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Homebase Chemnitz: Zeit für Geistesblitze

Dr. Markus Härtel ist Absolvent der TU Chemnitz und bringt seine Expertise im Bereich Werkstofftechnik als Maschinenbauingenieur bei thyssenkrupp in Chemnitz ein

Gleich nach seiner Promotion im November 2017 wagte Markus Härtel den Schritt in die Wirtschaft: „Bei meiner ersten Initiativbewerbung bei thyssenkrupp gab es die Stelle als Werkstoffexperte, die ich heute habe, noch gar nicht. Know-how aus der Werkstofftechnik kam durch die Zusammenarbeit mit anderen Standorten und externen Partnern zu thyssenkrupp nach Chemnitz“, erinnert sich Markus Härtel. „Ein halbes Jahr später sah die Sache dann schon anders aus. Als meine heutige Stelle ausgeschrieben wurde, setzte ich mich gegen die anderen Bewerber durch.“ Seine an der Technischen Universität Chemnitz erworbene Expertise bringt Markus Härtel seitdem am Standort Chemnitz ein.

Härtels Schwerpunkt liegt im Bereich der Werkstofftechnik und Werkstoffwissenschaft. „Umgangssprachlich sagt man statt Werkstoff ja ‚Material‘. Wir meinen damit Material, das für eine technische Verwendung bestimmt ist“, erklärt Härtel. „Ich leite die Fachgruppe Betriebsfestigkeit und Werkstoffe und beschäftige mich vor allem mit der Schadensanalyse und Bewertungen von Grenzfragen in Nockenwellen. Dazu arbeite ich unter anderem mit Mikroskop-Aufnahmen und führe Messungen diverser mechanischer Kennwerte durch.“

Sprung von der Universität in die Wirtschaft – Höhere Taktzahl

Der Wechsel von einer Anstellung an der Universität zu einem Unternehmen der freien Wirtschaft empfand der Ingenieur als Umstellung: „Die Taktzahl ist doch höher. Wir haben drei bis vier kurze, zielorientierte Meetings pro Tag. Der Austausch mit den Kollegen im Team ist viel intensiver und es wird auf jeweils sehr hohe fachliche Kompetenz gebaut und vertraut. Probleme werden jederzeit auch vor Vorgesetzten angesprochen und immer gleich eine mehrheitliche Lösung festgelegt.“ Außerdem sei in einem Unternehmen der freien Wirtschaft alles kostengetrieben. Wenn die Kosten eines Produktes den Nutzen deutlich übersteigen, dann habe das Produkt keine Zukunft, macht Härtel deutlich.

Promotion als Ziel stets vor Augen – Vorbild in der Familie

Auch wenn bei seinem jetzigen Arbeitgeber akademische Titel im Arbeitsalltag keine Rolle spielen – der gebürtige Karl-Marx-Städter hatte dennoch immer die Promotion als Ziel vor Augen. „Mein Vater ist auch promoviert und hat mich niemals dazu gedrängt, aber wenn man das in der Familie als Vorbild hat, dann will man das einfach.“

Nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium in Dresden entschied sich Markus Härtel im Oktober 2007 für ein Studium in Chemnitz. Er profitierte von den guten Studienbedingungen und nutze seine Promotion auch für einen Studienaufenthalt in Kanada. „Mein Doktorvater Prof. Martin F.-X. Wagner von der TU Chemnitz hat mich immer unterstützt und mir viele Freiheiten gelassen. Auch meine interkulturellen Kompetenzen konnte ich neben dem Aufenthalt in Kanada auch durch zahlreiche Reisen zu Tagungs- und Forschungszwecken ins Ausland erweitern. Privat reise ich auch gern. Aber es ist gut, eine Homebase zu haben, und die ist Chemnitz für mich.“

Synergien zwischen Forschung und Transfer

Seit 2007 werden Nockenwellen und Rotorwellen von thyssenkrupp in Chemnitz hergestellt und weiterentwickelt. Daran ist auch Markus Härtel beteiligt. Ihm ist es als TU-Absolvent auch wichtig, Synergien zwischen Forschung und Transfer herzustellen. In unmittelbarer Nähe des Campus-Standortes der TU in der Raabestraße arbeiten mittlerweile etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von thyssenkrupp, davon mehr als 30 in der Forschung und Entwicklung. „Zwischen uns und dem TU-Campus verlaufen noch alte Eisenbahnschienen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese wie eine imaginäre Grenzlinie zwischen uns und der Universität stehen. Viele meiner ehemaligen Kollegen an der Universität wussten zum Beispiel nicht, dass bei uns auch geforscht wird.“

Kooperationen mit der TU vorantreiben

In Zukunft möchte Härtel die Zusammenarbeit mit der Universität weiter ausbauen. Er kooperiert weiterhin mit der TU Chemnitz, schreibt an Publikationen gemeinsamer Forschungsprojekte und unterstützt sein ehemaliges Institut mit seiner Expertise in Lehrveranstaltungen und Seminaren: „Wir sind an Kooperationen, Entwicklung und Vernetzung sowie dem Wissenstransfer interessiert. Schließlich brauchen wir auch Nachwuchsfachkräfte.“

Der Universität habe er viel zu verdanken. Deshalb möchte er – was für ihn folgerichtig ist – auch etwas zurückgeben: „Auch ich habe mich als Student mal als Praktikant bewiesen. Heute haben andere Studenten bei uns im Unternehmen die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln. Man muss das Gelernte auch teilen.“ Härtel ist davon überzeugt, dass es nicht genüge, sich zurückzulehnen: „Wir bei thyssenkrupp Presta wollen wachsen und ein Leben lang lernen, unser Wissen teilen und neuen Input bekommen.“

TU-Studium empfehlenswert

Ein Studium an der TU Chemnitz würde er klar empfehlen. Die kleineren Matrikelzahlen geben den Studierenden beim Studium einen klaren Vorteil im Betreuungsverhältnis. Außerdem sei man hier nicht so abgelenkt. „Viele fahren am Wochenende zurück in ihre Heimatstadt und wohnen im Erzgebirge, wo sie dann auch ihre Freizeit verbringen. Für jene, die hier bleiben, haben wir mit dem Atomino, dem Weltecho, dem Club der Kulturen und dem Clubkino Siegmar auch genug Angebote, um ein schönes Wochenende zu verbringen. Wenn man etwas erleben will, dann erlebt man was.“

Außerdem war Markus Härtel in den vergangenen Jahren als Ausgleich viel mit dem Fahrrad im Raum Chemnitz unterwegs. „Ich liebe es, dass es hier auch immer mal bergauf geht. Das gibt einem viel Zeit zum Denken und brachte viele Geistesblitze hinsichtlich meiner Projekte und meiner Promotion.“

Hintergrund: 9. Alumni-Treffen 2019 am 4. Mai 2019

Treffen Sie Dr. Markus Härtel und andere Alumni der TU Chemnitz am 4. Mai 2019 von 14-18 Uhr beim 9. Alumni-Treffen. Um 15 Uhr in der Bar Ausgleich in der Mensa des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau geben Alumni und Alumnae verschiedener Fachrichtungen kurze Impulsvorträgen und berichten über ihre Erfahrungen. Anschließend bleibt genug Zeit für persönliche Gespräche und zum Netzwerken.

Das 9. Alumni-Treffen wird von der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH, dem Gründernetzwerk SAXEED und dem Career Service der TU Chemnitz unterstützt.

Die Anmeldung zum 9. Alumni-Treffen ist online möglich: mytuc.org/sgkc

(Autorin: Evamaria Moore)

Matthias Fejes
23.04.2019

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