Höber, Alumni-Koordinatorin der TU Chemnitz.)

Mario Steinebach
09.06.2026

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