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Sportlicher Höhenflug auf höchsten Gipfel Ozeaniens

TU-Student Jost Kobusch besteigt die Carstensz-Pyramide solo und findet neue Route

Jost Kobusch (26) ist Profi-Bergsteiger, studiert an der Technischen Universität Chemnitz Sports Engineering und hat nun erfolgreich und solo die sogenannte Carstensz-Pyramide (Papua/West-Neuguinea) bestiegen. Die Carstensz-Pyramide ist mit 4.884 Meter Höhe der höchste Berg Ozeaniens (Pazifik) und weltweit der höchste Berg auf einer Insel. Benannt ist sie nach dem niederländischen Seefahrer Jan Carstensz, der im 17. Jahrhundert in Europa den Berg erstmals beschrieb. Der Berg gilt als einer der technisch anspruchsvollsten „Seven Summits“. Damit werden die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente bezeichnet.

Den Gipfel erreichte Kobusch als Höhepunkt einer mehrmonatigen Expedition durch den indonesischen Dschungel in der Mittagszeit des 13. August 2018 über die Messner-Route. Die gesamte Expedition dauerte von Ende Juli bis Mitte Oktober 2018. In dieser Zeit gelangen Kobusch insgesamt sechs Besteigungen der Carstensz-Pyramide, darunter eine von ihm erstbegangene Route.

Die Route am Berg startete für den TU-Studenten völlig durchnässt – und mit nur noch einer Scheibe Toastbrot als Proviant: „Das war der schwierigste Zustieg, den ich jemals erlebt habe“, sagt TU-Student Kobusch.

Expedition unter außergewöhnlichen Umstände

„Die Expedition war aus verschiedenen Gründen außergewöhnlich“, sagt Jost Kobusch. Schon der Zustieg auf den Berg sei für Kobusch durch die enorme Nässe in der Region extrem intensiv gewesen: „Das Problem war, dass es wirklich jeden einzelnen Tag geregnet hat. Bei knietiefer Matsche lief ich fast 100 Kilometer durch wilde Natur“, sagt Kobusch. Begleitet wurde er von Trägern, die zugleich die „aktivsten Rebellen der Region sind“. Die Minen-Region Sulawesi gilt als politisch instabil und umkämpft. Vor diesem Hintergrund sei die Expedition nicht nur sportlich, sondern auch mental eine Herausforderung gewesen.

Letztlich zieht Kobusch ein positives Fazit von seiner Expedition: Nicht nur, dass er die Carstensz-Pyramide solo bestiegen und eine neue Route gefunden hat, er sei zudem besonders umweltbewusst unterwegs gewesen: „Ich wollte auf Helikopter verzichten und zeigen, dass man so eine Expedition auch unter sehr geringem Ressourceneinsatz und sehr umweltschonend gestalten kann – das habe ich geschafft“, so Kobusch.

Aber Ziele und Höchstleistungen setzt sich Kobusch nicht nur beim Bergsteigen, sondern auch beim Studium. Von seinen sportlichen Leistungen beflügelt, startet er nun ins Wintersemester. Dabei ist die erfolgreiche Papua-Expedition für Kobusch kein Grund, die Kletterschuhe an den Nagel zu hängen. Für Ende dieses ist Jahres bereits die nächste Großexpedition geplant. Das Spitzensportler-Programm an der TU Chemnitz gibt ihm dazu den nötigen Freiraum.

Matthias Fejes
26.10.2018

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