Navigation

Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
„Uni aktuell“-Meldungen
Uni aktuell Campus

Wichtiger „Ankerpunkt“ für Studierende mit Kind

10 Jahre Zwergencampus: Siglinde Ruhmer betreut Kinder von Studierenden, wenn abendliche Lehrveranstaltungen oder Prüfungen anstehen - Familiengerechte Hochschule profitiert vom Betreuungsangebot

Studieren mit Kind - das ist für Betroffene meist eine große Herausforderung. Für die Teilnahme an abendlichen Lehrveranstaltungen stellt sich manchen Eltern die Frage: „Was mache ich in dieser Zeit mit meinem Kind?“ Seit 2006 ist die Technische Universität Chemnitz als „Familiengerechte Hochschule“ zertifiziert. Und der Zwergencampus des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau leistet dazu seit 2008 einen wichtigen Beitrag. Jüngst feierte der Zwergencampus seinen zehnten Geburtstag. Anja Schönherr, damals  Sachgebietsleiterin für Soziale Dienste, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit beim Studentenwerk und heute dessen Geschäftsführerin, erinnert sich: „Die TU Chemnitz wollte familienfreundlicher werden. Gerade für späte Lehrveranstaltungen gab es Bedarf an einer Kurzzeitbetreuung für Kinder von Studierenden. Und da saß das Studentenwerk mit im Boot. Wir hatten geeignete Räume mit einem Außenzugang und Küche und haben ein passendes Konzept entwickelt. Aber klar war, dass der Zwergencampus keinen Ersatz als Kita-Platz bietet, höchstens eine Ergänzung“, so Schönherr.

Von Anfang an als Betreuerin dabei ist Siglinde Ruhmer. Die ehemalige Lehrerin wollte auch nach ihrer Berufstätigkeit weiter Kontakt zu Kindern halten und meldete sich auf Grund eines Zeitungsartikels über die Pläne für eine Kurzzeitbetreuung beim Studentenwerk. Was macht aus ihrer Sicht den Zwergencampus aus? „Beständigkeit. Und ein sehr persönlicher Umgang mit den Kindern und ihren Eltern“, so Ruhmer. Neben einem Zimmer mit vielen Spielangeboten und einer Küche bietet vor allem ein großer Holztisch einen zentralen Platz. So, wie bei vielen anderen zuhause der Küchentisch, an dem über Gott und die Welt gesprochen wird. Der Zwergencampus sei für viele Kinder und ihre Eltern ein Ankerpunkt, wo sie sich wohlfühlen: „Studierende mit Kind haben zu einem Großteil ganz andere Themen und Probleme, als Studierende ohne Kind. Bei uns kommen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern miteinander in Kontakt“, erzählt die Kinderbetreuerin. Für ganz praktische Themen können sie sich bei anderen Eltern Rat holen – oder auch bei Ruhmer selbst. „Für ausländische Studierende ist unsere Betreuung sogar ein wichtiger Baustein für die Integration. Nicht nur, weil die Kinder hier Deutsch sprechen lernen und üben können.“ Themen seien oft praktischer Natur, beispielsweise behördliche Dinge oder die Wohnungssuche. Aber gesprochen wird auch über schwierige Familienverhältnisse, wenn etwa Mutter und Vater getrennt voneinander leben. Da biete der Zwergencampus quasi einen „neutralen Boden“, sagt eine Studentin am Küchentisch: „Es hat sich im Grunde zu einem Begegnungszentrum entwickelt, zusätzlich zur Kinderbetreuung.“

Die Zusammensetzung der Besucher hat sich über die Jahre verändert. Es ist internationaler geworden, ganz wie die Universität. Einige Kinder und ihre Eltern kommen zum Beispiel aus Vietnam, Südkorea oder China. Ganz nach Bedarf richtet sich, ob das Kind öfter oder seltener, über einen längeren Zeitraum oder nur für ein halbes Jahr in den Zwergencampus kommt. Auch in Notfällen ist Siglinde Ruhmer manchmal Anlaufpunkt.

Die schönste Anerkennung sei für Siglinde Ruhmer, wenn die Kinderaugen strahlen. Und hin und wieder wird sie zu Schulanfängen oder Graduiertenfeiern der studierenden Eltern eingeladen und bekommt gesagt: „Siglinde, ohne Sie hätten wir das Studium nicht geschafft.“ Und mit manchen Eltern steht die Kinderbetreuerin auch lange nach der Studienzeit nach über zehn Jahren noch im Kontakt.

Die Betreuung der Kinder im Zwergencampus ist für Studierende kostenfrei. Während der Öffnungszeiten besteht auch die Möglichkeit, das Abendessen von der Mensa in Anspruch zu nehmen. Auch das ist für Kinder bis bis zu einem Alter von sieben Jahren kostenfrei. Bis zu sechs Kinder im Alter von zwei Monaten bis 6 Jahren nimmt der Zwergencampus des Studentenwerks an einem Nachmittag gleichzeitig auf. In Prüfungszeiten bietet der Zwergencampus auch zusätzliche Betreuungszeiten an.

Anmeldung und Öffnungszeiten: https://www.swcz.de/de/sozialesberatung/soziales/studieren-mit-kind/

Hinweis: Während der Prüfungs- und vorlesungsfreien Zeit bietet der Zwergencampus individuelle Betreuungszeiten und hat nicht zu festen Zeiten geöffnet. Anmeldungen unter zwergencampus@swcz.de

(Autor: Ulf Walther)

Mario Steinebach
08.02.2019

Mehr Artikel zu:

Alle „Uni-aktuell“-Artikel
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

Presseartikel