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Maßgeschneiderte Massenprodukte aus dem Digital-Drucker

Partner der TU Chemnitz: Neues Leitprojekt zur digitalen Fertigung startet an den beiden Chemnitzer Fraunhofer-Instituten

Das Fraunhofer-Leitprojekt 2016 „Go Beyond 4.0“ unter der Führung des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme (ENAS) verknüpft traditionelle Fertigungsmethoden mit Zukunftstechnologien und digitalen Produktionsverfahren. Der ENAS-Leiter und Direktor des Zentrums für Mikrotechnologie (ZfM) der Technischen Universität Chemnitz, Prof. Thomas Otto, leitet das Projekt. Gefördert wird es für drei Jahre mit acht Millionen Euro von der Fraunhofer-Gesellschaft.

Dank der jahrzehntelangen und engen Kooperation des Chemnitzer Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und ENAS mit der TU Chemnitz, konnten die Forscherinnen und Forscher am Standort mit gebündelten Erfahrungen punkten und das zukunftsweisende Projekt „Go Beyond 4.0“ federführend einwerben. Die Institute ENAS und IWU sind unter anderem im Rahmen der Forschung am Bundesexzellenzcluster „MERGE“ Partner der TU Chemnitz und arbeiten dort eng mit den TU-Professuren Digitale Drucktechnologie und Bebilderungstechnik (Prof. Dr. Reinhard R. Baumann) sowie Professur Adaptronik und Funktionsleichtbau in der Produktion (Prof. Dr. Welf-Guntram Drossel) zusammen. MERGE ist der bundesweit einzige Exzellenzcluster auf dem Gebiet der Leichtbau- Forschung. Am Exzellenzcluster MERGE konnten bereits mehrere deutlich gewichtsreduzierte Bauteile unter anderem für den Automobilsektor hergestellt werden.

Produktion neu denken: individuell und ressourcensparend

Die Auftakt-Veranstaltung für das neue Fraunhofer-Leitprojekt fand am 10. Februar 2017 auf dem Smart Systems Campus in unmittelbarer Nähe zum TU-Campus statt. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, und der kommissarische Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts ENAS, Prof. Dr. Thomas Otto, begrüßten neben den Vertretern der TU Chemnitz – Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Kanzler Dr. Eberhard Alles sowie den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Jörn Ihlemann – auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Industrie sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs Fraunhofer-Instituten.

Die wissenschaftlichen Grundlagen des Projektes im Bereich der Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik fließen vor allem durch die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit dem ZfM und der Fakultät Elektrotechnik/Informationstechnik der TU Chemnitz ein. Unter der Führung von Fraunhofer ENAS werden so Lösungen durch die Verknüpfung traditioneller Fertigungsmethoden mit Zukunftstechnologien und digitalen Produktionsverfahren erarbeitet: „Wir wollen im Projektkonsortium digitale Druck- und Laserverfahren, die bislang kaum in der Massenfertigung eingesetzt werden, nutzen, um Massenprodukte zu individualisieren“, betont Projektleiter Prof. Thomas Otto. Ziel des Projektes ist die Herstellung eines Demonstrators zum Beispiel eine Fahrzeugtür, die am Fließband hergestellt wird, wobei jede Tür durch das neue Produktionsverfahren ganz individuell mit verschiedenen Funktionen ausgestattet werden kann. Mit dieser Kombination ließen sich Serienprodukte ressourcenschonend und kosteneffizient bis hin zum Unikat gestalten.

„Wir wollen in dem Leitprojekt zeigen, wie mit Hilfe einer Kombination der Fertigungsverfahren Digitaldruck und digitale Laserbearbeitung Klein- und Kleinstserien von Massenprodukten ermöglicht werden, die in der effizienten, vollständig individualisierten Großproduktion der Losgröße 1 gipfeln sollen“, erklärt Projekt-Koordinator Prof. Dr. Reinhard Baumann. Das Projekt adressiere damit insbesondere den Bedarf der Industrie: „Wir streben einen Ausbau der Anteile in den globalen Märkten durch neue, individualisierte Produkte an, die mit gesteigerter Produktionseffizienz in Deutschland hergestellt werden können“, betont Baumann.

(Autoren: Andrea Messig-Wetzel/Matthias Fejes)

Hintergrund:

Produktion neu denken: An dieses Leitmotto knüpft das neue Fraunhofer-Leitprojekt „Go Beyond 4.0“ an. Damit ist es ein weiterer Beitrag der Fraunhofer-Gesellschaft zum globalen Erfolg der deutschen produzierenden Industrie. Es setzt auf die profunden Erfahrungen aus dem Leitprojekt 2014 „E³-Produktion“.

Matthias Fejes
17.02.2017

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