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Offene Werkstätten – offene Gesellschaften

Stadtlabor der TU Chemnitz intensivierte bei einem Vernetzungstreffen am 26. Februar 2026 den Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik

  • Ein Mann steht an einem Wandmonitor und spricht zu Personen, die an einem Tisch sitzen.
    Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof (r.), Inhaber der Juniorprofessur Soziologie mit Schwerpunkt Technik, stellte die Arbeit des Stadtlabors der Universität vor Ort vor. Am Treffen nahm unter anderem der Sächsische Landtagspräsident Alexander Dierks teil. Foto: Anna Bräunig
  • Ein Mann spricht zu Personen, die wie er selbst an einem Tisch sitzen.
    Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz (2. v. r.): „Wenn wir Making als komplementären Bestandteil unserer Transferstrategie verstehen, gewinnen wir Partnerinnen und Partner in der Stadt, neue Perspektiven für die Forschung und nicht zuletzt Anknüpfungspunkte für die Studierenden.“ Foto: Anna Bräunig

Am 26. Februar 2026 diskutierten Forschende der Technischen Universität Chemnitz im Stadtlabor der Universität auf dem Brühl gemeinsam mit dem Sächsischen Landtagspräsidenten Alexander Dierks, Praktikerinnen und Praktikern aus der Maker-Szene sowie interessierten Gästen darüber, wie niedrigschwellige Innovationsräume den Transfer zwischen Universität und Stadtgesellschaft stärken und welche Strukturen und Förderlogiken es braucht, damit solche Orte langfristig wirksam bleiben. „Offene Werkstätten sind Orte, an denen Menschen Kompetenzen, Kontakte und Zutrauen gewinnen – das ist eine demokratische Ressource“, sagte Dierks zu Beginn der Vernetzungsveranstaltung.

Im Anschluss beleuchteten Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, und Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof, Inhaber der Juniorprofessur Soziologie mit Schwerpunkt Technik an der TU Chemnitz und Leiter des Stadtlabors, wie sich Transfer heute weiter fassen lässt. Neben Ausgründungen und Kooperationen mit der Wirtschaft umfasst er auch den gesellschaftlichen Transfer, beispielsweise durch Reallabore, Co-Design, Mitmachformate und Citizen Science. „Wenn wir Making als komplementären Bestandteil unserer Transferstrategie verstehen, gewinnen wir Partnerinnen und Partner in der Stadt, neue Perspektiven für die Forschung und nicht zuletzt Anknüpfungspunkte für die Studierenden“, beschreibt von Unwerth das Anliegen des Treffens.

Stadtlabor der TU Chemnitz: Arbeit „auf Augenhöhe“

Das Stadtlabor der TU Chemnitz steht exemplarisch für einen Transferansatz, der nah an Alltagsfragen arbeitet und Menschen unabhängig von ihrem Vorwissen anspricht. In einem bewusst dialogischen Setting – ohne Podium, mit „Show & Tell“-Stationen und einer Fragenwand – ging es um konkrete Beispiele dafür, was Maker-Orte heute erfolgreich macht: Zugänglichkeit, Community-Arbeit, passende Formate, verlässliche Betriebsstrukturen und ein klares Netzwerk in der Region.

Bereits seit 2019 wird die Einrichtung auf dem Brühl aus Projektmitteln finanziert und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um Universität und Stadt zu vernetzen. Neben 120 öffentlichen Veranstaltungen – vom Fahrradkino über gemeinsames Waffelbacken bis hin zur Prototypenentwicklung – vernetzt das Stadtlabor quer durch die TU Chemnitz Forschende, Organisationen und Menschen aus der Stadtgesellschaft, um die Universität auch als sozialen Akteur erlebbar zu machen. „Das lebt nicht zuerst von Technik oder Wissen, sondern davon, dass Menschen sich eingeladen fühlen. Zugang, Begleitung und Moderation sind der eigentliche Motor unserer Arbeit”, fasst Bischof die Arbeit seiner Kolleginnen und Kollegen im Stadtlabor zusammen.

Von Technik zu Wirkung: Was Maker-Hubs wirklich brauchen

In der Diskussion wurde deutlich, dass Einrichtungen wie das Stadtlabor oder die Maker-Hubs, die im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres entstanden sind, auf aktuelle gesellschaftliche Bedarfe eingehen. Sie vermitteln Werte, schaffen Zusammenhalt und fördern Wissen. Darüber hinaus helfen sie sogar bei der Fachkräftegewinnung. Ein weiteres Diskussionsergebnis ist, dass diese Orte neue Kooperationsformen zwischen Universität, Kommune, zivilgesellschaftlichen Organisationen, freier Szene und Industrie benötigen. „Damit solche Orte wirken können, braucht es nicht nur Geräte, sondern Strukturen: verlässliche Räume, Menschen, die vernetzen, sowie Fördermodelle, die Betrieb und Beteiligung mitdenken“, hielt Dierks in der Runde fest.

Nächste Schritte: Vernetzung und Förderperspektiven

Zum Abschluss wurden konkrete Anknüpfungspunkte skizziert. Die Beteiligten wollen die Bedarfe und Erfolge von Maker-Hubs in der Stadt und darüber hinaus bündeln – und sich gemeinsam in Gespräche mit relevanten Partnerinnen und Partnern sowie Förderstellen einbringen.

Homepage des Stadtlabors: https://stadtlabor-chemnitz.de

Weitere Informationen erteilt Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof, Tel. +49 (0)371 531-32515, E-Mail andreas.bischof@hsw.tu-chemnitz.de.

(Autoren: Jun.-Prof. Dr. Andreas Bischof, Mario Steinebach)

Mario Steinebach
27.02.2026

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