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„Macht die Welt jeden Tag ein Stückchen besser!“

Nachdem Shubham Dosi im März 2016 seine Masterarbeit an der TU Chemnitz verteidigt hat, widmet er sich aktuell seiner Karriere in der Automobilbranche bei Continental

Herr Dosi, Sie haben 2016 Ihr Studium an der TU Chemnitz abgeschlossen. Wie ging es für Sie weiter?

Im Mai 2016 habe ich mein Studium an der TU Chemnitz abgeschlossen. Direkt im Anschluss hat mein Arbeitgeber, bei dem ich meine Masterarbeit geschrieben habe, mir einige Jobangebote gemacht. Leider entsprachen diese nicht meinem gewünschten Themengebiet, weshalb ich sie nicht angenommen habe. Bis Juni hatte ich mehr als zehn Bewerbungsgespräche und auch einige Stellenangebote. Als Absolvent im Bereich Automotive Software Engineering war es mein Wunsch als Software-Entwickler in der Automobilindustrie zu arbeiten. Deshalb entschied ich mich, nach Frankfurt zu Continental zu gehen.

Wie haben Sie es geschafft, in Ihrem Interessensbereich eine passende Stelle zu finden?

Die Kursstruktur des Master-Programms Automotive Software Engineering der TU Chemnitz hat einen großen Anteil daran. Im 3. Semester musste ich ein Pflichtpraktikum absolvieren. Meine ersten Erfahrungen in der Automobilbranche habe ich so bereits im Oktober 2015 als Praktikant bei der Adam Opel AG sammeln können. Dann folgte dort 2016 meine Masterarbeit. Dadurch habe ich während des Studiums praktische Erfahrungen in der Automobilbranche sammeln können. Das war entscheidend. Bei meinen Vorstellungsgesprächen interessierte man sich sehr dafür, mehr über mein Praktikum und meine Abschlussarbeit zu erfahren.

Wie sieht heute ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Einen wirklich typischen Arbeitstag gibt es bei mir eigentlich nicht, da wir in unserer Abteilung an innovativen und sehr herausfordernden Themen arbeiten. Es ist meine Aufgabe, neue, komplexe Algorithmen zu entwickeln und sie jeden Tag mithilfe von Simulationen zu validieren.

Ebenfalls sehr wichtig ist in meinem Arbeitsalltag die Kommunikation zu aktuellen Entwicklungsthemen mit unseren Kollegen im ungarischen Veszprém oder die Einbeziehung von verschiedenen bereichsübergreifenden Teams (System, Funktion, Software). Ich kann es nur so beschreiben: Dieser Job schafft täglich neue Herausforderungen!

Können Sie Ihre aktuelle Aufgabe in einfachen Worten erklären?

Als Function Development Engineer, der für die Grundlagenentwicklung zuständig ist, beschäftige ich mich intensiv mit der Erforschung und Entwicklung von Steuer- und Regelungsalgorithmen für das Continental-Bremssystem. Da wir in unserer Entwicklung dem V-Model folgen, arbeite ich an Funktions- und Sicherheitsanforderungen auf Fahrzeug-Ebene, Architekturdesign sowie modellbasierter Softwareentwicklung von Algorithmen und Simulationen. Wenn die Entwicklung einen bestimmten Reifegrad erreicht hat, werden Fahrversuche durchgeführt, um die entwickelten Funktionen für eine geplante Software-Freigabe vorzubereiten.

Können Sie ein Beispiel geben, woran Sie gerade arbeiten?

Inspiriert von der Idee „Vision Zero“, die darauf abzielt, dass es keine Toten, keine Verletzten und keine Unfälle im Straßenverkehr mehr zu beklagen gibt, arbeiten wir an der Entwicklung verschiedener Steuer- und Regelungsfunktionen zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit. Ein Beispiel für eine solche Funktionsentwicklung ist die Seitenwind-Kompensation. Seitenwinde beeinflussen direkt das Fahrzeugverhalten und sind für jeden Fahrer sofort spürbar. In manchen Fällen können diese Einflüsse ein ernstes Sicherheitsrisiko darstellen. Die entwickelte Funktion beobachtet den Fahrzeugzustand und gibt gleichzeitig eine Seitenwindschätzung aus. Wenn es notwendig wird, hilft sie dem Fahrer, auf den Seitenwind angemessen zu reagieren. Dies führt zu einem sicheren Fahrerlebnis und weniger Schreckmomenten für den Fahrer.

Was hatten Sie sich bei Ihrer Einschreibung an der TU Chemnitz erhofft?

Ich habe mich im Oktober 2013 an der TU Chemnitz eingeschrieben, kurz nachdem ich meinen Bachelor of Engineering in Indien abgeschlossen hatte. Ich traf auf ein neues Land, eine neue Kultur und natürlich ein neues Arbeitsumfeld. Ich wollte beruflich sowie persönlich wachsen. Mein Ziel war es, einen tieferen Einblick in die Entwicklung von Automobilsoftware zu erhalten und mit meinem Masterstudium praktische Erfahrungen zu sammeln. Außerdem konzentrierte ich mich darauf, meine soft skills zu verbessern, mich an eine neue Kultur anzupassen und ihre Denkweise zu verstehen und zu respektieren. Mein Masterstudium an der TU Chemnitz hat meine Erwartungen definitiv erfüllt.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre?

Momentan konzentriere ich mich auf meine aktuellen Projektaktivitäten. Seit Beginn des Jahres bin ich für ein neues Projekt und Forschungsthema verantwortlich, das ich bis Ende 2020 umsetzen möchte. Ich habe bei Continental den Karriereweg „Continental Expert Career“ gewählt. Das bedeutet, dass ich mir umfassendes Wissen in Bezug auf mein Themengebiet aneigne und dieses an andere Personen im Unternehmen in Form von Schulungen weitergebe. Ab Anfang 2021 plane ich, für zwei Jahre in den USA oder Ungarn für Continental zu arbeiten. Nach dieser Auslandserfahrung werde ich in meinem Interessengebiet nach Führungsmöglichkeiten suchen.

Gibt es einen Rat, den Sie unseren derzeitigen Studenten geben möchten?

Versucht, während des Studiums theoretisches Wissen praktisch umzusetzen. Praktika und die Mitarbeit an Projekten sind dafür besonders wichtig. Für mich ist auch eine gute Work-Life-Balance sehr wichtig, weil sie mir hilft, sehr produktiv und effizient zu arbeiten. Die TU Chemnitz ist eine der besten Universitäten. Ich bin mir sicher, dass die Studierenden in guten Händen sind. Ich wünsche den derzeitigen Studierenden viel Erfolg für die Zukunft. Versucht innovativ und produktiv zu sein und macht die Welt jeden Tag ein Stückchen besser!

Weitere Informationen erteilt Evamaria Moore, Internationale Alumnikoordinatorin der TU Chemnitz, Tel. +49 (0)371 531-37740, E-Mail alumni@tu-chemnitz.de.

(Interview: Evamaria Moore)

Matthias Fejes
25.04.2019

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