Kooperationsprojekt verbindet Grundschuldidaktik, Museumspädagogik und praxisnahe Lehrkräftebildung
Studierende der TU Chemnitz entwickeln mit der Stollberger Lern- und Erlebniswelt Phänomenia im Lehramtsseminar vier mathematische MINT-Exponate
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Eine Lehramtsstudentin der TU Chemnitz stellt den beiden Mitarbeiterinnen Doris Bradler und Anke Kugler von der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia in Stollberg die Funktionsweise ihres Exponats vor. Foto: Dr. Andreas Kirsche -
Die Studierenden werfen einen Blick hinter die Kulissen der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia in Stollberg. Foto: Dr. Andreas Kirsche
Im Sommersemester 2026 hatten Lehramtsstudierende der Professur Grundschuldidaktik Mathematik an der Technischen Universität Chemnitz im Rahmen eines Seminars zur Didaktik der Angewandten Mathematik für die Grundschule die Möglichkeit, sich intensiv mit museumspädagogischen Ansätzen im MINT-Bereich auseinanderzusetzen. Das von Dr. Andreas Kirsche, Wissenschaftler Mitarbeiter der Professur Grundschuldidaktik Mathematik des Zentrums für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung (ZLB) (Inhaberin: Prof. Dr. phil. Birgit Brandt) der TU Chemnitz konzipierte und organisierte hochschuldidaktische Projekt entstand aus einer Kooperation zwischen der TU Chemnitz und der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia in Stollberg, die im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts MINT-Fit vermitteltet wurde. Es widmete sich der Frage, wie interaktive Exponate mathematisches Wissen als Phänomen erfahrbar machen können.
Den Anfang der Veranstaltungsreihe machte ein Besuch in der Stollberger Lern- und Erlebniswelt Phänomenia. Die TUC-Studierenden konnten sich die bereits vorhandenen MINT-Exponate anschauen und auch einen Blick hinter die Kulissen der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia werfen. Das dabei aufgebaute intuitive Verständnis für eine erlebnisorientiere Museumspädagogik wurde im weiteren Seminarverlauf inhaltlich gefüllt und an mehreren Terminen in der Lernwerkstatt des Zentrums für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung (ZLB) umgesetzt. Dabei sind vier Exponate entstanden, die sich inhaltlich an den drei curricularen Leitideen „Größen und Messen“, „Zahl und Operation“ sowie „Raum und Form“ orientieren. Sie wurden am 10. Juli 2026 in der Lernwerkstatt von den Studierenden im Rahmen einer Prüfungsleistung vorgestellt. Neben den Studierenden und der Seminarleitung der Professur Grundschuldidaktik Mathematik der TU Chemnitz, waren auch Prof. Dr. Birgit Brandt, die Koordinatorin des Projekts MINT-FIT, Vanessa Selle, die Leiterin der Phänomenia, Doris Bradler, sowie ihre pädagogische Mitarbeiterin, Anke Kugler, anwesend.
Das Seminarkonzept orientierte sich am konstruktivistischen Dreischritt von Reiche (1996), der die Dimensionen Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion umfasst. Der Veranstaltungsort, die Lernwerkstatt, ist fester Bestandteil dieses Konzepts gewesen, da hier individuelles und gemeinsames Arbeiten in besonderem Maße zum Ausdruck kommt. Die Lernenden entwickelten während der Seminarzeit in der Lernwerkstatt eigene Ideen, probierten diese aus und verwarfen sie gegebenenfalls auch (Konstruktion). Durch gezielte Impulse setzten sie sich mit fremden Perspektiven auseinander und versuchten diese nachzuvollziehen (Rekonstruktion). Schließlich hinterfragten sie auch ihre Produkte und gaben konsequenterweise auch ihren Werken diese Dimension (Dekonstruktion).
Die beiden Mitarbeiterinnen Doris Bradler und Anke Kugler von der Lern- und Erlebniswelt Phänomenia zeigten sich zufrieden mit den Arbeiten: „Wir sind begeistert von so viel Ideenreichtum und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit". Sie nahmen die symbolisch überreichten Exponate mit und überlegten bereits, wie diese im Rahmen einer Fortsetzung des Projekts in einer Sonderausstellung neben weiteren mathematischen Exponaten dem Publikum präsentiert werden könnten.
Weitere Informationen erteilt Dr. Andreas Kirsche, E-Mail andreas.kirsche@zlb.tu-chemnitz.de
Anne Eichhorn
20.07.2026