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  • Prof. Dr. Stefan Garsztecki ist Inhaber der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas. Foto: privat
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Historischer Diskurs und politische Kultur in Ostmitteleuropa

Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Inhaber der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas, hält am 1. Juni 2011 seine Antrittsvorlesung

"Historischer Diskurs und politische Kultur in Ostmitteleuropa" lautet der Titel der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Stefan Garsztecki. Der Inhaber der Professur Kultur- und Länderstudien spricht am 1. Juni 2011 um 19 Uhr im Raum N113 des Hörsaalgebäudes an der Reichenhainer Straße 90.

Zum Inhalt der Vorlesung: Nach 1989 war der öffentliche Diskurs in den postsozialistischen Gesellschaften Ostmitteleuropas häufig von historischen Themen geprägt. Zunächst wurde der Versuch unternommen, den Gesellschaften ihr historisches Gedächtnis zurückzugeben und die weißen Flecken der sozialistischen Geschichtsschreibung auszufüllen. Die Erinnerung an den Warschauer Aufstand, an den slowakischen Nationalaufstand, an Prager Frühling oder Budapester Aufstand wurden zu Gründungsmythen der jungen Demokratien. Sehr bald erfolgte publizistisch, historiographisch und politisch aber auch der Beginn einer historischen Aufarbeitung von bilateralen Verhältnissen, sei es zu Nachbarnationen, sei es zu Minderheiten im Lande. Die litauische Involvierung in den Holocaust, die polnische oder tschechische Umsetzung des Potsdamer Abkommens gegenüber der deutschen Bevölkerung eignen sich aber als Gründungsmythos sehr viel weniger, da sie sich mit eigener Schuld auseinandersetzen. Der historische Diskurs wurde damit internationaler, reflexiver und mit vielfältigen gesellschaftlichen Abwehrmechanismen konfrontiert. Die politischen Kulturen Ostmitteleuropas sind daher oft von konfrontativen Elementen im öffentlichen Diskurs geprägt, wie in Ungarn, Polen oder der Ukraine. Hierzu trugen auch die Trennlinien bei, die durch die unvollständige Aufarbeitung des Stalinismus und Sozialismus geprägt wurden. Aktuelles Anliegen ist es daher, innergesellschaftlich neue Formen des Umgangs mit historischem und gesellschaftlichem Dissens zu finden, um eine konsensualere politischen Kultur zur Integration der jungen Demokratien aufzubauen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Telefon 0371 531-38385, E-Mail stefan.garsztecki@phil.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
23.05.2011

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