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Der Schatz, den das Wissen birgt

Für die Juniorstudenten der Kinder-Uni Chemnitz gab Prof. Dr. Bernadette Malinowski Einblicke in Goethes Faust

  • Mit Unterstützung der Professur Deutsch als Fremd- und Zweitsprache verlegte Prof. Dr. Bernadette Malinowski kurzerhand die Theaterbühne in den Hörsaal. Foto: Mario Steinebach
  • Die Inhaberin der Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literatur­wissenschaft brachte den Juniorstudenten Goethes vielfach aufgeführtes Drama um den wissens­durstigen Doktor Faust näher. Foto: Andy Schäfer

„Ich habe etwas Lampenfieber, das ist meine erste Vorlesung für Kinder“, gab Prof. Dr. Bernadette Malinowski gleich zu Beginn der dritten Veranstaltung der Kinder-Uni Chemnitz im Winter­semester 2014/2015 zu. Die Inhaberin der Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literatur­wissenschaft wollte den kleinen Zuhörern und ihren Familien unter dem Motto „Zwar weiß ich viel, doch möcht‘ ich alles wissen?!“ Goethes vielfach aufgeführtes Drama um den wissens­durstigen Doktor Faust näherbringen. In Vorbereitung für ihre Vorlesung am 25. Januar 2015 im größten Hörsaal der TU Chemnitz studierte die Professorin dafür Fachliteratur über eine geeignete Vermittlung des klassischen Stoffes für das jüngere Publikum.

Zunächst stellte sie aber den zahlreichen Junior­studenten den National­dichter Johann Wolfgang von Goethe vor, der dem tatsächlich historisch verbürgten Doktor zu Weltruhm verhalf. Die Kinder hörten von seinem Rechtsstudium, naturwissenschaftlichen Errungenschaften, politischen Ämtern, Kulturverdiensten und der immer­währenden Liebe zur Schreibkunst, auf der später sein Fokus lag. Die Geschichte des Gelehrten Faustus inspirierte ihn dann zu seinem wohl bekanntesten Theaterstück. Anschaulich brachte Prof. Malinowski dabei den Kindern die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Figur des Doktors in der Geschichte näher. Galt er aufgrund seiner schier grenzenlosen Wissbegier im Mittelalter als abschreckendes Beispiel, erhob man diese Eigenschaft in späteren Epochen zu einer Tugend und ließ Doktor Faust in der Literatur ein gutmütiges Wesen angedeihen.

Schritt für Schritt erklärte Malinowski im Anschluss den Juniorstudenten die Akte, die Faust in Goethes 1808 erschienenen Drama durchleben musste. Von seiner Suche nach der Weltenformel, dem Pakt mit dem Teufel Mephisto bis zu seiner Romanze mit Gretchen konnten die Kinder den Werdegang des Doktors nachverfolgen. Dabei ließ die Literatur­wissen­schaftlerin den einzelnen Charakteren viel Raum, spürte ihnen gemeinsam mit dem jungen Plenum nach und erklärte verständlich deren Handlungen und Motive. Einen Einblick in das Werk gaben aufbereitete Textstellen, die mit Illustra­tionen versehen den einzelnen Figuren ein Gesicht gaben. Und wie es sich für ein echtes Theater­stück gehört, versammelte Malinowski universitäre Darsteller um sich, die die literarischen Akteure passend kostümiert und stilecht rezitierten. Für die Kinder erschloss sich nun auch, was es mit des Pudels Kern oder der berühmten Gretchenfrage auf sich hat. Sogar eine „Hexe“ versteckte sich im Publikum und sagte für die erstaunten Nachwuchsstudenten angelehnt an Fausts Walpurgisnacht ihr „Hexeneinmaleins“ auf.

Die konzentrierten Zuhörer zeigten ihrerseits einen wachen Geist. Gemeinsam mit Professorin Malinowski entwickelten sie ihre eigene Interpretation, warum es dem Doktor Faust am Ende gelingt, doch noch in den Himmel aufzusteigen. Zum Abschluss fiel aus den Reihen ein bemerkenswerter Beitrag über die Verantwortung, die wir mit unserem Wissen um die Welt tragen und hob damit die Geschichte des Doktor Faustus in die Gegenwart. Malinowski konnte dem nur zustimmen und hofft, dass unter den Teilnehmern auch der ein oder andere zukünftige Student sitzt, der in einer ihrer künftigen Vorlesungen noch einmal mit ihr über Goethes Jahrhundert­werk diskutieren mag.

Weitere Informationen und das Programm der Kinder-Uni: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
26.01.2015

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