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Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung legt Grundstein für Dauerausstellung

Konzept für Ausstellung entstand unter der federführenden Mitwirkung des Chemnitzer Historikers und Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beraterkreises Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll

Die 2008 als Bundeseinrichtung gegründete Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung mit Sitz in Berlin strebt danach, das Gedenken und die Erinnerung an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im Kontext des Zweiten Weltkrieges – unter Einbeziehung der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik – zu wahren. In diesem Kontext besitzt die Konzipierung einer Dauerausstellung Priorität. Am 20. Juni 2017 veröffentlichte die Stiftung das überarbeitete Konzept für diese künftige Ausstellung. Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Inhaber der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz, ist seit Dezember 2016 neuer Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung. „Die Stiftungsarbeit“, so Kroll, „geht insofern konform mit den Anliegen der Philosophischen Fakultät unserer Universität, als sich auch deren europawissenschaftliche Schwerpunkte in der Beschäftigung mit den deutsch-tschechischen und deutsch-polnischen Beziehungen bündeln.“

Der neue Wissenschaftliche Beraterkreis hat den Arbeitsprozess der Stiftung eng begleitet und unterstützt. Unter Vorsitz der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, wurde das neue Ausstellungskonzept vom Stiftungsrat einstimmig verabschiedet, „weil es nun“, so Kroll weiter, „den oftmals sehr verschiedenen Ansprüchen und Erwartungen der in seinen Entstehungsprozess eingebundenen Interessengruppen in ausgewogener Weise gerecht wird.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Kroll von der Arbeit der seit 2016 amtierenden Stiftungsdirektorin, der Berliner Historikerin Dr. Gundula Bavendamm.

Erarbeitet wurde das Konzept auf der Grundlage der Stiftungskonzeption von 2012. Hinsichtlich der Struktur wich ein durchlaufender chronologischer Aufbau einer eher thematischen Gewichtung des Vertreibungsgeschehens. Demzufolge soll sich die künftige Ausstellung im Gebäude des ehemaligen Deutschlandhauses in drei Teile untergliedern: „Das Jahrhundert der Flüchtlinge – Zwangsmigrationen in Europa“, „Flucht und Vertreibung der Deutschen im europäischen Kontext“ und „Vertriebene und Flüchtlinge in Deutschland seit 1945“. Die Vermittlung neuer Forschungsergebnisse und die Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Museen und Forschungseinrichtungen soll bei der zukünftigen Arbeit der Stiftung im Vordergrund stehen.

Angesichts aktueller tagespolitischer Entwicklungen auf dem Feld der Migration kommt der vom Chemnitzer Institut für Europäische Geschichte intensiv begleiteten und unterstützten Arbeit der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung auch in Zukunft eine besondere Bedeutung zu.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Telefon: 0371 531-33906, E-Mail frank-lothar.kroll@phil.tu-chemnitz.de.

Homepage der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung: http://www.sfvv.de/de

(Autorin: Antonia Sophia Podhraski)

Mario Steinebach
23.06.2017

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