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Messen im Extrembereich - mit Wachstumspotenzial

Das vierköpfige Team der Corant GmbH, die aus der TU Chemnitz ausgegründet wurde, erhielt das „Start-up-Paket für Unternehmensgründer“

Bis zu zweimal im Jahr werden wachstumsorientierte Technologie-Gründungen in Chemnitz mit dem „Start-up-Paket für Unternehmensgründer“ unterstützt. Verliehen wird es von der Volksbank Chemnitz, der TCC GmbH, der CWE mbH und der C³ Veranstaltungszentren GmbH. In dieser Woche wurde das Paket im Rahmen des sächsischen IT Summit auf der Messe Chemnitz an die Corant GmbH, eine Ausgründung aus der Technischen Universität Chemnitz, übergeben, die sich mit Sensorsystemen zur Messung im Hochtemperaturbereich beschäftigt.

Ob im Stahlwerk, in einer Gießerei oder in anderen Bereichen, wo hohe Temperaturen beherrscht werden müssen, steht die Überwachung des Schmelzgutes im Mittelpunkt. Temperaturschwankungen können hier für die Qualität von Legierungen, die zum Beispiel im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen sollen, verheerende Folgen haben. Mit den heute zur Verfügung stehenden Technologien ist eine kontinuierliche Überwachung noch nicht möglich. Die Experten des "Corant Technology Network", ein Zusammenschluss von produkt- und technologieorientierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen, beschlossen auf dem Gebiet der energie- und ressourceneffizienten Hochtemperaturmessung und -überwachung neue Wege zu gehen.

Im Rahmen eines mehr als zweijährigen Forschungsprojektes wurde ein Messsystem zur Kontaktmessung von sehr hohen Temperaturen im Bereich von 1.200 bis 1.600 °C entwickelt. Das Messsystem ist vergleichbar mit einem in Metallschmelzen eintauchbaren Thermometer und lässt sich in zwei wichtige Komponenten zerlegen: ein Sensorelement im Kern (engl. core), das die Temperatur elektronisch auslesen lässt, sowie einen Außentubus, der wie ein Mantel das Sensorelement vor aggressiven Schmelzen und oxidierenden Atmosphären schützt. Daher auch der Name des Systems "Corant". Die durch Corant messbar gemachten sehr hohen Temperaturen werden etwa in Stahlschmelzen, in Feingießereien, in denen zum Beispiel Titan verarbeitet wird, sowie in der Zement- und Glasindustrie erreicht. Die Entwicklung des Sensorelementes oblag dem Institut für Physik der TU Chemnitz, die Materialentwicklung für die Beschichtung des Schutztubus wurde vom Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen gemeinnützige GmbH (KVB), ein An-Institut der TU, realisiert. Es galt die Innovation in eine neue Firma zu überführen und im Rahmen einer Förderung durch EXIST Forschungstransfer" weiter zu entwickeln.

Das Gründungsteam besteht aus vier Mitgliedern: Dr. Daniel Lehmann, Mario Körösi, Dr. Steve Pittner und Dr. Michael Fronk, die das System in den vergangenen drei Jahren in Kooperation mit mehreren Industriepartnern an der Technischen Universität Chemnitz entwickelt haben. Das europaweite Patent wurde im Januar 2014 angemeldet, die internationale Patentanmeldung erfolgte Anfang 2015. Die Gründung der Corant GmbH, welche bereits alle relevanten Patente erwerben konnte, fand im Februar 2015 statt. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Start-up-Gebäude des Technologie-Campus Chemnitz.

Die Volksbank Chemnitz, die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE mbH), das Technologie Centrum Chemnitz (TCC) und die C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH fördern die Corant GmbH mit dem „Start-up-Paket für Unternehmensgründer“ finanziell mit 2.000 Euro sowie durch die Bereitstellung eines Messestandes zu einer Chemnitzer Industriemesse.

(Quelle: Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft CWE)

Mario Steinebach
03.06.2016

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