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Wissenschaftspreis für erfolgreichen Technologietransfer

TU Chemnitz vergab den mit 20.000 Euro dotierten Preis "wissen.schafft.arbeit" an die KonTEM GmbH Bonn, eine Ausgründung der Max-Planck-Gesellschaft und des Forschungszentrums caesar

  • Die TU Chemnitz vergab am 27. Mai 2013 den Preis "wissen.schafft.arbeit" an die KonTEM GmbH Bonn, eine Ausgründung der Max-Planck-Gesellschaft und des Forschungszentrums caesar. Prof. Harald R. Pfab, Vorsitzender des Vorstands der Sachsen Bank (r.), überreichte den Glaspokal an den Geschäftsführer der KonTEM GmbH, Jörg Wamser, (M.) und den Gruppenleiter Elektromikroskopie am Forschungszentrum caesar, Dr. Stephan Irsen. Foto: Philip Knauth
  • Der vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ausgelobte Sonderpreis für einen herausragenden Technologietransfer mit besonderem Entwicklungspotenzial ging an das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und seine Tochterfirma HZDR Innovation GmbH. Staatssekretär Dr. Henry Hasenpflug (vorne) überreichte gemeinsam mit Prof. Dr. Arnold van Zyl (l. - Rektor der TU Chemnitz) den Preis. Die Preisträger waren vertreten durch Prof. Dr. Peter Joehnk (2.v.l. - Kaufmännischer Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf), Prof. Dr. Andreas Kolitsch (3.v.l. - Geschäftsführer der HZDR Innovation GmbH), Beate-Victoria Ermisch (Geschäftsführerin der HZDR Innovation GmbH) sowie Dr. Björn Wolf (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf). Foto: Philip Knauth
  • Ebenfalls vergeben wurde der für ein besonderes Wachstum ausgelobte Preis der Unternehmensberatung Rödl & Partner. Er ging an die BASELABS GmbH und an die Professur für Nachrichtentechnik der TU Chemnitz. Die Laudatio auf das Team sprach in Vertretung für das Unternehmen Rödl & Partner Prof. Dr. Cornelia Zanger, Inhaberin der Professur Marketing und Handelsbetriebslehre an der TU Chemnitz. Foto: Philip Knauth
  • Prof. Harald R. Pfab, Vorsitzender des Vorstands der Sachsen Bank, appellierte in seiner Laudatio an den Freistaat Sachsen, angesichts der ab 2014 rückläufigen EFRE-Mittel der Europäischen Union mit geeigneten Förderinstrumenten dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Foto: Philip Knauth
  • Staatssekretär Dr. Henry Hasenpflug vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hob den Anteil der sächsischen FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt hervor, der 2010 bei 2,88 Prozent lag und somit etwas höher war als der Wert für Deutschland insgesamt. Foto: Philip Knauth
  • Nach der Preisverleihung suchten viele Gäste das Gespräch in der Transfer-Lounge. Foto: Philip Knauth

Die KonTEM GmbH und das Forschungszentrum caesar in Bonn sowie die Max-Planck-Gesellschaft sind die diesjährigen Sieger im Wettbewerb "wissen.schafft.arbeit", den die Technische Universität Chemnitz zum fünften Mal ausgelobt hat. Der mit 20.000 Euro dotierte Technologie-Transferpreis wurde in diesem Jahr gestiftet von der Sachsen Bank und der Chemnitzer NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH. Den Preis, der unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie steht, erhalten die Sieger für die Entwicklung und den erfolgreichen Transfer eines Phasenkontrastsystems zum Einbau in Transmissions-Elektronenmikroskope. Diese Mikroskope können mit ihrem Auflösungsvermögen winzige Strukturen bis hin zu einzelnen Atomen sichtbar machen. Den Glaspokal nahmen am 27. Mai 2013 der Geschäftsführer der KonTEM GmbH, Jörg Wamser, und der Gruppenleiter Elektromikroskopie am Forschungszentrum caesar, Stephan Irsen, bei einer Festveranstaltung im Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz entgegen. "Besonders überzeugte die Jury die hohe Innovation der Technologie und die beeindruckende Gestaltung des zielgerichteten Transferprozesses von der Grundlagenforschung bis hin zur Marktreife", berichtet Prof. Harald R. Pfab, Vorsitzender des Vorstands der Sachsen Bank.

Die KonTEM GmbH ist eine Ausgründung der Max-Planck-Gesellschaft und des Forschungszentrums caesar mit Sitz in Bonn. Sie realisiert seit April 2010 ein Phasenkontrastsystem zum Einbau in Transmissions-Elektronenmikroskope. "Dieses System ermöglicht einen verbesserten Kontrast bei gleichzeitig hoher Objektauflösung und eröffnet so neue Möglichkeiten bei der Untersuchung biologischer Proben im technologischen Grenzbereich", erläutert Wamser. Die zugrunde liegende Technologie wurde am Max-Planck-Institut für Biophysik erforscht und im Forschungszentrum caesar zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt. "Das Projekt zeigt damit beispielhaft, dass Grundlagenforschung die Basis für innovative und marktgerechte Produkte sein kann, wenn die entsprechenden Transferprozesse optimal gestaltet werden", sagt Wasmer und ergänzt: "Durch die fortgeführte Kooperation mit caesar steht KonTEM eine in dieser Industrie einzigartige Infrastruktur zur Verfügung."

Der Wettbewerb "wissen.schafft.arbeit" richtet sich an Wissenschaftler sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die in der Zusammenarbeit einen effektiven Wissens- und Technologietransfer durchgeführt haben. "Insgesamt gingen 2013 aus ganz Deutschland 24 Bewerbungen an der TU Chemnitz ein", berichtet Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer, und fügt hinzu: "Auf Grund der hohen Qualität aller Bewerbungen war es für die bundesweit zusammengesetzte Jury sehr schwer, einen Preisträger auszuwählen. Deshalb freuen wir uns, dass wir erneut zwei weitere Preise vergeben konnten."

Einer davon ist der vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ausgelobte Sonderpreis für einen herausragenden Technologietransfer mit besonderem Entwicklungspotenzial. Mit diesem Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, wird die erfolgreiche Kooperation zwischen dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Tochterfirma HZDR Innovation GmbH geehrt. Die Ausgründung erfolgte im Oktober 2011, um die am HZDR vorhandenen, teilweise weltweit einzigartigen Infrastrukturen bestmöglich zu nutzen. Mittlerweile hat das Unternehmen mehr als 60 Kunden in Deutschland und weit darüber hinaus und beschäftigt aktuell 25 Mitarbeiter, meist in Teilzeit. 2013 rechnen die Gesellschafter mit einem Umsatz von deutlich über einer Million Euro.

Ebenfalls vergeben wurde der für ein besonderes Wachstum ausgelobte Preis der Unternehmensberatung Rödl & Partner. Er ging die BASELABS GmbH und an die Professur für Nachrichtentechnik der TU Chemnitz. Das Chemnitzer Unternehmen ist eine Ausgründung aus der Professur. Ausgezeichnet werden die Partner für einen fortlaufenden Transferprozess, in dem das Projekt die Stärken der TU Chemnitz gebündelt hat: von der Zusammenführung von Ingenieuren und Kaufleuten im Studium über die Forschung an der Professur für Nachrichtentechnik und die Beratung durch das Gründernetzwerk SAXEED bis zur Unterstützung bei der Personalsuche durch den Career Service der TU. Bei BASELABS entstanden bis heute zehn hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie fünf Stellen für Werkstudenten. Das Unternehmen ist gerade dabei, weitere und auch internationale Märkte zu erschließen, was für die Unternehmensberatung Rödl & Partner ein besonders preiswürdiger Aspekt war.

Stichwort: Wettbewerb und Preis "wissen.schafft.arbeit"

"An Hochschulen wie der TU Chemnitz entstehen besonders viele kreative Ideen und neue Forschungsergebnisse. Umso wichtiger ist es, dass der Weg aus der Wissenschaft in die Wirtschaft, aus dem Labor in den Markt möglichst kurz ist, zumal die Innovationszyklen immer kürzer werden", schreibt Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie sowie Schirmherr des Wettbewerbs "wissen.schafft.arbeit" in seinem Grußwort an die Bewerber der fünften Auflage des Technologie-Transferpreises. "Gerade die Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen verspricht hier großes Potenzial. Denn der deutsche Mittelstand ist in Sachen Innovationskraft gut aufgestellt. Bei uns bringen mehr als die Hälfte der kleinen und mittleren Unternehmen in einem Zeitraum von drei Jahren mindestens ein neues Produkt oder ein neues Verfahren auf den Markt. Im EU-Durchschnitt ist es nur ein Drittel. Diese guten Ansätze müssen wir weiter stärken", heißt es dort weiter.

Der von der TU Chemnitz gemeinsam mit Partnern ausgelobte Wettbewerb "wissen.schafft.arbeit" möchte besonders gelungene Projekte zum Technologie- und Wissenstransfer identifizieren und zur stärkeren Thematisierung und Nachhaltigkeit dieser Prozesse beitragen. Gesucht sind vor allem innovative und nachhaltige Kooperationsformen mit Modellwirkung. Für den mit 20.000 Euro dotierten Preis "wissen.schafft.arbeit" können sich Wissenschaftler sowie kleine und mittelständische Unternehmen bewerben, die gemeinsam einen effektiven Wissens- und Technologietransfer aus der Forschung in die Praxis durchgeführt haben. Ein teilnehmendes Kooperationsteam muss dabei aus mindestens einem wissenschaftlichen Akteur mit Sitz in Deutschland und einem kleinen oder mittelständisch geprägten Unternehmen bestehen.

Weitere Informationen: Telefon 0371 531-13300, E-Mail wissenstransfer@tu-chemnitz.de, http://www.wissenschafftarbeit.de

Mario Steinebach
28.05.2013

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