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„DRadEsel-Befragung“ zur Verkehrssicherheit geht in die zweite Runde

Forschergruppe Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU führt bis 20. Juni 2020 Kurzinterviews im öffentlichen Verkehrsraum in Chemnitz durch

Die Forschergruppe Allgemeine und Arbeitspsychologie der Technischen Universität Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Josef Krems untersucht über die gesamten Jahre 2020 und 2021 die Verkehrssicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern an urbanen Knotenpunkten in verschiedenen Städten Deutschlands. Bereits im November 2019 wurden Radfahrer und Radfahrerinnen eine Woche lang an unterschiedlichen Knotenpunkten in Chemnitz interviewt. Der Fokus dieser Befragung lag in der Testung des konzipierten Erhebungsinstruments.

In der ersten Erhebungswelle konnten 175 Radfahrende für die Befragung gewonnen werden, die ihr Fahrrad im Jahr 2019 mehrmals wöchentlich bzw. täglich nutzten.  Die Mehrheit der Befragten war männlich (63 Prozent). Die Radfahrenden gaben an, sich neutral bis leicht unsicher auf dem Fahrrad in Chemnitz zu fühlen. Vor allem unerwartet endende Radverkehrsanlagen stellten ein häufig erwähntes Problem dar. Knapp zwei Drittel der Radfahrenden erwähnte, in den letzten sieben Tagen mindestens eine sicherheitskritische Situation mit dem Fahrrad erlebt zu haben. Die mit Abstand am häufigsten genannte sicherheitskritische Situation war das zu nahe Überholen durch andere Verkehrsteilnehmer wie PKW. Aber auch blockierte Radverkehrsanlagen und zu nahes Auffahren und Einordnen neben Radfahrenden wurden von den Befragten im Interview häufig als sicherheitskritisch angegeben. In der überwiegenden Mehrheit der als sicherheitskritisch empfundenen Situationen war ein KFZ beteiligt. Diese ersten Ergebnisse wurden den Vertretern der Stadt und des ADFC Kreisverbands Chemnitz präsentiert und diskutiert. Sowohl die Durchführung der Machbarkeitsstudie im November 2019 als auch die Auswertungen zeigen, dass die konzipierten Instrumente eine valide Erhebung ermöglichen. Um eine möglichst repräsentative Aussage für Deutschland machen zu können, ist eine Befragung über den gesamten Zeitraum der Fahrradsaison (ca. März bis November) und in unterschiedlichen Städten nötig.

Der Auftakt dieser deutschlandweiten Befragung erfolgt nun in Chemnitz. Bis zum 20. Juni 2020 werden an verschiedenen Verkehrspunkten Befragungen jeweils von ca. 7:00 bis 18:00 Uhr mit Radfahrenden durchgeführt. Darüber hinaus beinhaltet die Studie auch Beobachtungen von sicherheitskritischen Situationen. Weitere Städte, in denen die Befragung stattfinden wird, sind Wiesbaden und Karlsruhe. Das zentrale Thema des ca. zehnminütigen Kurzinterviews ist die wahrgenommene Verkehrssicherheit als Radfahrender. Die sogenannte „DRadEsel-Befragung zur Verkehrssicherheit beim Radfahren“ wird durch Aufsteller gut sichtbar gekennzeichnet. Die Interviewerinnen und Interviewer sind mit Mund-Nase-Masken ausgestattet und werden selbstverständlich den Mindestabstand einhalten. Die Angaben aller Befragten werden vertraulich und anonymisiert behandelt.               

 Das Forschungsprojekt „DRadEsel“ wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Die Ergebnisse der Studie werden den jeweiligen Stadtverwaltungen rückgemeldet und können dazu beitragen, den Radverkehr in der Stadt sicherer zu machen. „Eine fahrradfreundliche Stadt mit einer sicheren Radinfrastruktur ist die Grundvoraussetzung für die Steigerung der Fahrradnutzung im Alltag“, sagt Projektmitarbeiterin Maria Kreußlein. Deshalb freue sich die Forschergruppe auf eine rege Beteiligung der Chemnitzer Radfahrerinnen und Radfahrer an der Befragung.

Weitere Informationen zum Projekt DRadEsel: https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/praxis/untersuchung-der-dunkelziffer und  https://www.tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/fgaap/verkehr/DRadEsel.php

Kontakt: Maria Kreußlein, Telefon +49 (0) 371 531-34269, E-Mail  maria.kreusslein@psychologie.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
15.06.2020

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