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Wie bevölkert man eine digitale Fabrik?

Dieser Frage stellt sich Sebastian Bauer, Absolvent der TU Chemnitz, im Rahmen seiner Arbeit an der Simulation menschlicher Tätigkeiten bei imk automotive

Wir leben in einer Welt, die zusehends von Standardisierung und Automatisierung geprägt ist. In einer Welt, in der der Zufall stets eine Gefahr für den Betrieb darstellt. Doch obwohl auch sie einige Risiken birgt, ist die menschliche Arbeitskraft nachwievor unersetzlich. Umso wichtiger ist es geworden, Mitarbeiter im Produktionsprozess zuverlässig simulieren und die Variable Mensch so besser kalkulieren zu können. Der Chemnitzer TU-Absolvent Sebastian Bauer arbeitet im Rahmen seiner Tätigkeit bei imk automotive an konkreten Lösungen für dieses Vorhaben.

Begonnen hat alles mit einem Studium der Informatik an der Technischen Universität. Im Rahmen seiner Vertiefung im Bereich Medieninformatik kam Bauer erstmals mit dem Thema graphische Datenverarbeitung und Visualisierung in Kontakt und entdeckte schnell sein Interesse an dem praktischen Anwendungsgebiet. "Gerade im sonst eher theoretischen Fach der Informatik hat mich der hohe Praxisbezug gereizt", erklärt Bauer. Auf der Suche nach einer Pflichtpraktikumsstelle stieß der Student auf eine Ausschreibung des in Chemnitz ansässigen Unternehmens imk automotive, das sich auf die Entwicklung innovativer Konzepte spezialisiert hat und in der Vergangenheit bereits mit Professuren der TU Chemnitz kooperierte. Im Rahmen dieses Praktikums beschäftigte sich Bauer mit der Idee, menschliche Tätigkeiten zu simulieren und zu analysieren. So entstand schon früh ein erster Software-Prototyp der eben dies realisieren sollte. Über diese Praktikums- und anschließende Studienarbeit hinaus verfasste er schließlich auch seine Diplomarbeit zu dieser Thematik.

Nach seinem Studienabschluss wurde Bauer direkt in eine Festanstellung bei imk automotive übernommen, wo er seit 2006 sein begonnenes Projekt weiterführt. "Mittlerweile hat unsere entwickelte Software längst den Prototypen-Status verlassen und wird erfolgreich in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt", erklärt der studierte Informatiker. Der "Editor menschlicher Arbeit" (ema) wird von Bauers eigener Abteilung für Softwareentwicklung stets weiterentwickelt und optimiert: "Beispielsweise benötigen einige Kunden eine spezielle Anpassung der Software an ihre Bedürfnisse." Auch zukünftig gebe es noch reichlich Potential, um die mittlerweile ausgereifte Software noch weiter zu verbessern. "Es handelt sich um ein weitläufiges Gebiet, in dem noch immer großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht", so der TU-Absolvent. Auch in naher Zukunft werde sich Bauer daher voll und ganz der Arbeit an ema widmen. Zudem promoviert Bauer aktuell berufsbegleitend an der Professur Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung der TU Chemnitz. Hier beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit der Bewegungssynthese für digitale Menschmodelle.

(Autor: Martin Blaschka)

Katharina Thehos
07.05.2014

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