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Wenn der Deutschkurs in die Werkhalle verlagert wird

Tischtennisturnier krönte Premiere des Sprach- und Praxisprojekts „Deutsch für Ingenieure“ – Internationale Studierende präsentierten ihre selbstgebauten Schläger und bewiesen dabei ihre neugewonnene Sprachkompetenz

Mit einem Tischtennisturnier endete am 30. Januar 2026 der Pilotdurchlauf des außergewöhnlichen Sprach- und Praxisprojekts „Deutsch für Ingenieure (B1+)“ an der Technischen Universität Chemnitz. Dieser Sprachkurs, der in sechs Parallelgruppen durchgeführt wurde, richtete sich an internationale Studierende des Masterstudiengangs „Advanced Manufacturing“ und verband Sprachlernen, ingenieurwissenschaftliche Praxis und Teamarbeit in einem hochschulweit einmaligen Format. Im Mittelpunkt des finalen Events standen die selbst entwickelten und gefertigten Tischtennisschläger, die die Studierenden im Laufe des Semesters nach professionellen technischen Standards konstruiert und gefertigt hatten – vom CAD-Modell bis zur Endmontage. Das Turnier diente als praxisnahe Qualitätskontrolle und zugleich als sichtbarer Höhepunkt des gesamten Projekts.

Pilotprojekt mit Modellcharakter – für die TU Chemnitz und darüber hinaus

Das Kurskonzept entstand als Antwort auf den Bedarf der Fakultät für Maschinenbau der TU Chemnitz, internationale Studierende frühzeitig sprachlich und technisch fit für den deutschen Arbeitsmarkt zu machen. Der innovative Ansatz geht dabei bewusst über klassische Sprachkurse hinaus: Er kombiniert berufs- und fachsprachliche Module mit einem semesterbegleitenden Praxisprojekt in den Werkhallen der Universität. Das Konzept beruht auf einer engen Kooperation zwischen der Fakultät für Maschinenbau und dem Zentrum für Fremdsprachen und umfasst verpflichtende Projektleistungen, die technische Kompetenzen ebenso wie kommunikative Fähigkeiten gezielt miteinander verbinden.

„Für unseren Studiengang Advanced Manufacturing ist dieser Pilotkurs ein wichtiger Baustein, um internationale Studierende ganzheitlich auf eine spätere Tätigkeit in Deutschland vorzubereiten“, betont Studiengangleiter Prof. Dr. Stephan Odenwald, der die Qualitätskontrolle der Tischtennisschläger vor Ort persönlich vorgenommen hatte. „Die Verknüpfung von technischer Praxis, Sprachkompetenz und Teamarbeit bildet realistische berufliche Situationen ab – und schafft damit einen erheblichen Mehrwert, den reine Sprachkurse nicht leisten können.“ Damit wird nicht nur Sprachkompetenz vermittelt, sondern ein realer ingenieurwissenschaftlicher Arbeitsprozess simuliert – ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal dieses Pilotkurses, der fortgeführt werden soll.

„Dass wir sechs Gruppen parallel durchführten, unterstreicht den enormen Bedarf und gleichzeitig das Vertrauen in dieses neue Format“, erklärt die Geschäftsführerin des Zentrums für Fremdsprachen, Dr. Maria Worf. „Der Pilotcharakter liegt nicht nur in der Methodik, sondern auch im Umfang. Es ist das erste Mal, dass wir ein Sprachprojekt dieser Größe, Tiefe und Interdisziplinarität realisiert haben.“ Der Pilotkurs schuf ein praxisnahes Lernumfeld, in dem sprachliche Handlungssicherheit, technische Präzision und Teamkommunikation gleichermaßen gefördert wurden. Damit modelliert er ein Lehr-Lern-Format, das zukünftig auch in anderen Fakultäten und auch in anderen Hochschulen Anwendung finden könnte.

Großartige Teamleistung: Das DaF-Team als Motor der Konzeption

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die intensive konzeptionelle Arbeit des Bereichs Deutsch als Fremdsprache (DaF) des Zentrums für Fremdsprachen, das in enger Abstimmung mit der Fakultät für Maschinenbau sämtliche Kursmaterialien, Aufgabenformate und Projektstrukturen vollständig neu entwickelte. Da für den spezifischen Kurszuschnitt keinerlei Lehrwerk existierte, mussten in kürzester Zeit passgenaue berufs- und fachsprachliche Materialien erstellt und an die Kursgruppen angepasst werden. „Ich bin außerordentlich stolz auf unser DaF-Team“, betont Worf. „Das Team hat mit enormem Engagement, Kreativität und fachlicher Exzellenz ein Konzept entwickelt, das es in dieser Form vorher nicht gab – und dass unsere internationalen Studierenden sichtbar begeistert hat.“

Turnier als gemeinsamer Abschluss aller Gruppen

Während des abschließenden Tischtennisturniers kamen alle sechs Kursgruppen zusammen – Studierende, Lehrkräfte des Zentrums für Fremdsprachen sowie der Studiengangsverantwortliche, Prof. Odenwald von der Fakultät für Maschinenbau. Getestet wurde, wie gut die selbst konstruierten Schläger den Anforderungen an Balance, Haptik, Materialqualität und Spielbarkeit standhalten. In spannenden Matches im Funino-Turniermodus setzte sich schließlich das Team „Kurs 178-A“ durch: Es überzeugte nicht nur bei der Qualitätskontrolle der selbstgebauten Schläger, sondern sicherte sich als bestes Spielerteam zugleich auch den Wanderpokal des Deutschkurses – ein doppelter Erfolg.

„Die Erfahrung mit der Herstellung des Tischtennisschlägers in der Werkstatt war großartig. Wir haben neue Maschinen kennengelernt und viele neue technische Begriffe auf Deutsch dazu gelernt. Das war sehr hilfreich“, erzählt Gokul Kesavan. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Amr Ahmed würde er im nächsten Jahr am liebsten wieder antreten – dann natürlich mit dem Ziel, erneut das Gewinnerteam zu stellen.

Weitere Informationen erteilt Dr. Maria Worf, Zentrum für Fremdsprachen, E-Mail maria.worf@sz.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Dr. Maria Worf)

Mario Steinebach
30.01.2026

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