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Die historische Kulturlandschaft Vogtland neu vermessen

1,76 Millionen Euro für das kulturhistorisch-touristische Projekt „Kulturweg der Vögte“ - Professur für deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ist beteiligt

Der Begleitausschuss des Kooperationsprogramms "Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2014 – 2020" hat am 13. September 2016 EU-Mittel in Höhe von insgesamt 1,76 Millionen Euro für das kulturhistorisch-touristische Großvorhaben „Kulturweg der Vögte“ bewilligt. Bis 2020 werden elf Projektpartner dazu beitragen, der kulturellen Hinterlassenschaft aus dem Herrschaftsgebiet der ehemaligen Vögte von Weida, Gera und Plauen zu neuer Sichtbarkeit zu verhelfen. Der Professur für deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der Technischen Universität Chemnitz fällt dabei die Aufgabe zu, den „Kulturweg der Vögte“ zu erzählen. Geplant sind ein Kulturführer, der Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster, Städte und Museen im gesamten Vogtland fundiert aufschließt; ein Theaterstück für Schulkinder, das die mittelalterliche Novelle "Die Vögte von Weida" umsetzt, sowie mehrere Workshops zur Weiterbildung von Museumspersonal. „Die Vorhaben schließen an die Großprojekte der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz aus der letzten Dekade an“, erklärt Prof. Dr. Christoph Fasbender, Inhaber der Professur für deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

„Ich bin sehr froh, dass der touristische Aspekt des Projektes nicht vom historischen entkoppelt erscheinen wird. Wer das Vogtland aufsucht, wandert durch eine alte Kulturlandschaft. Im Land der Vögte flossen – nicht nur in der bildenden Kunst – wichtige Strömungen aus Böhmen, Thüringen, Sachsen und Bayern zusammen“, so der Chemnitzer Professor. Der geplante Kulturführer werde die historische Substanz aus der Ära der Vögte von Gera über Greiz, Weida, Reichenbach und Plauen bis hin nach Cheb (Eger) wissenschaftlich aufarbeiten. „Dazu gehören einige bedeutende Klöster wie Mildenfurt, Weida und Cheb, zudem der Komturhof der Deutschordensritter in Plauen, aber auch markante Burgen wie die Osterburg, Ronneburg oder Petschau (Becov) und etliche Schlösser.“ Neben geographisch ausgerichteten Routen soll es Spezial-Touren geben: etwa auf den Spuren des Deutschen Ordens, der Literatur des Mittelalters oder der Kunst. „Wenn man so durch die Region streift, bekommt man schnell den Eindruck: hier steckt viel mehr drin“, meint Fasbender. Und auch für die Spezialforschung seines Fachgebiets erhofft der Mediävist Zugewinne: „Die beiden wichtigsten mittelalterlichen Handschriften mit Novellen, Fabeln und Gedichten, die wir aus der Zeit um 1300 kennen, werden heute ins südliche Vogtland bzw. die Region Cheb lokalisiert. Vielleicht können wir das noch genauer belegen.“

Die TU Chemnitz kooperiert im Projekt „Kulturweg der Vögte“ mit dem Verein futurum vogtland e. V. aus Mylau, dem Euroregion EUREGIO EGRENSIS - Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen e. V., dem Tourismusverband Vogtland e. V. Plauen, der Oelsnitzer Kultur GmbH sowie den Städten Weida, Greiz, Plauen, Aš (CZ), Cheb (CZ) und Františkový Lázně (CZ). Laut Information des Sächsisches Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft werden im Projekt nicht nur in Bezugnahme auf die historisch in der Region ansässigen Vögte zahlreiche Informationsmaterialien veröffentlicht. Es werden auch historische Objekte beschildert sowie aufgewertet und damit zu einer grenzübergreifenden touristischen Route im thüringisch-sächsischen Vogtland und dem Bezirk Karlovy Vary vernetzt.

Weitere Informationen zum Kulturweg der Vögte: http://www.kulturweg-der-voegte.eu

Kontakt: Prof. Dr. Christoph Fasbender, Telefon 0371 531-37866, E-Mail christoph.fasbender@phil.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
03.10.2016

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