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Im Kleinen verstehen, was im Großen passiert

Schülerinnen und Studentinnen des Projekts „Girls´ Tandem“ erforschten zukunftsweisende Technologien zur regenerativen Energieerzeugung

  • Tina Lenk (l.) baut gemeinsam mit ihrer Mentorin Laura Morgenstein das Modell einer Brennstoffzelle. Foto: Beatrice Berthel

Der Ausbau erneuerbarer Energietechnologien ist ein stetig voranschreitender Prozess in unserer Gesellschaft, den Mentoring-Paare des Projekts „Girls´ Tandem“ am 24. Januar 2015 Schritt für Schritt verstehen lernten. Anhand von Experimenten und Modellen bot das Kreativzentrum im Future Campus der TU Chemnitz Schülerinnen und ihren Mentorinnen die Möglichkeit, sich mit Brennstoffzellen, Windkraft und Solarenergie auseinanderzusetzen. Die „Girls´ Tandem“-Rahmenveranstaltung verfolgte damit einerseits das Ziel, das Interesse der Teilnehmerinnen an Naturwissenschaft und Technik zu wecken und sie andererseits für energiepolitische Herausforderungen zu sensibilisieren.

Klimawandel und Umweltverschmutzung sind Schattenseiten der herkömmlichen Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe und Atomkraft, weshalb die Entwicklung regernativer Energietechniken umso wichtiger erscheint. Die vielfältigen Themengebiete, mit denen sich die Forschung dabei konfrontiert sieht, stellten Mitarbeiter des Future Campus den „Girls´ Tandems“ zu Beginn vor, um einen allgemeinen Überblick über erneuerbare Energieerzeugungs-Technologien zu geben. Die Mentoring-Paare konnten dadurch nachvollziehen, wie unter anderem die Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und Elektrochemie interdisziplinär zusammenarbeiten und welche Studienoptionen sich daraus ergeben. Vor allem die anwesenden Schülerinnen folgten gespannt den Ausführungen von Studierenden der Informations- und Kommunikationstechnik sowie des Faches Wirtschaftsingenieurwesen mit Vertiefung im Fach Energietechnik. Vielleicht darf die TU Chemnitz in wenigen Semestern die eine oder andere Mentee als Studentin einer dieser Studiengänge begrüßen. „Meine ursprüngliche Intention war es, etwas in Richtung Mathematik/Wirtschaft oder eben regenerative Energietechniken zu studieren. Ich fand es sehr gut, dass wir Experimente aus ganz verschiedenen Bereichen durchgeführt haben, die uns dann vielleicht auch in die Nähe unseres Wunsch-Studiengangs bringen. Die Veranstaltung heute hat uns letztlich zeigen können, wo unsere größten Interessen liegen“, resümiert Nora Schöttler, Gymnasiastin aus Meißen. Im Spektrum der an der Universität etablierten MINT-Fächer nehmen Forschungsgebiete zur regenerativen Energietechnik insofern eine Sonderstellung ein, dass ihre Verknüpfung mit wirtschaftswissenschaftlichen, sozialen und rechtlichen Schwerpunkten besondere Beachtung findet, was den Tandems ebenfalls vor Augen geführt wurde.

Der zweite Teil der Veranstaltung stand im Zeichen der praktischen Anwendung, die auf das zuvor erläuterte theoretische Wissen aufbaute. Die Teilnehmerinnen konnten ihr wissenschaftliches Geschick an den Stationen Windkraft, Solarenergie und Brennstoffzelle erproben. Nach einer kurzen Einführung zu den jeweiligen Energieerzeugungsanlagen erkundeten die Mentees gemeinsam mit ihren Mentorinnen Aufbau und Funktionsweisen der einzelnen Technologien, indem sie beispielsweise ein Modell-Windkraftrad selbst zusammensetzten und den Zusammenhang zwischen der Anzahl an Rotorblättern und entstandener Energie untersuchten. „Durch die Experimente ist es für mich jetzt viel einfacher zu verstehen, wie diese Technologien funktionieren. Vor allem die Versuche mit dem Windrad und der Solarzelle haben mir sehr gut gefallen“, berichtet Mentee Henriette Kunze. Die Veranstaltung im Kreativzentrum trug somit dazu bei, ihnen konkrete Vorstellungen über die Inhalte erneuerbarer Stromgewinnung zu vermitteln und Unsicherheiten im Umgang mit naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen abzubauen.

Regenerative Energietechniken decken mittlerweile ca. 25 Prozent des weltweiten Strombedarfs. Die damit verbundene Forschung nimmt nicht umsonst in einer Vielzahl an Ländern einen zentralen Stellenwert ein, schließlich soll umweltgefährdender Strom in Zukunft aus unseren Netzen vollständig verbannt werden. Doch eine erfolgreiche Umstellung auf regenerative Energieversorgungstechniken ist nur dann möglich, wenn Universitäten ausreichend Fachkräfte dafür ausbilden. „Leider ist der Anteil an weiblichen Fachkräften in diesem Bereich noch sehr gering“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte und Projektleiterin, Karla Kebsch, und ergänzt: „Wir wollen helfen, dieses Ungleichgewicht zu verändern, indem wir Frauen dieses Forschungsfeld näher bringen und sie dafür begeistern. Zum einen sind regenerative Energieversorgungstechniken ein zukunftsweisendes und innovatives Forschungsfeld, zum anderen wissen wir, dass sich Wissenschaftlerinnen oft durch andere Herangehens- und Denkweisen von ihren männlichen Kollegen unterscheiden und damit noch mehr innovatives Potenzial sowie neue Perspektiven in die Forschung und Entwicklung entsprechender Umwelt-Technologien eingebracht werden können. Die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen, die sich Girls´ Tandem zur Aufgabe macht, ist an der TU Chemnitz demzufolge relevanter denn je.“

Weitere Informationen: http://www.tu-chemnitz.de/girlstandem

(Autorin: Beatrice Berthel)

Katharina Thehos
27.01.2015

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