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Searching For Neighbours: Integration ja, aber wie?

Chemnitzer Germanisten beteiligen sich an einem EU-Projekt zur Überwindung mentaler Grenzen

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Prof. Dr. Werner Holly (r.) zeigte den Gästen aus dem Ausland die Chemnitzer City. Foto: privat

Nachdem die deutsche Politik lange nicht wahrhaben wollte, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei, rückte das Thema spätestens mit der Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 mehr und mehr in den Fokus politischer Diskurse. Dennoch sind politische Programme und Maßnahmen genauso wie die öffentliche Diskusssion nach wie vor in vielen Fällen weit von Alltag und Bedürfnissen der - als Einzelne oder als Gruppen - betroffenen Menschen entfernt. Den Perspektiven der Migranten ein besseres Gehör und ein Forum zu verschaffen, ist beim Thema Integration eine Notwendigkeit. Im EU-Projekt "SeFoNe” (Searching For Neighbours) werden nun die Dynamiken physischer und mentaler Grenzen in der sich vergrößernden Europäischen Union und Beispiele gelingender grenzüberschreitender Nachbarschaft erforscht. Daran beteiligt sich auch die Professur für germanistische Sprachwissenschaft der TU Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Werner Holly. Im Zentrum der Betrachtungen stehen sowohl die physischen Grenzregionen der neuen EU als auch die mentalen Grenzen in multikulturellen Regionen der Union. Im Chemnitzer Teilprojekt, das von Inken Carstensen-Egwuom durchgeführt wird, geht es speziell um die Erforschung von Migrantengruppen und Netzwerken in der Region.

Im Rahmen dieses Projektes trafen sich 17 Wissenschaftler aus Großbritannien, Schweiz, Italien, Ungarn, Zypern und Deutschland vom 18. bis 21. Juli 2008 an der TU Chemnitz, um sich über die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in Chemnitz zu informieren und über ihre laufenden Forschungsarbeiten auszutauschen. Nach Vorträgen und Diskussionen und einem Gang durch die Chemnitzer Innenstadt trafen die Forscher auch mit Vertretern der vietnamesischen Minderheit und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der neuen Synagoge zusammen. In den Projekten geht es vor allem darum, die Perspektiven der betroffenen Gruppen durch intensive Interviews und andere Feldstudien besser kennen zu lernen, Beispiele für die Bildung guter Nachbarschaft zu finden und durch den Vergleich mit grenzüberschreitenden und regionalen Situationen kultureller Diversität wirkungsvolle Maßnahmen zu eruieren und durch kulturelle Initiativen zu fördern.

In Zusammenarbeit mit den Chemnitzer Interkulturellen Wochen wird ab Herbst dieses Jahres auch eine Gruppe von Chemnitzer Schülern unter der Anleitung des international bekannten Fotografen Akinbode Akinbiyi und Studierenden der Medienkommunikation dazu angeregt, eigene Bilder zum Thema "Meine Sicht auf das Zusammenleben in Chemnitz" zu entwickeln. Die so entstandenen Fotografien sollen dann im Herbst 2009 - wahrscheinlich im Rahmen der "Chemnitzer Begegnungen" - in einer Ausstellung in der Chemnitzer Innenstadt vorgestellt werden. Diese Aktion fällt in eine Reihe von kulturellen Events in Chemnitz und Bayreuth, welche unter anderem ein multikulturelles Konzert umfasst, an dem sich auch Chemnitzer Musiker beteiligen.

Weitere Informationen: Inken Carstensen-Egwuom, Telefon 0371 531-36828, E-Mail inken.carstensen-egwuom@phil.tu-chemnitz.de, http://www.sefone.net

(Autor: Michael Chlebusch)

Mario Steinebach
30.07.2008

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