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MERGE-Technologie international mit Gold ausgezeichnet

Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung erhält Goldmedaille für Technologiekombination auf internationaler Fachmesse in Polen

Die zukunftsorientierte Schlüsseltechnologie „Leichtbau“ zeichnet sich durch eine ressourcenschonende Produktionsweise und die optimale Kombination verschiedener Materialien und Werkstoffgruppen aus. Dass diese nachhaltige Bauweise unter Einsatz neuartiger Technologien, die an der Technischen Universität Chemnitzer erforscht werden, für zukünftige Serienanwendungen relevant sind und in der Branche einen hohen Stellenwert einnehmen, belegt nun auch die Auszeichnung im Rahmen der 22. Plastpol, der internationalen Fachmesse für Kunststoff- und Gummiverarbeitung, die vom 22. bis 25. Mai 2018  in Kielce (Polen) stattfand. In der Kategorie „Kunststoffverarbeitungstechnologien“ erhielt die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz die Goldmedaille für die Fertigungstechnologie „Light-Hybrid-Composites“.

„Ich freue mich außerordentlich über die Auszeichnung unserer Technologien auf der Plastpol. Diese Ehrung zeigt nicht nur die Relevanz unserer Forschung, sondern auch den hohen Grad der Internationalisierung und unsere grenzübergreifenden Bemühungen, vor allem mit unseren Partnern in Polen“, sagt Prof. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE und Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung.

Mit ausgezeichneter Hybrid-Technologie in die Zukunft

Die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung und der Bundesexzellenzcluster MERGE präsentierten sich in Polen gemeinsam mit dem Kooperationspartner Dopak, einem Breslauer Kunststoffunternehmen unter der Führung von Ursula Steiner, Mitglied im Industriebeirat von MERGE. Neben der Ausstellung von Demonstratoren für mobile Anwendungen, darunter eine ICE-Kupplung, Pkw-Felge, ein Batterieträger sowie eine Rücksitz-Durchlade und Fahrzeug-Koppelstreben in Leichtbauweise, lag der Fokus insbesondere auf der ausgezeichneten hybriden Technologiekombination aus Thermoformen und Spritzgießen.

In einem gemeinsamen Projekt mit Industriepartnern soll nun darauf aufgebaut und zudem die erfolgreiche Prozesskette erweitert und mit einem thermoplastischen Kunststoff, dem sog. expandierten Polypropylen, verbunden werden. Ziel der Forschung ist die Herstellung einer verstellbaren Kindersitz-Kopfstütze, die von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung in Kooperation mit der polycomb GmbH aus Thüringen und Avionaut (KARWALA sp.z o. o.) aus Polen entwickelt und in der prämierten Technologiekombination hergestellt wird. Neben der Berücksichtigung der neuesten Richtlinien zur Kindersitz-Zulassung soll vor allem die Masse-Einsparung im Vordergrund stehen. Verbindungselemente wie Schrauben und Nieten wollen die Partner durch neuartige Fügeverfahren ersetzen und so gute Dämpfungseigenschaften erzielen.

Hintergrund: Polnische Leitmesse „Plastpol“

Die Leitmesse der Kunststoffbranche in Polen mit Ausstrahlungskraft auf Mittel- und Osteuropa fand bereits zum 22. Mal statt. Auf der diesjährigen Plastpol kamen nach Veranstalterangaben etwa 750 internationale Aussteller und mehr als 17.000 Fachbesucherinnen und -besucher zusammen, um Produktneuheiten der Kunststoffindustrie einzuführen, potentielle Kunden zu treffen und Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Führende Unternehmen aus dem Bereich Kunststoffverarbeitung präsentierten Maschinen und Anlagen, Formen und Werkzeuge sowie eine Vielzahl an Kunststoffen, Kunststofferzeugnissen, Recyclingtechnologien, IT-Lösungen speziell für die Kunststofffertigung und Verpackungstechniken. Außerdem wurden in zwei parallel zur Messe stattfindenden Konferenzen sowie mehreren Fachseminaren, Workshops und Vorträgen neue Systemlösungen für die Kunststoffverarbeitung sowie technologische Weiterentwicklungen und Trends der Branche vorgestellt. Der diesjährige Fokus der Veranstaltung lag auf dem Thema „smart production“.

Hintergrund: Schlüsseltechnologie Leichtbau im Bundesexzellenzcluster MERGE

Der Bundesexzellenzcluster „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE) der TU Chemnitz ist der erste und einzige Bundesexzellenzcluster auf dem Gebiet der Leichtbauforschung. Ziel ist es, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen sowie gleichzeitig Bauteile und Halbzeuge mit Sensorik und Aktorik auszustatten. Mehrkomponentenbauteile können dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden. In MERGE sind auch Großunternehmen und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eingebunden, die komplementär die Wertschöpfungskette „Vom Werkstoff zur Leichtbaustruktur“ abbilden. Die Projektergebnisse des Clusters bedienen bereits führende Märkte der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, des Maschinenbaus und der Mikrosystemtechnik.

Mit „MERGY“ in neue Leichtbau-Dimension starten

Ein kurzer Clip des Bundesexzellenzclusters MERGE mit dem kleine Roboter "MERGY" veranschaulicht leicht verständlich und auf amüsante Weise die Chemnitzer Leichtbau-Forschung.

(Autorin: Diana Ruder)

Matthias Fejes
15.06.2018

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