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Chemnitzer Messtechniker überzeugen auf internationalem Parkett

Professur für Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz erhielt auf größter internationaler Fachkonferenz Auszeichnungen

Im Rahmen der jährlichen Fachkonferenz des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) in Houston, der „Instrumentation and Measurement Technology Conference (I2MTC)“, wurde die Professur für Mess- und Sensortechnik (Prof. Dr. Olfa Kanoun) der Technischen Universität Chemnitz in der Sektion „Instrumentation and Measurement“ erneut ausgezeichnet. Die Chemnitzer Sensor- und Messtechniker sowie -technikerinnen erhielten eine Auszeichnungen in der Kategorie „Faculty Course Development Award“ und erreichten den 2. Platz im „Best Paper Award“. Bereits in der Vergangenheit wurden die Chemnitzer mit Preisen der IEEE geehrt, darunter 2016 und 2008

10.000 Dollar für bessere Praxis in Instrumentierungskursen

Für den Faculty Course Development Award rief die Instrumentation and Measurement Society der IEEE dazu auf, neue Kurse im Bereich „Messtechnik“ zu entwickeln oder bestehende zu modernisieren. Von allen Bewerbungen weltweit werden jährlich maximal zwei Kurse unterstützt. Das an der TU Chemnitz entwickelte Modell „Experimentelle modulare Plattform für verbesserte praktische Kompetenzen in Instrumentierungskursen weltweit" gehört dazu. Der Preis ist nicht nur eine Auszeichnung für die hervorragende Idee, sondern beinhaltet auch eine finanzielle Unterstützung von 10.000 Dollar für die Konzipierung und Implementierung des Systems sowie für die Bereitstellung von wenigen Exemplaren zur Nutzung an der TU Chemnitz und an Partneruniversitäten.

„In unserem Modell geht es um die Entwicklung eines modernen Praktikumssystems für Messtechnik-Vorlesungen, basierend auf lizenzfreier Software und relativ kostengünstiger Komponenten“, erklärt Prof. Dr. Olfa Kanoun. Das Ganze sei modular in Koffer-Form aufgebaut und könne zur Unterstützung von sowohl Messtechnik als auch Sensorik-Vorlesungen eingesetzt werden. Zudem sei das Modell zum Selbstlernen genauso geeignet wie für Praktikums- oder Demonstrationsversuche. Außerdem sei es einfach erweiter- und programmierbar. „Mit diesem Vorhaben wollen wir Kollegen und Kolleginnen weltweit darauf sensibilisieren, dass die praktische Ausbildung eine unabdingbare Komponente in der Ingenieursausbildung ist und auch heutzutage mit kostengünstigen Mitteln realisiert werden kann“, erklärt Kanoun.

Energie aus Vibrationen gewinnen

Im Best Paper Award der IEEE-Konferenz 2018 errang die Professur Mess- und Sensortechnik den 2. Platz für ein Paper zum Thema „Energy Harvesting aus der Vibration“: „In dem Paper haben wir eine Lösung zum Gewinnen von Energie aus der Vibration vorgestellt. Damit können wir aus schwachen Vibrationen mit niedriger Amplitude und niedriger Frequenz ausreichend Energie für die Versorgung von drahtlosen Sensoren gewinnen“, erläutert Kanoun. Ein neuartiger drahtloser Sensor wurde darauf basierend in Form einer Sensorschraube implementiert. Diese hat den Vibrationswandler im Schaft. Im Schraubenkopf sei ein Sensor verbaut, der Daten messe und drahtlos kommuniziere. Damit lässt sich das Sensorsystem besonders einfach in Maschinen und Fahrzeugen installieren.

„Unsere Lösung verbindet mechanische und elektronische Anteile in optimaler Weise“, erklärt Olfa Kanoun. Sogar Teile des Energiemanagements, die normalerweise elektronisch gelöst würden und so selbst Energie verbrauchen, könnten passiv mechanisch realisiert werden. Damit kann das Energiemanagement gleichzeitig effizient und verbrauchsarm realisiert werden. „Die Arbeit ist auch Resultat einer internationalen Zusammenarbeit mit der University of Catania. Durch den vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanzierten sechsmonatigen Besuch von Dr. Carlo Trigona an meiner Professur konnten wir in beiden Universitäten vom gemeinsamen Erfahrungsaustausch stark profitieren“, sagt Kanoun.

Hintergrund: Die IEEE

Die IEEE ist die größte Organisation weltweit im Bereich Elektrotechnik und Elektronik. Sie untergliedert sich in zahlreiche Fachgruppen, darunter die „Instrumentation and Measurement Society“, die für die Sensor- und Messtechnik der TU Chemnitz große Bedeutung hat.

Informationen erteilt Prof. Dr. Olfa Kanoun, Professur für Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz, Tel.: +49 (0)371 531-36931, E-Mail olfa.kanoun@etit.tu-chemnitz.de

Matthias Fejes
29.05.2018

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