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TU Chemnitz und chinesische Millionenmetropole Hefei schließen Kooperationsabkommen

Gründung eines Deutsch-Chinesischen Technologie-Institutes vereinbart - Zusammenarbeit im Hochtechnologiebereich geplant - Wirtschaftsförderung Sachsen unterstützt Anbahnung und Umsetzung

  • 2 Männer unterzeichnen Vertrag, 9 Männer und eine Frau stehen dahinter
    Ein neuer Brückenschlag von Sachsen nach China: Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung wird der Weg frei zur Gründung eines gemeinsamen Technologie-Institutes in Hefei. Im Bild: Mr. Changfu Lv (l.), Deputiy Director der Hefei High Tech Development Zone, und Prof. Dr. Maximilian Eibl, Prorektor für Lehre und Internationales der TU Chemnitz, unterschreiben den Vertrag. Foto: privat

Die Technische Universität Chemnitz und die Hefei New and High Technology Industrial Developing Zone haben in der vergangenen Woche eine Absichtserklärung zur zukünftigen Zusammenarbeit und zur Gründung eines gemeinsamen Technologie-Institutes geschlossen. Dazu Prof. Dr. Maximilian Eibl, Prorektor für Lehre und Internationales der TU Chemnitz: „Die Stadt Hefei gehört zu den Regionen in China mit der höchsten wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Dynamik. Insbesondere die dortigen Aktivitäten im Bereich Manufacturing und IT sind für uns von besonderem Interesse. Zugleich ist die TU Chemnitz eine der internationalsten Universitäten Deutschlands. Etwa 25 Prozent unserer Studierenden kommen aus dem Ausland. Wir sehen diese Kooperation sowohl in gemeinsamer Forschung und Lehre, als auch im Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft. Schwerpunkte liegen für uns in der ressourceneffizienten Produktion, im Leichtbau und bei der Umsetzung von Industrie 4.0.“

Die praktische Umsetzung des Abkommens erfolgt in Zusammenarbeit mit der TUCed GmbH, einem An-Institut der TU Chemnitz für Transfer und Weiterbildung. Deren Geschäftsführer Claus-Peter Held erklärt: „Wir werden jetzt sehr schnell konkret und erste Weiterbildungsangebote in den relevanten Themen an den Start bringen.“ Initiator und Durchführer vor Ort in Hefei ist die SisTeam GmbH aus Dresden, die den Bedarf und die Umsetzungsmöglichkeiten der Kooperation seit über zwei Jahren in China geprüft hat. Geschäftsführer Dr. Frank Löschmann: „Wir haben großes Interesse daran, jetzt schnellstmöglich ein Masterprogramm für Produktionsmanagement aufzustellen und dieses gemeinsam mit dem zu gründenden Institut umzusetzen. Auch Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollen folgen.“

Das Kooperationsabkommen war in Hefei im Beisein von Vertretern der Regierung der Provinz Anhui, Vertretern der Stadt Hefei und auch der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) unterzeichnet worden. Dr. Peter Homilius, Abteilungsleiter für Strategie, Branchen und Marketing bei der WFS: „Sachsen besitzt gerade im Bereich der anwendungsorientierten Forschung zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen und hat internationales Gewicht im Maschinen- und Anlagenbau. Einzigartig aber ist die gesamte industrielle Basis Sachsens, die sich gegenseitig befruchtende Verbindung hervorragender Kompetenzen gerade der Bereiche Mikroelektronik/IKT/Software, Automobil und Textil. Gerade das hat die chinesische Seite davon überzeugt, dass Sachsen ein kompetenter und nützlicher Kooperationspartner bei Hochtechnologien wie Industrie 4.0 /Industrieller IoT, Leichtbau, neuen Materialien, Sensortechnik und energieeffiziente Verfahren ist.“

Hintergrund: Hefei

Die Hefei Hightech Zone ist einer der großen Industrieparks dieser Art in China, in denen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in zukunftsfähigen Hochtechnologiefeldern angesiedelt werden. Schwerpunktthemen in der 8-Millionen-Metropole, Hauptstadt der Provinz Anhui, sind Quantencomputertechnik, Künstliche Intelligenz sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Große deutsche Unternehmen wie Continental und Volkswagen sind hier bereits im Rahmen von Joint-Ventures aktiv. Die Stadt beherbergt auch eine Vielzahl von Universitäten und vergleichbaren Bildungseinrichtungen und gilt als eines von vier von der chinesischen Regierung geförderten Zentren der Hochschulausbildung. Hefei ist zudem Teil der „Made in China 2025“-Strategie. Erste ehrgeizige Schritte gelten der Modernisierung von Produktionsanlagen und der Substitution ausländischer Technologieimporte durch eigene Innovationen. Partner wie Deutschland, respektive Sachsen, mit seinen exportstarken Hochtechnologiebranchen und seiner Innovationskraft gerade im Bereich moderner Produktionstechnologien sind gern gesehen.

Letztlich geht auch das Kooperationsabkommen zwischen Chemnitz und Hefei auf die „Strategische Innovationspartnerschaft“ zwischen Deutschland und China aus dem Jahr 2014 und die bis dato mehrfach bekräftigte Zusammenarbeit in Forschung, Bildung und Innovation zurück. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Programmen der deutschen Regierung zu Industrie 4.0 und der chinesischen Regierung zu „Made in China 2025“ bieten hervorragende Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen Universitäten und High Tech Unternehmen – wie nun zwischen Hefei und Sachsen. China ist wichtigster Handelspartner Sachsens. Im Jahr 2017 wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von sechs Milliarden Euro nach China exportiert und im Wert von 1,5 Milliarden Euro nach Sachsen importiert.

Mario Steinebach
06.12.2018

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