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Zehn Jahre Internationales Graduiertenkolleg

Erfolgreicher Abschluss des Graduiertenkollegs „Materialien und Konzepte für fortschrittliche Metallisierungssysteme” – Ausbildung von 59 Doktoranden auf deutscher und 40 auf chinesischer Seite

Das Internationale Graduiertenkolleg (IRTG) 1215 „Materialien und Konzepte für fortschrittliche Metallisierungssysteme” an der Technischen Universität Chemnitz feierte Ende März sein zehnjähriges Bestehen aber auch seinen Abschluss. Seit dem 1. April 2006 ermöglichte das internationale Kolleg den jungen Wissenschaftlern aus Chemnitz, Berlin und Shanghai über Themen an der Schnittstelle von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung zu promovieren und Erfahrungen im Bereich der Nanoelektronik sowie der Mikro- und Nanotechnologien zu sammeln. Das fachübergreifende Promotionsprogramm vereinte deutsche und chinesische Doktoranden und Wissenschaftler mit dem Ziel, neueste Materialien auf Nanometerebene und Prozesse für elektronische Schaltkreise zu untersuchen. Auf deutscher Seite waren die Technische Universität Chemnitz mit den Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie für Naturwissenschaften, die Technische Universität Berlin und die beiden Fraunhofer-Institute für Elektronische Nanosysteme ENAS in Chemnitz und für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) förderte das koordinierte Promotionsprogramm und die deutschen Partner mit insgesamt 7,7 Millionen Euro über die zehn Jahre. Das chinesische Bildungsministerium (Ministry of Education, MoE) unterstützte die chinesischen Partner: die Fudan Universität Shanghai und die Jiao Tong Universität Shanghai.

Mit der Förderung der DFG und des MoE konnten in den zehn Jahren 59 Doktoranden auf deutscher Seite ausgebildet werden und 40 Doktoranden auf chinesischer Seite. Für eine ingenieur- und naturwissenschaftliche Ausrichtung des Kollegs konnte ein recht hoher Frauenanteil auf beiden Seiten gewonnen werden: ein Drittel in Deutschland und ein Viertel in Shanghai.

Das Ausbildungsprogramm der Doktoranden sah neben Lehrveranstaltungen, Seminaren und Workshops auch Sommerschulen, abwechselnd in Deutschland und China organisiert, als auch einen dreimonatigen Aufenthalt im Partnerland vor. Diese Möglichkeit nutzten fast alle chinesischen Doktoranden (38 von 40) und rund die Hälfte der in Deutschland beschäftigten Doktoranden aus dem In- und Ausland.

Im Rahmen des IRTG entstanden zwei Patente, über 100 Veröffentlichungen in Peer reviewed Journals sowie rund 180 Vorträge und Poster auf internationalen Konferenzen.

Viele der Doktoranden, die ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, sind im Wissenschaftsbereich verblieben, arbeiten an Universitäten oder Forschungsinstituten, in Deutschland und Europa. Zwei von ihnen hat es sogar in die weite Welt verschlagen: Dr. Uwe Siegert und Dr. Holger Fiedler. Uwe Siegert war einer der ersten Doktoranden im IRTG und nahm nach seinem Abschluss im November 2009 eine PostDoc-Stelle an der University of the Free State Bloemfontain, Institute of Physical and Macromolecular Chemistry, in Südafrika an und lebt noch immer dort. Holger Fiedler fand die südliche Halbkugel auch interessant und forscht in Neuseeland als PostDoc an der Victoria University of Wellington, der School of Chemical and Physical Sciences.

Ebenfalls überzeugen mit ihrer Arbeit und Ergebnissen konnte Frau Si Wenping, was ihr eine PostDoc-Stelle am renommierten Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz einbrachte. „Mit der Promotion in Deutschland im Rahmen des IRTG erfüllte sich für mich ein Traum“, erklärte Si Wenping. „Noch heute profitiere ich von dem interdisziplinären und internationalen Programm.“ Aber auch wenn man in der Heimat bleibt, ist es möglich, an der Spitze der Forschung mitzuarbeiten. Im Exzellenzcluster Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) leitet Dr. Sascha Hermann eine Forschergruppe im Carbon Pfad, welche sich mit der Integration von Kohlenstoffnanoröhren für Hochfrequenztransistoren beschäftigt.

(Autorin: Dr. Ramona Ecke, Fraunhofer ENAS)

Katharina Thehos
08.04.2016

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