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"Die ganze Welt ist eine Bühne" - oder eine spannende Reise in die Zeit Shakespeares

Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Cecile Sandten stellte am 21. November 2010 das "Globe Theatre" vor, sprach über eine junge Königin, furchtlose Piraten, über Königsmörder und über die Liebe

  • Eine Frau im Männerkostüm: Prof. Dr. Cecile Sandten entführte die Juniorstudenten nach England im 16. Jahrhundert. Foto: Mario Steinebach
  • Auf zwei Leinwänden konnten die Kinder viel sehen - so auch Königin Elisabeth I., die bereits mit 25 Jahren den englischen Thron bestieg. Foto: Mario Steinebach
  • William Shakespeare hatte drei Kinder, darunter die Zwillinge Hamnet und Judith, die hier im Bild gemeinsam mit ihrem Vater dargestellt wurden. Wer dieses Bild gemalt hat, wurde in der Kinder-Uni nicht verraten. Foto: Mario Steinebach
  • Etwa 600 Gäste lauschten zur Kinder-Uni den Ausführungen von Prof. Dr. Cecile Sandten. Foto: Mario Steinebach

Eine Professorin an einer Universität - das hätte es vor 450 Jahren in England nicht gegeben. Deshalb schlüpfte Prof. Dr. Cecile Sandten, Inhaberin der Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz, am 21. November 2010 in ein Männerkostüm. Zur zweiten Vorlesung der Kinder-Uni im Wintersemester 2010/2011 mit dem Thema "‚Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage’ … William Shakespeare für Kinder" tauchte sie ein in die Welt des Theaters zu jener Zeit. Die Juniorstudenten sowie deren Eltern und Großeltern erfuhren einiges über die Herrschaft der jungen Königin Elisabeth I., über den Freibeuter und Weltumsegler Francis Drake sowie über die damalige Mode. Mit Hilfe vieler Folien zeichnete Sandten ein buntes Bild von England im 16. Jahrhundert.

Hier - genauer gesagt in Stratford-upon-Avon - wurde 1564 William Shakespeare geboren, der berühmte englische Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Insgesamt schrieb er 40 Theaterstücke, in denen er die Welt auf die Bühne brachte. Viele schrieb er für seine Theatertruppe, mit der er unterwegs war. Ab 1599 war Shakespeare Mitbesitzer des Londoner "Globe Theatre", wodurch er viel Geld verdiente und zunehmend Einfluss in der Gesellschaft gewann. Weltberühmt sind die Tragödien Hamlet, Romeo und Julia sowie Macbeth, die oft verfilmt und auf unzähligen Bühnen unserer Welt noch heute aufgeführt werden.

Die beiden Chemnitzer Anglistik/Amerikanistik-Studentinnen Annika Bauer und Nora Ziprian sowie Philosophie-Student Daniel Wagner boten zur Kinder-Uni einige Kostproben aus dem literarischen Schaffen Shakespeares - dabei waren sie etwas aufgeregt vor dem 600 Gäste umfassenden Auditorium und klammerten sich an ihre Spickzettel. Im "Globe Theatre" am Südufer der Themse hätten sie vor 400 Jahren sogar mit mehr als 3.000 Zuschauern rechnen dürfen, die - da es ja bekanntlich noch kein Fernsehen gab - zur Bühne eilten, um etwas zu erleben. Geister und Hexen, Liebe und Tod, Zauberhaftes aus fernen Ländern - all das bot Shakespeare in seinen Stücken. "Dabei musste auch er vorsichtig sein und durfte nicht zu kritisch werden, denn sonst hätte man ihm den Kopf abgeschlagen", umschrieb Sandten die harten Rahmenbedingungen im Theatergeschäft.

Shakespeares Stücke leben in unserer heutigen Zeit auch fast vierhundert Jahre nach seinem Tod fort. Viele Kinder kennen den berühmten englischen Dichter und seine Stücke. Zum Beispiel ist die Komödie "Ein Sommernachtstraum" eines der meistgespielten Shakespeare-Stücke und gilt als ein Klassiker für Schultheaterinszenierungen. "Shakespeare hat mit seinen Theaterstücken nicht nur die ganze Welt wie Venedig, Böhmen, Dänemark, Schottland oder eine Insel weit draußen im atlantischen Ozean zu seiner Bühne gemacht, sondern auch heute noch aktuelle Themen wie Chaos, Macht und Machtmissbrauch, Eifersucht, Liebe, Neid, Hass oder Alter und Tod auf vielfältige Weise angesprochen", sagt Sandten, die nach einer Stunde Vortrag und vielen Autogrammen in den Studienbüchern der Kinder, ihr Männerkostüm wieder ablegen konnte.

Weitere Informationen zur Kinderuni an der Technischen Universität Chemnitz: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Mario Steinebach
21.11.2010

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