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Spende für die Kinder-Uni Chemnitz

Bei der Kinder-Uni Chemnitz gab es am 11. November 2012 einen geschichtlichen Einblick in die Computerwelt - Sonja und Dr. Jürgen Oehlschläger spendeten 2.000 Euro

  • Sonja (M.) und Dr. Jürgen Oehlschläger überreichten gemeinsam mit ihrem Enkel Maximilian einen Scheck über 2.000 Euro an Anja Schanze (2.v.r.) und Dr. Renate Wißuwa vom Team der Kinder-Uni Chemnitz. Foto: Philip Knauth
  • In der anschließenden Kindervorlesung erklärte Prof. Dr. Friedrich Naumann, warum Maschinen rechnen können. Foto: Philip Knauth
  • Dazu hatte er euch mehrere alte Rechenmaschinen als Anschauungsmaterial im Gepäck. Foto: Philip Knauth

Die zweite Kinder-Uni-Vorlesung im Wintersemester 2012/2013 startete außergewöhnlich: Sonja und Dr. Jürgen Oehlschläger überreichten einen Scheck über 2.000 Euro. "Wir kennen durch unseren Enkel Maximilian die tollen Vorlesungen der Kinder-Uni Chemnitz. Wir sind begeistert und freuen uns über das, was die Kinder an der TU Chemnitz geboten bekommen", sagte Sonja Oehlschläger und ergänzte: "Mein Mann als langjähriger Mitarbeiter der TU und ich als ehemalige Studentin fühlen uns sehr verbunden mit der Universität und möchten auf diesem Weg auch alle anderen Großeltern und Eltern ermutigen, etwas für die Region und die Universität zu tun. Egal ob mit einer Geldspende oder mit ehrenamtlichem Engagement." Die Organisatorin der Kinder-Uni Chemnitz, Anja Schanze, freut sich sehr über die großzügige Spende. "Durch diese Spende sind für das nächste Semester der Kinder-Uni Chemnitz Studienausweise, Programmflyer und Schlüsselbänder wieder gesichert." Die Kinder-Uni Chemnitz finanziert sich ansonsten über Sponsoren, wie die Volksbank Chemnitz eG.

In der anschließenden Vorlesung ging es um die Frage "Wie kommt es, dass Maschinen rechnen können?". Die Antwort gab der Historiker Prof. Dr. Friedrich Naumann, der bis 2005 an der TU Chemnitz die Professur Wissenschafts-, Technik- und Hochschulgeschichte innehatte. "So viele Zuhörer hatte ich noch nie. Ich bin ganz aufgeregt", begann Prof. Naumann seinen Vortrag vor den rund 400 interessierten Sieben- bis Zwölfjährigen. Dabei ging er tief zurück in die Urzeiten, als das Zählen erfunden wurde. Für eine Menge an Steinen, Knochen oder Kühen wurden die ersten Zahlenzeichen erfunden. Diese erfanden die Maya, ein Urvolk in Mittel- und Südamerika. Sie setzten Punkte für bestimmte Mengen ein. Die Chinesen dagegen zeichneten Striche. Aus dem indisch-arabischen Zahlensystem entstand schließlich unsere heutige dezimale Zahlenfolge. Beim römischen Zahlensystem konnten dann alle Juniorstudenten fleißig mitzählen und hatten natürlich die richtigen Zahlenantworten parat.

Nicht nur über Zahlen erfuhren die Juniorstudenten etwas, auch viele berühmte Menschen, die die Mathematik und die Entwicklung des Rechnens beeinflusst haben, wurde vorgestellt. Angefangen bei Georgius Agricola, der das Kerbholz, auch Zählstab genannt, erfand. Wenn man heute den Spruch "Der hat was auf dem Kerbholz" hört, geht dies darauf zurück. Auch der Ausspruch "Das macht nach Adam Ries(e)" wurde im 16. Jahrhundert begründet. Er geht auf den Rechenmeister Adam Ries zurück. Ries gilt als "Vater des modernen Rechnens", da er entscheidend dazu beitrug, die in der Praxis unhandliche römische Zahlendarstellung durch die strukturierten indisch-arabischen Zahlzeichen zu ersetzen.

Ein auch sehr bedeutender Mann war Wilhelm Schickard, denn er entwarf 1623 die erste Rechenmaschine. Mehr als 300 Jahre später, 1941, wurde dann der erste Computer erfunden. Konrad Zuse entwarf den Zuse Z3. So ein Computer war 1.000 Kilogramm schwer und benötigte sehr viel Platz. Der Unterschied zur Rechenmaschine ist, dass der Computer einen Prozessor, also einen Speicher besitzt, und sich so die eingegebenen Informationen merken kann. "So ein Computer ist eigentlich dumm", sagte Prof. Naumann und ergänzte: "Man muss ihn mit Informationen füttern. Er benötigt ein Programm, also eine Art Rezept mit Zutaten und Zubereitungsanleitung, um richtig zu funktionieren." Früher stand auf einem Lochband die benötigte Zahlenkombination, heute sind kleine Mikroprozessoren in einem Computer versteckt.

Weitere Informationen: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Kontakt: Anja Schanze, Telefon 0371 531-13300, E-Mail kinderuni@tu-chemnitz.de

(Autoren: Anja Schanze und Katharina Thehos)

Katharina Thehos
12.11.2012

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