Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Campus

Westflügel erhält neues Dach

In der "Alte Aktienspinnerei" Chemnitz soll bis September 2018 die neue Zentralbibliothek der TU entstehen – Stahlskelettdach lässt Gestalt des Gebäudes erahnen

Der Umbau der „Alten Aktienspinnerei“ zur Zentralbibliothek der TU Chemnitz geht voran. So wurden von März bis Mai unter anderem das komplette Gebäude eingerüstet, drei Oberdrehkrane durch die Rohbaufirmen in Betrieb genommen, in den Giebelbereichen Bohrpfähle eingebracht und die Bodenplatten in den Seitenflügeln hergestellt. Am 21. Juni 2016 lud der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, zum Fototermin ein. Mit Hilfe eines riesigen Autodrehkrans wurde an diesem Tag die tonnenschwere Stahlskelettdachkonstruktion auf die Bestandsmauern des Westflügels auf vorher montierten Stahlstützen aufgesetzt. In den nächsten Wochen erhält die Konstruktion eine Eindeckung aus Trapezblech. Auf dem Ostflügel läuft der Einbau der Konstruktion ebenso ab, allerdings zeitlich versetzt etwa Mitte Juli. „Bereits jetzt lässt sich im Westflügel die historische Höhe und die Kubatur des Satteldaches und des Gebäudes wieder erahnen“, sagte Peter Voit, Leiter der Niederlassung Chemnitz des SIB, auf der Baustelle.

Parallel zu den Arbeiten am Dach erfolgt derzeit die Schalung und Betonage der Stahlbetoninnenwände im Mittelbau, im Magazinanbau und in den entkernten Giebelbereichen. Gleichzeitig sind die Baufirmen mit der Herstellung der Fassade an der Straße der Nationen beschäftigt, die mit Mauerwerk nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wird. Die Beendigung der Rohbauarbeiten im Mittelbau einschließlich der Herstellung des Flachdaches wird nach Aussage des SIB bis Ende 2016 angestrebt. Bis dahin sollen auch die Fassade inklusive der neuen Stahlfenster sowie die aufwändigen Natursteinarbeiten weitgehend fertiggestellt sein.

Das historische Gebäude der „Alten Aktienspinnerei“ bestand ursprünglich aus einem zentralen fünfgeschossigen Mittelbau mit Zierbekrönung sowie zwei langgestreckten viergeschossigen Seitenflügeln mit Satteldach und markanten Ecktürmen. Aufgrund der Umnutzung des historischen Industriegebäudes zur Zentralbibliothek der TU Chemnitz sind Anpassungen des Bestandes erforderlich. Die beiden Seitenflügel werden weitgehend erhalten und soweit statisch notwendig verstärkt und ertüchtigt. Der Mittelbau sowie die äußeren Giebelfelder der Seitenflügel werden entkernt und mit einer geänderten inneren Struktur, die der neuen Nutzung Rechnung trägt, wieder aufgebaut. Ein Anbau nördlich des Mittelbaus schafft Raum für Magazine, die im Bestand nicht zu integrieren sind.

Dem Typus der bestehenden Gebäudestruktur folgend werden in den seitlichen Gebäudeflügeln die Freihandbereiche angeordnet. Der Mittelteil wird mit zentralen Funktionen wie Eingangshalle, Haupterschließung und Lesesälen besetzt. Die Verwaltung wird an den Giebelseiten im Osten und Westen und im Mittelbaus untergebracht. Die Kubatur sowie die Fassadengestaltung der historischen Aktienspinnerei werden in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt. Bei der Ausführung sämtlicher Details wird darauf geachtet, der industriegeschichtlichen Bedeutung der gesamten Anlage gerecht zu werden. Unter der Projektleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, wird hier eine Nutzfläche von insgesamt 12.354 Quadratmeter mit Gesamtbaukosten in Höhe von 49,5 Mio. EUR entstehen. Davon sollen ca. 13,6 Millionen Euro aus dem Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden. Bis 2018 sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände der „Alten Aktienspinnerei“ abgeschlossen werden.

Stichwort: Aktienspinnerei

Die im Baustil des historischen Eklektizismus errichtete Aktienspinnerei entstand um 1858 infolge der Gründung einer Aktiengesellschaft als damals größte Spinnerei Sachsens mit 60.000 Spindeln. Abweichend von früheren Spinnereien hatte der Architekt Friedrich Theodor Roschig das Gebäude vor allem wegen der Brandgefahr ganz aus Eisen und Stein projektiert, also weitgehend auf Holz als Baumaterial verzichtet. Damit galt das Gebäude als eines der brandsichersten in der Stadt. Der Spinnereibetrieb endete 1914. Bereits 1905 ging das Areal in das Eigentum der Stadt Chemnitz über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und verlor sein Dach und das oberste Geschoss. In der Folge wurde das Gebäude auch als Essenausgabe, Provisorium für das zerstörte Opernhaus, Kaufhaus, Stadtbücherei, Bürohaus und Puppentheater und zuletzt als Galerie genutzt. Seit 2011 ist das Gebäude Eigentum des Freistaates Sachsen.

(Quelle: Pressemitteilung des SIB)

Mario Steinebach
21.06.2016

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

  • Eine junge Frau sitzt am Computer.

    Rund um die Uhr die Hausarbeit abschließen

    Einfach dranbleiben: Universitätsbibliothek der TU Chemnitz hat unmittelbar im Anschluss an die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ am 5. Februar 2026 erstmals noch bis 14. Februar gegen Mitternacht 24/7 geöffnet …

  • Logo vor einer Gebäudeansicht

    TU Chemnitz im Ranking von StudyCheck.de auf Platz 4 der beliebtesten Universitäten in Deutschland

    Ein „StudyCheck Award 2026“ mit dem Zertifikat „Top Universität 2026“ geht dank der sehr positiven Bewertung ihrer Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen an die TU Chemnitz – Zudem ist die TUC aktuell die zweitbeste staatliche Universität im Live-Ranking „Digital Readiness“ …

  • Mehrere Personen spielen Tischtennis.

    Wenn der Deutschkurs in die Werkhalle verlagert wird

    Tischtennisturnier krönte Premiere des Sprach- und Praxisprojekts „Deutsch für Ingenieure“ – Internationale Studierende präsentierten ihre selbstgebauten Schläger und bewiesen dabei ihre neugewonnene Sprachkompetenz …

  • Blick auf ein schiff, das neben einem Gebäude ankert.

    Spurensuche in der Stadt

    Wie Migration Stadtbilder und Lebensgeschichten prägt, zeigt das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven bis zum 1. März 2026 – Ausstellung „Aufbrüche – Umbrüche“ verknüpft Bremerhaven und Chemnitz in einem Dialog über Wandel, Erinnerung und Identität – Professur Humangeographie mit Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung der TU Chemnitz wirkte an der Konzeptentwicklung mit …