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Leicht, energiesparend und straßentauglich

Studententeam "Fortis Saxonia" der TU Chemnitz nimmt vom 14. bis 18. Mai 2014 erstmals mit einem alltagstauglichen Ökomobil beim Shell Eco-marathon in Rotterdam teil

  • Das Team "Fortis Saxonia" präsentiert erstmals ein Fahrzeug für die UrbanConcept-Kategorie des Shell Eco-marathons. Die Designer haben sich von der Natur inspirieren lassen - vor allem von der Biene. Aus dieser Idee entstand auch der Name des Ökomobils: Umicore EcoBee. Foto: Steve Conrad
  • Nach monatelanger Entwicklungs- und Montagearbeit wurde Umicore EcoBee am 7. Mai 2014 - eine Woche vor dem Start des Shell Eco-marathons - feierlich vorgestellt. Gemeinsam mit Linda Blumkowski (r.), die das PR-Team von Fortis Saxonia leitet, enthüllte Katharina Brodt vom Hauptsponsor Umicore das Fahrzeug. Foto: Steve Conrad
  • Das Ökomobil wiegt rund 200 Kilogramm und wird von einer aufrecht sitzenden Fahrerin gelenkt. Foto: Steve Conrad

5.113 Stunden Planung und 3.652 Stunden Bauzeit stecken im "Umicore EcoBee" - dem aktuellen Fahrzeug des studentischen Teams "Fortis Saxonia" der Technischen Universität Chemnitz. 25 Studierende und Absolventen verschiedener Studiengänge arbeiten bei "Fortis Saxonia" interdisziplinär an der Entwicklung leichter, energiesparender Fahrzeuge. Dessen Antrieb besteht aus einer Wasserstoff-Brennstoffzelle mit Elektromotor. Seit 2005 geht "Fortis Saxonia" jährlich beim Shell Eco-marathon an den Start. Aufgabe der Teilnehmer des Wettbewerbs ist es, ein Fahrzeug zu konstruieren, das möglichst wenig Kraftstoff verbraucht. Es gewinnt, wer mit umgerechnet einem Liter Sprit die meisten Kilometer zurücklegt. Bestes Ergebnis von "Fortis Saxonia" war eine mit einem Prototypenfahrzeug zurückgelegte Strecke von umgerechnet 2.552 Kilometern im Jahr 2007, die den fünften Platz bedeutete. Während das Team bisher mit "zigarrenförmigen" Fahrzeugen an den Start ging, wird es 2014 in den Niederlanden zum ersten Mal mit dem alltagstauglichen modularen Fahrzeug "Umicore EcoBee" in der UrbanConcept-Kategorie am Rennen teilnehmen. Diese Fahrzeugklasse erinnert optisch an einen kleinen Stadtflitzer, der über einen aufrechten Sitz, ein Lichtsystem, Scheibenwischer, vier Räder, etwas Stauraum und weitere Details verfügen muss.

Der Shell Eco-marathon findet vom 14. bis 18. Mai 2014 in Rotterdam statt. Mehr als 200 Teams messen sich bei Europas größtem Energieeffizienzwettbewerb unter den realistischen Bedingungen einer Innenstadt. Insgesamt werden 3.000 Schüler und Studierende aus Europa und Afrika in der Ahoy-Arena in Rotterdam erwartet. "Fortis Saxonia" möchte nicht nur im Bereich Energieeffizienz eine gute Platzierung erreichen, sondern hofft auch auf Preise für die beste technische Innovation und das beste Design. Unterstützt wird das Team in diesem Jahr vom Hauptsponsor Umicore, einem weltweit operierenden Material-Technologie-Konzern aus Belgien, und von weiteren Sponsoren wie Continental und Thyssen Krupp Presta. An der TU Chemnitz arbeiten die Professur Alternative Fahrzeugantriebe, das Bundesexzellenzcluster "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" sowie die Lehrwerkstatt der Fakultät für Naturwissenschaften mit Fortis Saxonia zusammen. Weitere externe Partner sind unter anderem das ICM - Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau und für die Unterstützung beim Design die Leipziger Firma FORM & DRANG.

Am 7. Mai 2014 präsentierte das Team sein neues Fahrzeug bei einem "Roll-Out" am "Alten Heizhaus" der TU Chemnitz. Hierbei waren auch Vertreter der Sponsoren zugegen. Hauptsponsor Umicore hat 2013 die Initiative "Powered by Umicore" ins Leben gerufen, durch die Studierende unterstützt werden, die sich mit dem Thema saubere Mobilität auseinandersetzen. Fortis Saxonia setzte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durch - die Studierenden überzeugten mit Know-how, Enthusiasmus und Engagement, wie Katharina Brodt erklärte, die bei Umicore Hanau die Öffentlichkeitsarbeit leitet. Ähnliches Lob überbrachte Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- uns Technologietransfer, als Vertreter der Universitätsleitung der TU Chemnitz: "Das Autoland Sachsen und speziell die Wissenschaftsregion Chemnitz spielen von jeher eine wichtige Rolle im Automobilbau. Um diese Position zu halten und weiterhin auszubauen, ist es von großer Bedeutung, die Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf diesem Gebiet deutlich auszubauen. Das studentische Forschungsprojekt Fortis Saxonia ist dabei vorbildhaft." Der Prorektor bedankte sich bei den Studierenden für ihr Engagement und ihren Ehrgeiz in diesem Projekt, "das unserer Universität und unserer gesamten Region als Paradebeispiel für gelebten Wissens- und Technologietransfer so gut zu Gesicht steht."

Die Studierenden berichteten in Wort, Bild und Film von der Entwicklungs- und Montagearbeit, die auch bis kurz vor dem Start in Rotterdam noch weitergeführt wird. Nico Keller leitet das Chassis-Team von Fortis Saxonia, das bei Planung und Bau des alltagstauglichen Fahrzeuges eine zentrale Rolle spielte. Die Ziele der Arbeit seines Teams waren ein Grundrahmen auf Basis von CFK-Vierkantprofilen, ein modulares Fahrzeugkonzept und ein einzigartiges Design. Um letzteres umzusetzen, holten sich die TU-Studenten Unterstützung vom ICM - Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau sowie von zwei Studierenden der Hochschule Zwickau. Ergebnis ist ein Fahrzeugaufbau aus 20 Karosserieteilen, gefertigt aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK), der mit Aramidwaben verstärkt ist. Im Reglement des Shell Eco-marathon ist ein Fahrzeuggewicht von unter 205 Kilogramm festgelegt.

Um den Antrieb des "Umicore EcoBee" kümmern sich die Studierenden des Teams Powertrain um Martin Rößler, der erklärte, dass auch das neue Fahrzeug in "guter Fortis-Saxonia-Tradition" von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird. Für manche Anwendungen - beispielsweise Auftritte auf Messen - ist auch der Einsatz einer Batterie möglich. Und so überreichte die Continental AG, die Fortis Saxonia bereits seit 2012 unterstützt, den Studierenden eine 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie - verbunden mit den besten Wünschen für den Shell Eco-marathon.

Während dem Wettkampf in Rotterdam werden die Studierenden für "Uni aktuell" tagesaktuell von ihren Erlebnissen berichten.

Einen Videobeitrag über die Fahrzeugpräsentation zeigt der YouTube-Kanal der TU Chemnitz.

Der Shell Eco-marathon im Internet: http://www.shell.de/eco-marathon

"Fortis Saxonia" im Internet: http://www.fortis-saxonia.de

Weitere Informationen erteilt Linda Blumkowski, Telefon 0176 93179594, E-Mail linda.blumkowski@fortis-saxonia.de.

Katharina Thehos
07.05.2014

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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