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KITA „Campulino“ auf dem Uni-Campus ist „WillkommensKITA“

Studentenwerk Chemnitz-Zwickau kooperiert mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, um Veränderungen durch die Aufnahme von Kindern und Familien mit Migrationshintergrund erfolgreich zu managen

Die Campus-KITA des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau „Campulino“ ist für die nächsten drei Jahre Kooperationspartner der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Mit dem Programm „WillkommensKITAs“ unterstützt die DKJS ausgewählte Kindertageseinrichtungen dabei, Veränderungen durch die Aufnahme von Kindern und Familien mit Migrationshintergrund erfolgreich zu managen sowie pädagogische und organisatorische Herausforderungen zu bewältigen.

Kern der Partnerschaft zwischen dem Studentenwerk Chemnitz-Zwickau und der DKJS ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KITA „Campulino“ dabei zu unterstützen, mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen sowie Essgewohnheiten der Kinder umzugehen, Sprachbarrieren zu überwinden und die Kinder in den Kita-Alltag zu integrieren. Dabei müssen zudem ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen der Kinder und ihrer Eltern berücksichtigt werden, so KITA-Leiterin Katja Weinhold: „Wir betreuen Kinder aus den verschiedenen Nationen: von Südkorea über Palästina, Syrien, Indien, Iran, Irak bis hin zu Tschetschenien, Afghanistan oder Portugal. Für unser Personal ist es täglich eine große Herausforderung, neben den üblichen Aufgaben als Erzieher auf die vielfältigen Hintergründe individuell einzugehen und dabei sowohl mit den Kindern als auch den Eltern zu kommunizieren. Kriegs- und Fluchterfahrungen oder auch Trennungsschmerz treten dabei besonders intensiv auf.“ Neben Kindern von Flüchtlingsfamilien besuchen auch Kinder von Universitätsangehörigen und der Fraunhofer-Instituts IWU und ENAS die Campus-KITA. Auch hier gibt es einen hohen internationalen Anteil.

Im Rahmen des Programms „WillkommensKITAs“ analysiert das Kita-Team vom  „Campulino“ gemeinsam mit einer von der DKJS geschulten Einrichtungsbegleitung zunächst die derzeitige Alltagssituation in der Kita. An Hand dessen wird dann gemeinsam ein pädagogisches Konzept erarbeitet, durch das die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besser mit den speziellen Herausforderungen umgehen können, beschreibt die Geschäftsführerin des Studentenwerk Chemnitz-Zwickau Anja Schönherr die Partnerschaft: „Die DKJS hat Erfahrungen im Umgang mit Migrationskindern, auf die sie aufbauen können. Das Programm ‚WillkommensKITAs‘ hat jedoch keine Konzepte aus der Schublade, sondern geht jeweils auf die speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen vor Ort ein. Der Anteil internationaler Kinder bei uns ist mit 55 Prozent recht hoch. Deshalb haben wir uns um eine Teilnahme am Programm ‚WillkommensKITAs‘ beworben. Uns geht es vor allem darum, wie die Kinder mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen untereinander umgehen und auch, wie die Mitarbeiter damit umgehen. Ich kann nur den Hut davor ziehen, dass sie mit viel Engagement den Kindern das Gefühl geben, angekommen zu sein. Umso mehr sind speziell auf diese Situation ausgerichtete Weiterbildungsangebote wichtig.“ In welchem Bereich besonderer Weiterbildungsbedarf besteht, wird in den kommenden Monaten in den Treffen des Teams der KITA  „Campulino“ gemeinsam mit der Einrichtungsbegleiterin herausgearbeitet. Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit traumatisierten Kindern, Asylrecht oder der Begegnung von Vorurteilen. Sich zu tolerieren und Einblicke in andere Kulturen und Lebensweisen zu bekommen, zeichnet auch das universitäre Leben auf dem Campus der TU Chemnitz aus. „Und dafür steht auch Campulino“, so Schönherr.

„Für Kinder und ihre Familien ist es enorm wichtig, dass sie sich in der Kita wohlfühlen und erleben, dass sie willkommen und anerkannt sind. Wir freuen uns sehr über die Aufnahme der Kita Campulino in das Programm WillkommensKITAs. Wie alle Einrichtungen im Programm wird die Kita Campulino drei Jahre lang gemeinsam mit einem erfahrenen Coach an ihren individuellen Fragen und Herausforderungen arbeiten. Das Spannende ist, dass jede Einrichtung ganz unterschiedliche Herausforderungen, Bedingungen und Ziele mitbringt und ihren eigenen Weg geht“, so Programmleiterin Esther Uhlmann von der DKJS.

Campulino wurde am 12. Juli 2018 eröffnet und hat im April eine Auslastung von 97 Kindern und 15 Erzieherinnen und Erziehern erreicht. Trotz der besonderen Umstände unterliegt Campulino  dem sächsischen Betreuungsschlüssel und auch dem sächsischen Bildungsplan, hat also nicht mehr Erzieher bzw. Erzieherinnen pro Kinder zur Verfügung als jede andere KITA auch.

Aktuell nehmen 46 Kitas und Horte aus Sachsen am Programm WillkommensKITAs teil – bis 2020 sollen es 90 sein. Bewerbungen sind jederzeit möglich. Anfang 2020 starten die letzten Kitas ins Programm und werden drei Jahre lang begleitet. Im Durchschnitt betreuen die teilnehmenden Einrichtungen etwa 30 Prozent Kinder aus dem Ausland.

Weitere Informationen: www.willkommenskitas.de; www.kita-campulino.de

(Autor: Ulf Walther)

Mario Steinebach
21.05.2019

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