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Prorektor für Lehre, Studium, und Weiterbildung fasst die Ergebnisse der Umfrage des Rektorats zur Hochschulentwicklung zusammen

Zahlreiche Studierende, Mitarbeiter und Alumni der Technischen Universität Chemnitz haben sich an der Online-Umfrage des Rektorats zur Hochschulentwicklung beteiligt. Insbesondere für die vielen Zuschriften zum Bereich "Vermittlung exzellenter Fachkompetenz und Erhöhung des Studienerfolgs" möchten wir uns sehr herzlich bedanken. Wir haben Grundsätzliches daraus gebündelt und mit Anmerkungen versehen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass nicht jede Einzelmeinung zu einem Spezialthema auf diesem Wege berücksichtigt werden konnte. Das meiste stand ohnedies auf der Agenda des Rektorates und ist nun Teil der Hochschulentwicklungsplanung unseres Hauses.

1. Studienstruktur

Vielen, die sich gemeldet haben, lagen vor allem die Studiengänge und ihre Struktur am Herzen. Mehrfach wurde vorgeschlagen, Studiengänge zu konsolidieren und ihre inhaltliche Abstimmung zu verbessern. Dazu solle der konsekutive Charakter der einzelnen Module und Lehrveranstaltungen gestärkt werden, damit den Studierenden und den Lehrenden noch klarer werde, welche Inhalte in welchen Kursen vermittelt werden. Ungewollte Dopplungen, die keinen didaktischen Hintergrund haben, sollen so aufgedeckt und zukünftig vermieden werden. Gerade für interdisziplinäre Studiengänge, bei denen die Verknüpfungen von MINT- und Nicht-MINT-Fächern generell in vielen Rückmeldungen positiv hervorgehoben werden, sei eine derartige verbesserte Abstimmung notwendig. Diese Harmonisierung könne - nach Aussage der Umfrageteilnehmer - auch die Anzahl von Credit Points und die Prüfungsmodalitäten betreffen, um die betroffenen Module und die Bewertung transparenter zu gestalten.

Für ihre Studiengänge wünschen sich zudem einige Studierende, die sich an der Umfrage beteiligt haben, mehr inhaltliche und organisatorische Flexibilität. Inhaltlich könnte dies beispielsweise mittels Wahlpflichtveranstaltungen erreicht werden. Alternative Prüfungstermine sollen darüber hinaus mehr organisatorische Flexibilität ermöglichen. Nicht nur von Seiten Lehrender und Alumni wird das Niveau vieler Schulabgänger kritisch betrachtet.

Die Struktur der Studiengänge ist ein wichtiger Punkt auf der Agenda des Rektorats. Nachdem der Bologna-Prozess an der TU Chemnitz unter der Maßgabe umgesetzt wurde, die alten Formate ohne inhaltliche Ausdünnung in die Bachelor/Master-Struktur zu überführen, liegen nun Erfahrungswerte zur Studierbarkeit der neuen Studiengänge vor. Allgemein gilt, dass die Master-Studiengänge in allen Fakultäten eine sehr gute Note von Lehrenden und Lernenden erhalten. Dies gilt auch für die interfakultären Hybrid-Studiengänge.

Struktur und Überfrachtung insbesondere des Bachelor-Studiums sollten indes überdacht werden. Als Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung rege ich hier eine sehr weitreichende Überarbeitung der Studieneingangssemester an. Nach dem zweiten Semester ist der größte Drop-out zu verzeichnen, und dies in nahezu allen Studiengängen aller Fakultäten. Ein Umbau der ersten beiden Semester böte sehr weitreichende Vorteile: Erstens könnten hier die studienbefähigenden Angebote - also die Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Schlüsselkompetenzen, Soft skills und Sprachen - gebündelt werden, die dann zweitens eine inhaltliche und strukturelle Straffung des dritten bis fünften Semesters nach sich zögen. Außerdem könnte drittens eine weniger reglementierte Studieneingangsphase die fachliche Orientierung der Studierenden befördern - etwa, indem das konkrete Studienfach erst nach den Erfahrungen im ersten Semester festgelegt würde. Dies könnte viertens auch mögliche Defizite, die den Übergang vom Gymnasium an die Universität erschweren, auszugleichen helfen.

2. Fortbildungen für Lehrpersonal

Ein weiteres Thema, das in vielen Kommentaren der Befragung ausgeführt wurde, betraf die möglichen Weiterbildungen der Dozenten. Während deren fachliche Expertise häufig positiv hervorgehoben wurde, schlagen einige Studierende ergänzende Weiterbildungen für die Lehrenden vor. Diese Fortbildungen betreffen vor allem die Didaktik, aber auch weitere Schüsselkompetenzen, wie Fähigkeiten zur Moderation, Kommunikation und Konfliktlösung, Rhetorik und Präsentationstechniken sowie Methodenkompetenz. Eine flächendeckende Evaluation von Lehrveranstaltungen befürworten ebenfalls einige der Studierenden.

Das Rektorat ist bestrebt, alle erdenklichen Maßnahmen zu ergreifen, um die hochschuldidaktische Fortbildung des Lehrpersonals nicht nur zu unterstützen, sondern - insbesondere bei Habilitierenden - auch zu fixieren. Die TU Chemnitz ist dabei, im Zusammenspiel mit dem Hochschuldidaktischen Zentrum in Leipzig ein möglichst breites Angebot an Kursen auch dauerhaft in Chemnitz zu verorten.

3. Angebote für Studierende

Ein dritter Bereich, der von den Umfrageteilnehmern häufig genannt wurde, betrifft die zusätzlich erwünschten Angebote der Universität für ihre Studierenden. Meistgenannt sind dabei verpflichtende Lehrveranstaltungen in englischer Sprache und eine erhöhte Anzahl der Kurse am Zentrum für Fremdsprachen. Darüber hinaus wünschen sich zahlreiche derzeitige und ehemalige Universitätsangehörige mehr Praxisbezug in der Lehre und eine deutlichere Berufsvorbereitung sowie mehr Veranstaltungen zu den bereits genannten Schlüsselkompetenzen auch für Studierende.

Die TU Chemnitz bemüht sich, ihr Profil gerade im Bereich der Master-Studiengänge zu konturieren. Hier ist zukünftig mit einem breiteren Zustrom von Studierenden auch aus dem Ausland zu rechnen. Schon vor diesem Hintergrund ist eine Anhebung der englischsprachigen Studiengänge dort, wo es fachlich geboten ist, erwünscht. Die Universitätsleitung wird dafür Sorge tragen, dass das Zentrum für Fremdsprachen als eine zentrale Einrichtung der TU ein bedarfsorientiertes, akademisch valides Angebot aufrecht erhält und unter fachwissenschaftlicher Anleitung gegebenenfalls ausbaut.

4. Situation der Beschäftigten (Mittelbau)

Zu den "Klassikern" aller Debatten um die Beschäftigungsverhältnisse an der TU Chemnitz gehört die Frage nach der besonderen Situation des Mittelbaus. Viele Beschäftigte wünschen sich zum einen mehr Flexibilität, zum anderen längere Laufzeiten der Verträge. Die Verwaltung hat diesbezüglich in anerkennenswerter Weise reagiert. Sie ist mit entsprechenden Aufforderungen an die Fakultäten herangetreten, Verträge frühzeitig und mit einer angemessenen Dauer abzuschließen. Die Umsetzung liegt freilich weiterhin bei den Professuren. Im Bereich der Drittmittelstellen kann auf Grund der oft nicht vorhandenen Planbarkeit natürlich nicht analog verfahren werden.

5. Verschiedenes

Verschiedentlich wurde die Stellensituation im Hinblick auf die Lehre diskutiert. Die TU wird in ihren Bemühungen, erforderliches Lehrpersonal den Fakultäten zeitnah zuzuführen, nicht nachlassen. In mancher Hinsicht sind der Universität freilich die Hände rechtlich gebunden (Lehrkräfte für besondere Aufgaben; NCs; Aufnahmeprüfungen usw.). Für die Vakanz von Professuren sollte eine Wiederbesetzung spätestens nach dem zweiten Vertretungssemester verbindlich werden. Mit dem Startschuss für den Umbau der "Alten Aktienspinnerei" wird eine hervorragende Bibliothek als Wissensbasis geschaffen, die ihr Angebot durch Synergien weiterhin verbessern wird. Das Rektorat weiß sich schließlich mit denen, die eine unkomplizierte Schaffung innovativer Professuren fordern, völlig einig.

Insgesamt zeigte die Befragung, dass viele Studierende, Beschäftigte und Alumni der TU Chemnitz eine außerordentlich hohe Meinung von ihrer Universität haben. Sie artikuliert sich daher auch in berechtigten, wenn auch hohen Ansprüchen. Das Rektorat ist bestrebt, mit den Akteuren auf allen Ebenen kontinuierlich und einvernehmlich an der Lösung von Problemen und der Verbesserung der Gesamtsituation zu arbeiten.


Für das Rektoratskollegium

Prof. Dr. Christoph Fasbender
Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung

Mario Steinebach
21.12.2012

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