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Studieren bis zum Umfallen? - Das muss nicht sein!

Die psychosoziale Beratungsstelle der TU Chemnitz bietet Studierenden Hilfestellung in seelischen Notlagen

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In der Wilhelm-Raabe-Straße 43 sorgen Denise Winkler, Prof. Dr. Stephan Mühlig und Stefanie Fuchs (v.l.) für die psychosoziale Beratung. Foto: Christian Schenk

Studierende schlafen lang, haben die Hälfte des Jahres Ferien und immer Zeit für eine gute Party? Weit gefehlt. Prüfungen, Referate, Hausarbeiten und nebenbei den Lebensunterhalt finanzieren - das Leben als Student kann stressig werden, Probleme aufwerfen und sogar krank machen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) meldet für das Jahr 2008 einen Anstieg der Inanspruchnahme psychologischer Gruppen- oder Einzelberatungen im Rahmen des Angebots der Studentenwerke um 20 Prozent. Häufige Probleme sind laut DSW Lern- und Arbeitsstörungen, allgemeine Leistungsprobleme, Fragen zur Arbeitsorganisation und zum Zeitmanagement, Prüfungsangst, depressive Verstimmungen, Identitäts- und Selbstwertprobleme. Die Umstellung von Magister- und Diplomstudiengängen auf das Bachelor-System im Zuge des Bologna-Prozesses und der damit verbundene Zeit- und Leistungsdruck, die allgemeine unsichere Lebenssituation der Studierenden aber auch Zukunftsängste gelten als Auslöser. Gleichzeitig ist die Hemmschwelle gesunken, sich an Beratungseinrichtungen zu wenden. Zu Recht, denn Probleme können nur gelöst werden, wenn sie als solche wahrgenommen und angegangen werden.

Bundesweit bieten 43 Studentenwerke eine psychologische Beratungsstelle für Studierende an. Die TU Chemnitz kann über das Angebot des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau hinaus mit einer psychosozialen Beratungsstelle am Institut für Psychologie punkten. Die Professur für Klinische Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Mühlig in der Wilhelm-Raabe-Straße 43 hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studierende und Mitarbeiter der TU Chemnitz, aber auch - sofern die Kapazitäten dies zulassen - universitätsfremde Personen bei seelischen Schieflagen zu unterstützen. Gemeinsam mit den Psychologinnen Denise Winkler und Stefanie Fuchs bietet Prof. Mühlig vielfältige Beratungsleistungen an. Bei akuten Krisen (z.B. Trennungs- oder Verlustereignisse, Krankheiten, Unfälle oder andere schwerwiegende Lebensereignisse sowie Selbsttötungsphantasien) wird kurzfristige unbürokratische Hilfe offeriert. Eine Notfallhotline mit 24 Stunden Rufbereitschaft befindet sich derzeit im Aufbau. "24 Stunden Rufbereitschaft kostet den betreffenden Psychologen nicht nur viel Zeit, sondern auch Kraft. Der Unialltag läuft ja weiterhin parallel. Momentan sind wir deshalb bemüht, die Finanzierung abschließend zu klären", konstatiert Prof. Mühlig.

Studierende mit allgemeinen Studien- und Lebensproblemen erhalten in Einzelgesprächen lösungsorientierte Informationen und praktische Tipps rund um einen gesundheitsförderlichen Lebensstil und allgemeine Gesundheitsaufklärung. Dazu zählen unter anderem die Früherkennung und Verhütung von Suchterkrankungen sowie die Verminderung von Risikofaktoren durch Entspannung, Stressbewältigung und Bewegungstraining. Darüber hinaus erhalten die Klienten kompetenten Rat zur Steigerung ihrer psychosozialen Kompetenzen. Das schließt nicht nur ein Training sozialer Kompetenzen ein, sondern gleichfalls die Steigerung von Selbstsicherheit, die Stärkung der Problemlösungs- und Kommunikationsfähigkeiten, die Bewältigung von Belastungen und Krisen, aber auch das Aufzeigen von Zukunftsperspektiven. Stellt sich im Gespräch heraus, dass der Ratsuchende ein behandlungsbedürftiges Problem hat, bemüht sich die Beratungsstelle um eine rasche Weiterleitung an spezialisierte Einrichtungen oder Therapeuten. "Wir verstehen uns in erster Linie als ein Kriseninterventionsteam. Es gab in den vergangenen Jahren auch Fälle, in denen Studierende den Freitod wählten. Soweit muss es nicht kommen. Aus jeder Krise führt mindestens ein Weg hinaus. Wir möchten Pfade aufzeigen und Zukunftsperspektiven wiederbeleben", erklärt Prof. Mühlig.

Terminvereinbarungen und weiterführende Informationen: Denise Winkler, Telefon 371 531-38233, E-Mail denise.winkler@psychologie.tu-chemnitz.de.

Psychosoziale Beratungsstelle an der TU Chemnitz: http://www.tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/klinpsy/BFC/index.php

(Autorin: Jacqueline Rettschlag)

Mario Steinebach
26.01.2010

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