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Spitzentechnologie aus Chemnitz trifft in München auf internationales Publikum

Der Chemnitzer Spitzentechnologiecluster "eniPROD" präsentiert sich vom 15. bis 17. Oktober auf der internationalen Fachmesse "Materialica 2013" in München

  • Die Wissenschaftler des Chemnitzer Spitzentechnologieclusters eniPROD stellen auf der Materialica 2013 unter anderem einen B-Säulenfuß für PKW aus, der pressgehärtet wird. Bei diesem Verfahren findet das Erwärmen, Verformen und Abkühlen des Materials in einem Schritt statt. Foto: Jürgen Lösel

Vom 15. bis 17. Oktober 2013 findet in München die Internationale Fachmesse für Werkstoffanwendungen, Oberflächen und Product Engineering "Materialica" statt. Schwerpunkte der Messe liegen in diesem Jahr auf innovativen Leichtbaukonzepten, die ressourcen- und energieeffiziente Produktion zum Beispiel in den Bereichen Elektromobilität und Automotive ermöglichen. Unter anderem präsentieren acht Universitäten aus drei Bundesländern am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Halle A6, Stand 310) ihre neuesten Ergebnisse. Die TU Chemnitz ist mit dem Spitzentechnologiecluster "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik eniPROD" vertreten.

Energie und Material im Produktionsprozess und bei der Anwendung der fertigen Produkte einzusparen - dieses Ziel hat eniPROD mit zahlreichen Spitzentechnologien erreicht. Aus dem Bereich des Ultraleichtbaus präsentiert der Cluster einen neuartigen Leichtbaugewindetrieb in Metall-CFK-Hybridbauweise, der insbesondere in hochdynamischen Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommt. Der Kunststoffkern wird mit einer dünnen Metallschicht versehen und macht das Bauteil damit steifer, thermisch robuster und energieeffizienter. Ebenso ist es den Chemnitzer Forschern gelungen, die hohen Reib- und Verschleißwerte in einer Werkzeugmaschine durch Optimierung eines Kugelgewindetriebs zu minimieren. "Eine sogenannte Formgedächtnislegierung wird in Spindelmutter oder die Spindellager integriert. Dadurch wird die thermische Energie der Reibung in eine aktorische Bewegung umgewandelt. Das Bauteil passt sich sozusagen an Temperatur und Bewegungen der Maschine an und gleicht die entstehenden Spannungen aus. Und dadurch benötigt die Maschine weniger Antriebsenergie", erklärt Privatdozent Dr. Welf-Guntram Drossel, Sprecher des Clusters. Diese Technik machte sich auch das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Kooperationspartner im Spitzentechnologiecluster eniPROD, bei der Entwicklung einer formgedächtnislegierten Tankklappe und einem automatischen Entriegelungsmechanismus für Sauerstoffmasken in einem Flugzeug zu Nutze. Beide Exponate werden ebenfalls ausgestellt.

Der Spitzentechnologiecluster eniPROD optimiert Produktionsprozesse von der Fertigung bis hin zu Fabrikplanung und Logistik. Für Letztere entwickelten die Forscher eine Tragplatte für kurvengängige Gleitketten, also Förderbänder, die gut an verschiedene Förderaufgaben anpassbar sind und zum Beispiel in der Lebensmittel-, Verpackungs- oder Elektronikindustrie eingesetzt werden. Die Tragplatte wurde mit einer speziell entwickelten Kohlenstoffschicht versehen, die eine hohe Verschleißfestigkeit aufweist und die Betriebsenergie um 30 Prozent senken soll. Das Beschichtungsverfahren für die Tragplatte gestattet das Aufbringen von mehrlagigen Schichten auf verschiedene Kunststoffe. Damit kann die Oberfläche den Einsatzbedingungen angepasst werden. Auch im Bereich Automotive ist eniPROD aktiv. Auf der "Materialica 2013" stellen die Wissenschaftler einen pressgehärteten B-Säulenfuß für den PKW vor. Im Automobilbau finden hochfeste Metalle Anwendung, gleichzeitig soll das Endprodukt aber so leicht wie möglich sein. Beim Presshärten findet das Erwärmen, Verformen und Abkühlen des Materials in einem Schritt statt. Der Prozess vereint die Formgebung mit einem Vergütungsprozess, wodurch Strukturbauteile mit sehr hohen Zugfestigkeiten gefertigt werden können. Dadurch wird die Wandstärke reduziert und Material und Gewicht werden eingespart. Dr. Drossel freut sich auf den Messebeginn: "Unsere eniPROD-Mitarbeiter forschen an Lösungen für die energieeffiziente, emissionsneutrale Produktion von morgen. Deshalb erwarten wir am Stand der TU Chemnitz zahlreiche Besucher."

Weitere Informationen erteilt Katja Klöden, Zentrale Koordinierungsstelle des Spitzentechnologieclusters "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik" (eniPROD), Telefon 0371 531-38622, E-Mail eniprod@tu-chemnitz.de, http://www.eniprod.eu

(Autorin: Florentina Liefeith)

Katharina Thehos
11.10.2013

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