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Zu Gast in Thailand: Matthias Vodel (4.v.l.) präsentierte sein Promotionsprojekt an der King Mongkut`s University of Technology North Bangkok. Foto: privat

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Universitätsrechenzentrum vergibt erste internationale Logins zur Nutzung einer Simulationssoftware der Chemnitzer Informatiker auf dem CHiC

Das Interesse der thailändischen Forscher an der Chemnitzer Technologie war groß, als die Informatiker der TU Ende Mai an der King Mongkut`s University of Technology North Bangkok ihre aktuellen Projekte und Ergebnisse vorstellten. Darunter auch eine Simulationsumgebung für mobile Ad Hoc Netzwerke des Informatikdoktoranden Matthias Vodel, welche dem Hochleistungsrechner CHiC nun seine ersten, internationalen Logins einbrachte.

Vodels Simulationsumgebung wurde kreiert, um hochdynamische, drahtlose Ad Hoc Netzwerke zu berechnen. Dabei handelt es sich um selbstorganisierende Netzwerke ohne feste Topologie, welche in der Lage sind, eigenständig auf Veränderungen in ihrer Umwelt zu reagieren und ihre Struktur entsprechend anzupassen. Anwendung könnten solche Netzwerke zum Beispiel in der Gebäudeüberwachung und im Katastrophenschutz finden, wo Informationen schnell und unter ständig wechselnden Standortbedingungen ausgetauscht werden müssen. Neben der Simulationsumgebung wurde an der Professur für Technische Informatik ein erster Prototyp entwickelt, welcher als universelle Testplattform über mehrere, unabhängige Funkmodule für die Kommunikation verfügt. Darunter beispielsweise WLAN, Bluetooth oder ZigBee. Während jeder dieser Standards bislang nur mit sich selbst kompatibel war, will Vodel die Vorteile der unterschiedlichen Funkstandards hardwareseitig unter einen Hut bringen. "Wir wollen das Rad ja nicht neu erfinden", so der Promovend. "Es gibt auf dem Markt bereits eine Vielzahl stabiler, drahtloser Kommunikationsstandards für jeden Zweck, sowohl für die Datenübertragung über kurze Distanz, als auch für die Kommunikation über große Entfernungen." Ziel der Chemnitzer Forscher ist es dabei, ein Modul zu schaffen, das selbstständig entscheidet, welche Technologie gerade am besten geeignet ist, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. In Abhängigkeit von den funktionalen Anforderungen an den Verbindungskanal können somit die Daten stets optimal und energieeffizient über das Netzwerk übertragen werden. Ist das System erst einmal ausgereift, wäre der mögliche Alltagsnutzen vielfältig. Beispielsweise kann die Akkulaufzeit mobiler Endgeräte, wie Handys oder PDAs, auf diese Weise erheblich gesteigert werden. Auch die Vernetzung vorhandener elektronischer Geräte, welche über drahtlose Kommunikationsschnittstellen verfügen, könnte auf dieser Basis deutlich erleichtert werden.

Während Vodels Projekt weiter voranschreitet, konnte die entwickelte Simulationsumgebung die thailändischen Kollegen bereits begeistern. Durch die vielseitigen Möglichkeiten sahen sie hier eine hervorragende Basis, um eigene Problemstellungen anzupassen und diese experimentell zu testen. Da der Simulator auch die parallele Hardwarearchitektur des Chemnitzer Linux-Clusters CHiC unterstützt, steht somit eine erhebliche Rechenleistung für hochkomplexe Anwendungsszenarien zur Verfügung. Nun können thailändische IT-Experten aus fast 8.700 Kilometern Entfernung am Hausrechner der TU Chemnitz arbeiten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfram Hardt, Telefon 0371 531-25550, E-Mail hardt@informatik.tu-chemnitz.de, Matthias Vodel, Telefon 0371 531-36499, E-Mail vodel@informatik.tu-chemnitz.de

(Autor: Michael Chlebusch)

Katharina Thehos
16.07.2008

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