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Gautschfest auf der Gutenbergwiese

Anno Domini des sechsten Tages im Juli 2009: Institut für Print- und Medientechnik pflegt uralten Brauch und nimmt die "Kornuten" feuchtfröhlich in die Druckerzunft auf

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Bild oben: Gautschmeister Martin Mellendorf erläutert die Gautschzeremonie. Bild unten: Die drei Packer werfen die Kornutin Manuela Otto in den Bottich. Fotos: Mario Steinebach

"Pakket an! Lasst seinen Corpus posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durstgen Seel´ ein Sturzbad gebet obendrauff! Das ist dem Jünger Gutenbergs die allerbeste Tauff!" - so schallte es am 6. Juli 2009 wieder auf der "Gutenbergwiese" hinter dem Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz. Gemäß dem bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Brauch der Buchdrucker wurden ausgewählte Studierende und Mitarbeiter des Instituts mit einer feierlichen Wassertaufe in den Kreis der Jünger Gutenbergs aufgenommen.

Vier so genannte Kornuten (Anwärter) wurden vom Gautschmeister Martin Mellendorf aufgerufen und anschließend von drei Packern in den mit Wasser gefüllten Bottich getaucht. Konkret handelte es sich um Maik Müller, Bachelor-Student Media Production, und um die drei Institutsmitarbeiter Manuela Otto, Frank Siegel und Matthias Bartzsch. Nach der Wassertaufe wurde ihnen ein übler Trank, dessen Rezept geheim ist, eingeflößt. Den Abschluss des feuchtfröhlichen Rituals bildete die Übergabe des schmucken Gautschbriefes an die vier von allen beruflichen Unarten befreiten Schwarzkünstler. "Drei Kornuten haben gekniffen und sind gar nicht erst erschienen", berichtet der Gautschmeister mit grimmigem Gesicht und ergänzt lachend: "Sie können sich schon für das nächste Jahr frisch machen und schon mal trockene Wechselsachen einpacken." Denn - das nächste Gautschfest kommt bestimmt.

Das Wort "Gautschen" stammt übrigens aus der Papierherstellung. Wenn das Papier frisch geschöpft ist, wird der feuchte Papierbogen vom Sieb auf eine Filzunterlage abgelegt. Die zahlreich erschienenen Institutsangehörigen und Gäste des diesjährigen Gautschfestes an der TU Chemnitz legten ihre Bierflasche jedenfalls nicht ab und tranken auf das Wohl ihrer Zunft und klatschten selbst dann noch Beifall, als die Schwammhalterin Sylvia Strauß von den gegautschten Kornuten gefangen wurde und anschließend auch im Bottich versank. Ein wenig Schadenfreude steckt wohl in jedem Drucker.

Mario Steinebach
06.07.2009

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