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Für mehr Sicherheit in Gasversorgungsanlagen

TU-Absolvent Tilo Beyer leitete jahrelang Auslandsprojekte im Bereich Chemieanlagenbau und übernahm kürzlich die EVD GaswarnAnlagen GmbH

Gas ist nicht nur für die Industrie als Energieträger unverzichtbar, sondern auch in Privathaushalten gilt Gas nach wie vor als einer der beliebtesten Heizstoffe. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lag der Erdgasabsatz in Deutschland allein im vergangenen Jahr bei 818 Milliarden Kilowattstunden. Obwohl Gas-Explosionen als Unfallursache verhältnismäßig selten sind, ist die ordnungsgemäße Wartung und kontinuierliche Überwachung von Gasversorgungsanlagen unerlässlich. TU-Absolvent Tilo Beyer übernahm im Jahr 2014 die Geschäftsleitung der EVD GaswarnAnlagen GmbH und betreut seitdem zahlreiche Unternehmen im Raum Ost- und Mitteldeutschland mit dem Schwerpunkt Sachsen. Mithilfe komplexer Systeme wird die Luft auf bestimmte Gase untersucht. Die Gaswarnanlagen melden vor allem gefährliche Konzentrationen von Kohlenmonoxid sowie Kohlen- und Stickstoffdioxid oder Ammoniak.

Zu den Objekten, welche die Firma EVD betreut, gehören neben zahlreichen Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU auch mehrere Tiefgaragen in Chemnitz sowie die Technische Universität Chemnitz. „Als ehemaliger Student der TU bin ich froh, den Kontakt zur Universität auch nach Jahrzehnten der Berufstätigkeit nicht verloren zu haben“, erzählt der 41-Jährige. Von 1992 bis 2002 studierte Beyer Betriebswirtschaftslehre und anschließend Elektrotechnik an der TU Chemnitz. Seine Diplomarbeit schrieb er bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen im Bereich Mikrosystemtechnik und legte damit den Grundstein für seine spätere Arbeit. Bereits während des Studiums baute er im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums in Saudi-Arabien internationale Beziehungen auf und erlernte Grundkenntnisse der arabischen Sprache. Diese kamen ihm dann nach seinem Abschluss bei der Betreuung erster Projekte des Kasseler Anlagenbauers Wintershall in Libyen zugute. Knapp zehn Jahre arbeitete Beyer an zahlreichen Auslandsprojekten zur Erweiterung von Öl- und Gasaufbereitungsanlagen sowie zum Aufbau von Pipelines und Kraftwerken zur Stromversorgung der Industrieanlagen vor Ort.

„Als Anfang 2011 in Libyen der Bürgerkrieg ausbrach, kehrte ich zurück nach Chemnitz und suchte neue Herausforderungen. Ich wollte mich weiterentwickeln und bewarb mich in Dresden bei dem Technologiekonzern Linde Engineering. Kurz darauf war ich als Projektleiter eingestellt und leitete den Bau von Chemieanlagen in Südafrika und Saudi-Arabien“, so der gebürtige Burgstädter. Zugleich wuchs in ihm die Idee der Selbstständigkeit, die er bereits seit dem Studium mit sich trug. „Das Reisen hat mir irgendwann gereicht und ich begann, mich nach mehr Kontinuität zu sehnen“, erinnert sich Beyer und ergänzt: „Ich wollte mehr Entscheidungsfreiheit und war zudem aufgrund meiner langjährigen Erfahrung im Chemieanlagenbau bereit, den nächsten Schritt zu wagen.“

Über die bundesweite Unternehmensnachfolgebörse Nexxt Change, die Industrie- und Handelskammer Dresden sowie das Gründer- und Unternehmensnachfolgenetzwerk Exists der TU Dresden kam Beyer 2013 in Kontakt mit der EVD GaswarnAnlagen GmbH. Als Manfred Grießing, der die Firma im Jahr 1990 gegründet hatte, altersbedingt eine Unternehmensnachfolge suchte, entschied sich Beyer kurzerhand, die Firma zu kaufen. „Ich hatte genügend Startkapital und sah in der Übernahme der EVD eine willkommene Herausforderung. Mein Ziel für das Jahr 2015 ist es, die Übernahme gut abzuschließen und die Kunden- sowie Lieferantenbeziehungen zufriedenstellend weiterzuführen“, erklärt Beyer. Langfristige Zukunftspläne gebe es noch nicht. Ob er etwas anders machen würde, wenn er noch einmal die Möglichkeit dazu hätte? „Ich bereue bisher nichts. Wenn man etwas erreichen möchte, muss man eben gewisse Risiken eingehen.“

(Autorin: Katharina Preuß)

Mario Steinebach
17.07.2015

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