Jüdische Kultur und Erinnerung im transnationalen Kontext
Philosophische Fakultät der TU Chemnitz lädt im Sommersemester 2026 gemeinsam mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz zu einer Ringvorlesung ein
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Prof. Dr. Christina Sanchez-Stockhammer, Inhaberin der Professur Englische und Digitale Sprachwissenschaft an der TU Chemnitz, stellt im Rahmen der Ringvorlesung ein interaktives Online-Zeugnis des Holocaust-Überlebenden Abba Naor vor, das individuelle Gespräche auf Deutsch und Englischin in dem von Wissenschaftlerinnen der TU Chemnitz und der LMU München entwickeln Chatbot ermöglicht. Foto: Screenshot
Im Rahmen des Themenjahres „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ veranstaltet die Philosophische Fakultät der Technischen Universität Chemnitz gemeinsam mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) eine Ringvorlesung, die sich mit jüdischer Kultur, Geschichte und Erinnerung auseinandersetzt. Zwischen dem 22. April und dem 8. Juli 2026 eröffnen zwölf Vorlesungen facettenreichEinblicke in jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart – über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Im Mittelpunkt stehen literarische, historische sowie kultur- und erinnerungstheoretische Fragestellungen, die die Vielfalt jüdischer Erfahrungen, Ausdrucksformen und transnationalen Verflechtungen sichtbar machen. Die Vortragsreihe verbindet aktuelle Forschung mit innovativen Ansätzen und rückt insbesondere die Bedeutung jüdischer Akteurinnen und Akteure für die europäische Moderne und die Erinnerungskultur in den Fokus.
Die Ringvorlesung versteht sich als offenes Forum für Austausch und kritische Reflexion und lädt dazu ein, Kontinuitäten, Brüche und bislang wenig beachtete Leerstellen jüdischer Kulturgeschichte neu zu denken. Die Vorlesungen finden immer mittwochs um 18:15 Uhr im Vortragssaal des smac, Stefan-Heym-Platz 1, statt.
Organisiert wird die Ringvorlesung von Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Inhaberin der Professur Kultureller und Sozialer Wandel an der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz, in Zusammenarbeit mit dem smac und dem Tagen der jüdischen Kultur e. V. sowie den Freunden des smac e. V.
Programm der Ringvorlesung
22. April 2026: Prof. Dr. Martin Clauss, Prof. Dr. Lewis Chuang (TU Chemnitz) und Dr. Christiane Donath (Meißen): Sichtbare und unsichtbare Spuren jüdischer Kultur in Meißen und Chemnitz
29. April 2026: Dr. Alexandra Klei (TU Braunschweig): Immer wieder neu beginnen? Der Architekt Eric Mendelsohn in den USA
6. Mai 2026: Dr. Monika Heinemann (Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig): Von schweigenden und sprechenden Objekten – Familiengeschichte im Museum
13. Mai 2026: PD Dr. Nicolas Dreyer (Universität Bamberg): Die Transkulturalität der jüdischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts
20. Mai 2026: Dr. Christoph Grube (TU Chemnitz) und Prof. Dr. Gunnar Och (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): „Wir haben keine andere Zeit als diese“ – Verse und Prosa der Mascha Kaléko. Eine kommentierte Lesung
27. Mai 2026: Christian Landrock (smac): Clowns, Golems und das Feiertags-Gürteltier – Darstellung jüdischen Lebens in den US-amerikanischen Fernsehserien der 1990er Jahre
3. Juni 2026: Dr. Norbert Haase (Dresden): Der französische Surrealist Robert Desnos – Verfolgtenhilfe, Verfolgung, Gedächtnis
10. Juni 2026: Prof. Dr. Cecile Sandten und Prof. Dr. Bernadette Malinowski (TU Chemnitz): Stefan Heyms Debütroman Hostages (1942) (Der Fall Glasenapp, 1958): Anglistisch-Germanistische Perspektiven
17. Juni 2026: Prof. Dr. Marian Nebelin (TU Chemnitz): Walter Benjamin und Stefan Zweig
24. Juni 2026: Dr. Nicolas Berg (Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Leipzig): Anschreiben gegen die ‚Weltverstörung des Nationalismus‘ – Stefan Zweigs Autobiographie Die Welt von gestern (1942)
1. Juli 2026: Prof. Dr. Christina Sanchez-Stockhammer (TU Chemnitz): Digitale Dialoge mit ZeitzeugInnen des Holocausts: Online ins virtuelle Gespräch kommen
8. Juli 2026: Daniel Dost (Chemnitz): Lose Fäden oder Verflechtungen? Zu Genese und Zukunftsperspektiven eines Ausstellungsprojektes über jüdische Familiengeschichten
Kontakt: Prof. Dr. Teresa Pinheiro, Tel. +49 (0)371 531-35014, E-Mail teresa.pinheiro@phil.tu-chemnitz.de, und Prof. Dr. Cecile Sandten, E-Mail cecile.sandten@phil.tu-chemnitz.de, Telefon +49 (0)371 531-37353
Mario Steinebach
27.02.2026