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"Diese Lebenserfahrung hilft mir bis heute"

Assoc. Prof. Dr. Nguyen Phong Dien wurde an der TU Chemnitz promoviert und ist heute Direktor des Vietnamesisch-Deutschen Zentrums sowie Dekan der Fakultät für Weiterbildung der Universität in Hanoi

  • Assoc. Prof. Dr. Nguyen Phong Dien verfasste seine Doktorarbeit von 1998 bis 2002 an der Professur Maschinendynamik/Schwingungslehre der TU Chemnitz. Foto: privat

Nach dem Maschinenbau-Studium im vietnamesischen Hanoi kam er 1998 zur Promotion nach Chemnitz: Nguyen Phong Dien, der seine Dissertation an der Professur Maschinendynamik/Schwingungslehre der TU verfasste. Gefördert mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und betreut von Prof. Dr. Hans Dresig forschte er über Anwendungsmethoden der Zeit-Frequenz-Analyse zur Erkundung von Schwingungsursachen in Maschinen. Heute ist Assoc. Prof. Dr. Nguyen Phong Dien Direktor des Vietnamesisch-Deutschen Zentrums an der Hanoi University of Science and Technology (TU Hanoi) sowie Dekan der dortigen Fakultät für Weiterbildung. Für "Uni aktuell" stellte er sich den Fragen von Katharina Thehos.

Sie haben 2002 ihre Promotion in Chemnitz abgeschlossen und sind zurückgekehrt nach Vietnam. Waren Sie anschließend nochmals zur Forschung in Deutschland?

Ja, sogar mehrfach. Zunächst habe ich nach der Promotion am Lehrstuhl für Angewandte Mechanik an der TU Hanoi gearbeitet. Nachdem ich im Februar 2007 Direktor des Vietnamesisch-Deutschen Zentrum unserer Universität wurde, hatte ich die Gelegenheit für weitere Forschungsaufenthalte im Ausland. Im Oktober und November 2007 sowie im Juli und August 2011 war ich an der TU Hamburg-Harburg. Mit dem dortigen Institut für Baustatik und Stahlbau arbeite ich gemeinsam in einem Projekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Wir untersuchen Schwingungen von Seilbrücken in Vietnam unter Einwirkung von Wind und Verkehr. Die dritte Phase dieses Projektes läuft noch bis 2013. 2008 konnte ich für mehrere Wochen die Iwaki-Meisei University in Japan besuchen, bevor ich von Juni bis August 2009 erneut in Deutschland war: an der Universität in Karlsruhe am Institut für Technischen Mechanik.

Gab es in den vergangenen zehn Jahren auch weitere Kontakte nach Chemnitz?

Natürlich. Wenn ich zu Geschäftsreisen in Deutschland bin, besuche ich auch die TU Chemnitz. Mit meinem Betreuer Professor Dresig habe ich noch oft gemeinsam geforscht und publiziert. Unser letzter gemeinsamer Artikel wurde erst im vergangenen Jahr in der Zeitschrift "Technische Mechanik" veröffentlicht.

Profitieren Sie bei Ihrer heutigen Arbeit von Ihrer Zeit in Deutschland?

In dem vierjährigen Promotionsstudium hatte ich die Chance, die deutsche Denkweise und Arbeitsmethode sowie die vorbildliche Disziplin und Verantwortung kennen zu lernen. Diese Lebenserfahrung hilft mir bis heute: sowohl beim Management einer Fakultät mit mehr als 10.000 Studierenden als Dekan, als auch beim Direktorat des Vietnamesisch-Deutschen Zentrums. Seit 2007 bin ich in diesem Zentrum für die deutsch-vietnamesische Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Technik und Kultur zuständig. Außerdem habe ich die systematische Forschungsmethode von deutschen Professoren und Kollegen gelernt. Diese Erfahrungen haben mir bei der Forschung in Vietnam Erfolg gebracht, der sich in rund 40 Publikationen niederschlägt, die teilweise in internationalen Zeitschriften und Tagungsbänden veröffentlicht wurden.

Können Sie anderen ausländischen Hochschulabsolventen eine Promotion in Chemnitz empfehlen?

Ich habe bereits einen meiner vietnamesischen Studenten zur Promotion an die TU Chemnitz geschickt. Tan Nguyen Dang arbeitet an der Professur Montage- und Handhabungstechnik an seiner Dissertation und wird von Professor Maik Berger betreut. Da ich den Zustand der Ausbildung an der TU und vor allem an der Fakultät für Maschinenbau sehr gut finde, werde ich auch in Zukunft Studierenden eine Promotion in Chemnitz empfehlen.

Im Februar 2012 war das Vietnamesisch-Deutsche Zentrum eine Station auf der Delegationsreise unter Leitung von Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Sabine von Schorlemer. Welche Chancen sehen Sie für die Zusammenarbeit von Vietnam und Sachsen?

Sachsen besitzt viele Stärken in Industrie, Ausbildung, Wissenschaft und Technik. Der Freistaat beheimatet zahlreiche Konsortien, Universitäten und Institutionen und hat durch seine Wirtschaftskraft viel Potenzial zum Ausbau der Investitionen und der Zusammenarbeit mit Vietnam. Heutige Chancen des Verhältnisses zwischen Sachsen und Vietnam liegen meiner Meinung nach in der Ausbildung: bei Programmen für den Austausch von Studierenden und Professoren, bei der Förderung von hochqualifizierten Fachkräften sowie der Unterstützung des Dualen Ausbildungssystems durch die Zusammenarbeit von Fachbetrieben, Unternehmen und Universitäten.

Vielen Dank!

Katharina Thehos
11.10.2012

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