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Auszeichnung für Forschung an multimodalen Mobilitätslösungen

Interdisziplinäres Team der TU Chemnitz erhielt Best Paper Award zur ICoMaaS 2019 in Tampere

Zur 2. International Conference on Mobility as a Service in Tampere (Finnland) erhielt ein interdisziplinäres Team der Technischen Universität Chemnitz, bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschergruppe „Allgemeine und Arbeitspsychologie“ (Prof. Dr. Josef F. Krems) und der Professur Unternehmensrechnung und Controlling (Prof. Dr. Uwe Götze), den Best Paper Award für ihren Beitrag “Investigating user attitudes and economic evaluation of different means of transport and underlying mobility service tools in a corporate multimodal mobility system”. In diesem werden Ergebnisse aus dem im Jahr 2018 abgeschlossenen ESF-geförderten Projekt ECoMobility zum Thema Nutzungsverhalten, Akzeptanz und ökonomische Bewertungen verschiedener Verkehrsträger als Teil einer unternehmensinternen Mobilitätslösung präsentiert.

Nachhaltiges Mobilitätskonzept am Beispiel der TU Chemnitz

In dem Projekt wurde zwischen 2015 und 2018 durch sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für kurze und mittlere Wege am Beispiel der TU Chemnitz entwickelt, umgesetzt, evaluiert und verbessert. Zu Forschungszwecken wurde interessierten Universitätsangehörigen mit Beschäftigungsverhältnis, welche sich für die Teilnahme am Projekt anmeldeten, eine multimodale Mobilitätslösung für Dienstwege bereitgestellt. Somit konnten alle Studienteilnehmer während der Projektlaufzeit für ihre Dienstwege unentgeltlich auf Elektroautos, Pedelecs oder den ÖPNV zurückgreifen. Bedingung für diese Möglichkeit war die regelmäßige Teilnahme an Nutzerbefragungen. Informationen aus diesen Befragungen sowie weitere über die Projektlaufzeit gesammelte Daten bildeten die Grundlage für den ausgezeichneten Aufsatz.

Vorreiter bei der Forschung an Corporate Mobilitätslösungen

Eine besondere Rolle bei der Auszeichnung des Papers spielten seine inhaltliche Ausrichtung und die Nutzung der im vorangegangenen Forschungsprojekt erarbeiteten Datenbasis. Mit dem Konzept der „Corporate Mobility as a Service“, also der Nutzung geteilter Fahrzeugpools verschiedener Verkehrsträger durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (im vorliegenden Fall für Dienstwege der TU-Mitarbeitenden) wird ein vielversprechendes Anwendungsszenario für multimodale Mobilitätskonzepte adressiert, welches aktuell auf ein hohes internationales Interesse stößt und zu welchem bisher nur wenige Forschungserkenntnisse existieren.

Gelebte Interdisziplinarität als Erfolgsrezept

Analog zum Projekt ECoMobility wurde auch das Paper in einer interdisziplinären Zusammenarbeit verfasst. Dies war ein Aspekt, welcher dem fünfköpfigen Autoren-Team zur Auszeichnung verhalf. Zu oft werden ökonomische, technische und humanwissenschaftliche Fragestellungen getrennt voneinander erarbeitet, beantwortet und ausgewertet. Die Integration dieser Sichtweisen mit ihren verschiedenen Herausforderungen gefiel der Konferenzleitung besonders.

Akzeptanz als Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensmobilität

Madlen Günther (Forschergruppe „Allgemeine und Arbeitspsychologie“) forschte in diesem Rahmen zur Akzeptanz der Nutzer gegenüber Sharing-Systemen, der Elektromobilität und einzelnen Bestandteilen dieser Modelle. Dabei wurde ermittelt, dass für eine höhere Akzeptanz gegenüber der Elektromobilität eigene Erfahrungen mit den Innovationen und Technologieelementen geschaffen werden müssen.

Ökonomische Vorteilhaftigkeit der Verkehrsmittel abhängig von der Reisegeschwindigkeit

Benjamin Jacobsen (Professur Unternehmensrechnung und Controlling) untersuchte die ökonomische Vorteilhaftigkeit des Konzeptes des unternehmensinternen Carsharings und der unterschiedlichen Verkehrsmittel. Dabei wurde gezeigt, dass Lösungen, bei welchen auf eine herkömmliche Dienstreiseabrechnung zurückgegriffen wird, teurer sind, als Lösungen, bei welchen ein eigener Fuhrpark zur Verfügung gestellt wird, aber auf eine aufwendige Abrechnung verzichtet werden kann. Weiterhin wurde durch den Einbezug von Opportunitätskosten einer langsameren Fortbewegung (im Sinne eines Verlustes an effektiver Arbeitszeit) ein weiteres Merkmal zum Award erarbeitet.

Nutzung der gewonnenen Erkenntnisse und Kompetenzen in neuen Forschungsprojekten

Marco Rehme (Professur Unternehmensrechnung und Controlling) konnte durch die Vorstellung der Ergebnisse in Tampere, welche Partnerstadt der Stadt Chemnitz ist, Impulse für die weiteren bei der ICoMaaS vorgestellten, zumeist in der Anlaufphase befindlichen Forschungs- und Praxisprojekte geben. Auch an der TU Chemnitz finden die Ergebnisse weitere Verwendung bei aktuellen und zukünftigen Forschungsprojekten. So wird an der Forschergruppe „Allgemeine und Arbeitspsychologie“ im aktuellen Projekt NUMIC (Neues urbanes Mobilitätsbewusstsein in Chemnitz) an einem Konzept zum Aufbau eines nachhaltigen Mobilitätsverhaltens der Bürger der Stadt Chemnitz gearbeitet. Die Professur Unternehmensrechnung und Controlling arbeitet unter anderem am Projekt SRCC (Smart Rail Connectivity Campus) mit, in welchem das Innovationsfeld des digitalisierten, vernetzten, hoch automatisierten und nachhaltigen Bahnverkehrs bearbeitet wird.

Weitere Informationen zum Projekt Eco-Mobility sowie zum Inhalt des Aufsatzes erteilt Benjamin Jacobsen, Telefon 0371 531-30084, E-Mail benjamin.jacobsen@wirtschaft.tu-chemnitz.de  

Mario Steinebach
11.12.2019

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