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Professur Wirtschaftsmathematik
Kulturgut Mathematik
 
Imagebild zur Votragsreihe

VORTRAGSREIHE

"Kulturgut Mathematik und ..."

Ausgelöst durch die erfolgreiche Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025 wollen wir, Professorinnen und Professoren der Fakultät für Mathematik, TU Chemnitz sowie Evangelisches Forum Chemnitz, eine Vortragsreihe "Kulturgut Mathematik und ..." ins Leben rufen. Es wird also angestrebt, Mathematik mit jeweils einem anderen Gebiet zu verbinden, z.B. Religion, Politik, Kunst, Justiz, Geschichte, Logistik, Musik, Arbeit etc. Die etwa einstündigen Vorträge sollen an den entsprechenden Orten in Chemnitz stattfinden, z.B. Kirche, Rathaus, Kunstsammlung, Gericht, Universität, Eisenbahnmuseum, Musikschule, Haus der Gewerkschaften etc. Die Vorträge werden meistens einmal pro Semester angeboten. Das Ziel der Vortragsreihe ist, die Mathematik "salonfähig" zu machen, interdisziplinäre Verbindungen auszuarbeiten, die Stadtöffentlichkeit für die Relevanz der Mathematik zu sensibilisieren und interessante Diskussionen anzuregen. Bei der Organisation werden wir vom Pfarrer Stephan Tischendorf unterstützt, der das Evangelische Forum Chemnitz leitet und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Chemnitz ist. Das Projekt wird im Rahmen der uniweiten Initiative TUCculture2025 beworben.

Titel: Deutsche Mathematik im Dritten Reich zwischen Rassismus und Antisemitismus (Plakat, TUCaktuell)

Referent: Prof. Dr. Peter Stollmann, TU Chemnitz

Gastgeber: Stephan Luther, Leiter des Universitätsarchivs der TU Chemnitz

Zeit: Dienstag, 18. Juni 2024, um 18:00 Uhr

Ort: Hörsaal C10.112 (alt 2/N112) der TU Chemnitz, Reichenhainer Str. 90, 09126 Chemnitz

Kurzbeschreibung: Während sich die Mathematik inhaltlich durch eine große Zeitlosigkeit auszeichnet, sind Mathematiker:innen auch immer in politische und historische Zusammenhänge eingebunden, was die Entwicklung mathematischer Forschung durchaus beeinflusst. Im Vortrag geht es hauptsächlich um die Mathematik in der Zeit des Nationalsozialismus: um Biographien, konkurrierende Ansichten zu den Grundlagen der Mathematik und die verheerenden Folgen einer menschenverachtenden Ideologie.

Titel: Iudex non calculat (?) (Plakat, TUCaktuell, Folien)

Referent: Prof. Dr. Oliver Ernst, TU Chemnitz

Gastgeber: Dr. Dominik Schulz, Präsident des Landgerichts Chemnitz

Zeit: Donnerstag, 25. April 2024, um 18:00 Uhr

Ort: Landgericht Chemnitz, Saal 036, Eingang Hohe Straße 19, 09112 Chemnitz

Kurzbeschreibung: Die Redensart deutet zunächst auf eine gewisse Distanz zwischen Mathematik und Rechtswesen. Tatsächlich verbindet Justiz und Mathematik neben einer Jahrtausende währenden gemeinsamen Historie auch viele Denkstrukturen von der aristotelischen Logik über Entscheidung unter Ungewissheiten bis hin zu aktuellen Herausforderungen durch künstliche Intelligenz. Im Vortrag soll deutlich gemacht werden, dass Mathematik auch im Bereich der Justiz eine nicht immer sichtbare aber dennoch bereichernde Rolle spielt.

Titel: Mathematik und Ästhetik (Plakat, TUCaktuell, Folien)

Referent: Prof. Dr. Batu Güneysu, TU Chemnitz

Gastgeber: Dr. Stefan Thiele, Kurator am Schloßbergmuseum, Kunstsammlungen Chemnitz

Zeit: Mittwoch, 25. Oktober 2023, um 18:30 Uhr

Ort: Schlossbergmuseum, Schloßberg 12, 09113 Chemnitz

Kurzbeschreibung: Spätestens seit den Arbeiten des US-amerikanischen Mathematikers George David Birkhoff aus dem Jahre 1932 gibt es Versuche, die Schönheit von Objekten in einem mathematischen Sinne zu erfassen. Birkhoff definiert das sogenannte ästhetische Maß eines Objektes als den Bruch O/C, wobei O die Ordnung des Objektes bezeichnet und C dessen Komplexität. In diesem Vortrag werde ich erklären, wie man prinzipiell diese beiden Größen mit Methoden der Informationstheorie bzw. statistischen Physik bestimmen kann, um so einen konzeptuellen Schönheitsbegriff zu erhalten.

Titel: Kann Mathematik helfen, ein wirklich faires Wahlverfahren festzulegen? (Plakat, TUCaktuell, Folien)

Referent: Prof. Dr. Philipp Reiter, TU Chemnitz

Gastgeber: Ralph Burghart, Bürgermeister der Stadt Chemnitz

Zeit: Dienstag, 4. Juli 2023, um 18:00 Uhr

Ort: Stadtverordnetensaal des Rathauses, Markt 1, 09111 Chemnitz

Kurzbeschreibung: Kann Mathematik helfen, ein wirklich faires Wahlverfahren festzulegen? Gibt es so etwas überhaupt? Und wofür braucht man Mathematik sonst noch in der Politik? Wesentlich für die Organisation eines demokratischen Gemeinwesens ist die Festlegung von Abstimmungsmechanismen, die in transparenter Weise zu nachvollziehbaren Entscheidungen führen. In der Praxis wirft das Design von Wahlverfahren jedoch einige grundsätzliche Schwierigkeiten auf, die in diesem Vortrag illustriert werden sollen.

Titel: Das salomonische Urteil im mathematischen Kontext (Plakat, TUCaktuell, Folien)

Referent: Prof. Dr. Vladimir Shikhman, TU Chemnitz

Gastgeber: Pfarrer Stephan Tischendorf, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Ev.-Luth. Kirchenbezirk Chemnitz

Zeit: Dienstag, 1. November 2022, um 18:00 Uhr

Ort: Jakobisaal der evangelisch-lutherischen Gemeinde, Theaterstr. 25, 09111 Chemnitz

Kurzbeschreibung: In diesem Vortrag wird auf das salomonisches Urteil aus der Bibel im mathematischen Kontext eingegangen. Es handelt von zwei Frauen, die beide das selbe neugeborene Kind für sich beanspruchen. König Salomo befiehlt, das Kind entzwei zu schneiden. Daraufhin verzichtet die Mutter des Kindes darauf, um es zu retten. Hingegen ist die andere Frau mit dem Befehl einverstanden. So erkennt König Salomo, wer die wahre Mutter ist, und gibt ihr das Kind wohlerhalten zurück. Das durch seine Weisheit und Gerechtigkeit berühmte Urteil von Salomo ist ein Beispiel von Mechanismus-Design. Mechanismus-Design ist ein Teilgebiet der Spieltheorie, das Regeln – und damit die Anreize – für Kontrahenten festlegt, um ein gewünschtes Gesamtergebnis zu erzielen, auch wenn diese ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgen. Das bekannteste Beispiel von Mechanismus-Design in den Wirtschaftswissenschaften sind unterschiedlich gestaltete Auktionen. Wir werden hier zwei Mechanismus-Designs präsentieren, die das salomonische Urteil ermöglichen, ohne dass das Kind einer Gefährdung unterzogen wird. Die Interaktionen beider Mütter in den entsprechenden Mechanismus-Designs wird mit Hilfe der Rückwärtsinduktion analysiert.

 

Weitere Veranstaltungen der Vortragsreihe

WiSe 2024/25: Kulturgut Mathematik und LOGISTIK (Prof. Dr. Christoph Helmberg, TU Chemnitz)

SoSe 2025: Doppelvortrag

WiSe 2025/26: Kulturgut Mathematik und ARBEIT (Prof. Dr. Vladimir Shikhman, TU Chemnitz)

SoSe 2026: Kulturgut Mathematik und MEDIZIN (Prof. Dr. Daniel Potts, TU Chemnitz)

Die Vortragsreihe "Kulturgut Mathematik und ..." wird unterstützt durchLogo Evangelisches Forum Chemnitz