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77 Fragen für Selbstdenker

Prof. Dr. Kay Herrmann von der TU Chemnitz veröffentlicht kleines philosophisches ABC, das zum Nach- und Weiterdenken anregen soll

  • Ein mann steht neben einem Baum und hält ein aufgeschlagenes Buch in den Händen.
    Prof. Dr. Kay Herrmann: „Das kleine philosophische ABC sensibilisiert gegen fertige Deutungsschablonen, Ideologien, den Anspruch auf letztgültige Antworten und möchte zum Prüfen hergebrachter Normen motivieren.“ Foto: privat

„Philosophie scheint, besonders in der jetzigen Zeit, immer wichtiger zu werden. Die Gesprächs- und Diskussionskultur wird zunehmend von ideologischer Einflussnahme, populistischen Denkmustern und pseudoreligiösen Denkschablonen dominiert, die vorgefertigte und vermeintlich einfache Lösungen anbieten“, sagt Prof. Dr. Kay Herrmann. Er ist außerplanmäßiger Professor für Philosophie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftstheorie am Institut für Pädagogik der Technischen Universität Chemnitz. Kritisches Denken und Hinterfragen seien für die einen immer anstrengend und für die anderen unbequem. „Sie rütteln aber auch an althergebrachten Denkgewohnheiten und Machtansprüchen, was das philosophische Denken unbequem oder sogar gefährlich machen kann. Aber die Freiheit des Gedankens ist ein Wert, der nie aufgegeben werden sollte. Nur dann, wenn die Gedanken frei sind, wird das Leben auch glücklich, sinnvoll und erfüllt sein können“, so Herrmann. Sein nun im Verlag Königshausen u. Neumann erschienenes „Kleines philosophisches ABC“ soll Leserinnen und Leser durch eine Sammlung kleiner Artikel zum kritischen Nachfragen anregen, um sich gegen Vorurteile, Fehlschlüsse und Intoleranz positionieren zu können. Insgesamt „77 Fragen für Selbstdenker“ sind als Einführung in das philosophische Denken gedacht und richten sich an alle, die über wenig oder kein Vorwissen in Philosophie verfügen, aber Spaß am Nach- und Weiterdenken haben.

Themen wie Außenwelt, Bewusstsein, Freiheit, Gott, Ich, Liebe, Materie, Nichts, Objektivität, Realität, Schönheit, Sex und Zufall werden fragend behandelt. Dem Autor war es wichtig, nicht zu wiederholen, was in Wörter- oder Fachbüchern über diese Begriffe geschrieben steht. Vielmehr sollte verdeutlicht werden, wie die im Buch behandelten Konzepte und Fragestellungen mit unserem Leben verflochten sind und welche Widersprüche und Paradoxien sie implizieren. „Gerade Widersprüche und Paradoxien machen ausschließliche Antworten zumeist unmöglich. Entscheidend ist ein Nachdenken, das sich nicht auf der Oberfläche der Alltagsprobleme bewegt. Im Vordergrund sollen der Austausch von Gedanken und das Ringen um das beste Argument stehen. Entsprechend ist dies auch als Maßstab für politische Diskussionen zu verstehen: dialogbereit bleiben, die Position der anderen verstehen wollen und sich um das beste Argument bemühen. In diesem Sinne kann jeder Philosophie betreiben“, sagt Herrmann.

Bibliografische Angaben: Kay Herrmann, Kleines philosophisches ABC. 77 Fragen für Selbstdenker, Verlag Königshausen u. Neumann, 2026, 128 Seiten, ISBN 978-3-8260-9715-7, Preis 24,80 Euro

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Kay Herrmann, Institut für Pädagogik an der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz, E-Mail kay.herrmann@phil.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
02.03.2026

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