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„Uni goes UNO“

Im März 2019 vertreten Studierende als „Nachwuchs-Diplomaten“ der Republik Senegal die TU Chemnitz bei der weltweit größten und bedeutendsten Simulation der Vereinten Nationen in New York

Vom 24. bis 28. März 2019 wird die Technische Universität Chemnitz bereits zum 16. Mal eine Delegation zu der National Model United Nations-Konferenz (NMUN) in New York schicken. Die Delegierten werden im Rahmen der ältesten, größten und professionellsten Simulation der Vereinten Nationen mit über 5.500 studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt über aktuelle Herausforderungen und Konfliktherde der Weltpolitik debattieren und gemeinsam Lösungen entwickeln. Studierende von Hochschulen aus mehr als 40 Ländern vertreten einen der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und dessen Interessen und Positionen. Das ihnen zugewiesene Land und die Arbeit der Organisation werden dabei so realitätstreu wie möglich simuliert.

„Wir sind die Republik Senegal!“

Wie in den vergangenen 15 Jahren stellen sich auch Chemnitzer Studierende dieser Herausforderung. Sie repräsentieren 2019 die Republik Senegal und werden in neun Komitees ein weites Themenspektrum verhandeln: Drei Komitees der Generalversammlung werden sich mit nuklearer Abrüstung, dem Zugang zu nachhaltiger Energie, dem Problem hoher Auslandsverschuldungen, dem Kampf gegen Menschenhandel und der Stärkung von humanitärer Hilfe in Katastrophengebieten auseinandersetzen. Die Themen sind dabei eng mit der Umsetzung der im Januar 2016 in Kraft getretenen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung verbunden. Zudem werden sich die „Nachwuchs-Diplomaten“ in der Umweltversammlung der Vereinten Nationen mit der Erhaltung von Ökosystemen und der zunehmenden Meeres- und Luftverschmutzung und in der UN-Klimakonferenz zur UN-Klimarahmenkonvention gezielt mit nachhaltiger Landwirtschaft und der Rolle der Jugend bei der Umsetzung des Übereinkommens von Paris beschäftigen. Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) adressiert den Schutz von Weltkulturgütern in Konfliktzonen sowie die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Terrorismus. Der Sonderausschuss für Friedenssicherungseinsätze debattiert über Möglichkeiten der besseren Nutzung von Technologien für Friedenseinsätze der Vereinten Nationen oder höherer Verantwortung und Disziplin während diesen Einsätzen. Im Gremium des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) geht es um die sichere Rückführung und Reintegration von Binnenflüchtlingen und der Menschenrechtsrat (HRC) schaut sich gezielt die Menschenrechte für Minderjährige und Jugendliche Migranten an. Die Ergebnisse der erarbeiteten Resolutionen werden an die UNO weitergeleitet, die in der Vergangenheit Ideen der Studierenden aufgegriffen und auch umgesetzt hat.

Regionale und interdisziplinäre Erfahrungen

Bei dieser Bandbreite an Themen und Schwerpunkten ist es von großem Vorteil, dass die Chemnitzer Delegierten in zwölf Studiengängen an vier Fakultäten der TU studieren und so ausgezeichnet voneinander profitieren können. „Das NMUN-Projekt ist also nicht nur für Politikwissenschaftler interessant, sondern ist auch für Studierende anderer Studienrichtungen ein attraktives Angebot, da bei internationalen Organisationen, wie den Vereinten Nationen, auch die Expertise von Technikern, Psychologen oder Ökonomen immer mehr nachgefragt wird. Die Teilnehmer erfahren, dass ihre an der TU Chemnitz erworbenen Fähigkeiten und theoretischen Kenntnisse in der Praxis gewinnbringend einsetzbar sind und ihnen ermöglichen, gesellschaftliche Herausforderungen fachübergreifend zu lösen“, sagt Jakob Landwehr, Mitarbeiter der Professur für Internationale Politik der TU und Faculty Advisor der Chemnitzer Delegation. Nachdem die Technische Universität in den letzten drei Jahren Tschad (2016), die Zentralafrikanische Republik (2017) und die Demokratische Republik Kongo (2018) vertreten hat, ist zudem der Pool an regionalen Experten und Kontakten immer mehr gewachsen, was eine zielgerichtete und umfangreiche Vorbereitung ermöglicht.

Der lange Weg in die USA

Der Weg von Chemnitz nach New York beinhaltet wöchentliche Sitzungen, in denen Länderkunde, Wissen und Regelkunde zu den Vereinten Nationen, Rhetorik und Verhandlungsskills vermittelt und geübt werden. Chemnitzer Delegierte konnten dieses Wissen bereits am 23. und 24. November 2018 in der Praxis bei der „Chemnitzer Model United Nations“ (ChemMUN) zusammen mit anderen Studierenden testen. Die Simulation, die als Teil des Seminars „Die Vereinten Nationen und der internationale Kampf gegen den Terrorismus“ als Studium Generale angeboten wird, stand allen Studierenden der Universität offen. Bei einer weiteren Simulation, die vom 18. bis 20. Januar 2019 in Erfurt stattfindet, hat die diesjährige NMUN-Delegation noch eine letzte Generalprobe vor der Reise in die USA. Dort wird im März zunächst eine Exkursion nach Washington erfolgen, wo die Delegation die Möglichkeit hat sich mit Entscheidungsträger/innen aus der Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft auszutauschen.

Vereinte Nationen an der TU Chemnitz

Neben den eigenen Vorbereitungen auf das zu repräsentierende Land versucht die Chemnitzer Delegation zudem immer zum interkulturellen Austausch beizutragen und auch anderen Studierenden mehr über das zu vertretene Land näherzubringen. Bei einem Ländertag am 10. Januar 2019 gibt die Chemnitzer Delegation in Kooperation mit anderen Hochschulgruppen und externen Gästen einen Einblick in die Herausforderungen des Landes und des Kontinentes. Zusätzlich zu Vorträgen gibt es bunte Programmpunkte. Der Ländertag wird im Club der Kulturen stattfinden. Das detaillierte Programm ist in Kürze auf der NMUN-Homepage verfügbar.

Stichwort: National Model United Nations-Simulation (NMUN)

Die National Model United Nations-Simulation ist fast so alt wie die UNO selbst. Unter den zahlreichen weltweiten Konferenzen ist sie die älteste, größte und professionellste Simulation. Das Hauptziel dieser Konferenz ist es, sich offen und unvoreingenommen mit den Positionen anderer Länder und Kulturen auseinanderzusetzen, die komplexen Zusammenhänge internationaler Sachverhalte und Verhandlungen zu verstehen und zu lösen und dabei Verhandlungsgeschick und diplomatisches Feingefühl zu schulen. Seit 2004 nehmen Delegationen der TU Chemnitz unter Leitung der Professur Internationale Politik an NMUN teil und wurden bereits mehrfach mit Awards für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Dabei ist die TU Chemnitz die einzige sächsische Universität, die sich Jahr für Jahr dieser Herausforderung stellt.

Weitere Informationen erteilt Jakob Landwehr, Telefon 0371 531-34645, E-Mail jakob.landwehr@phil.tu-chemnitz.de.

Homepage des NMUN-Projekts der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/nmun

(Autor: Jakob Landwehr)

Mario Steinebach
19.12.2018

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