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Forschungskooperation mit US-Halbleiterhersteller

Die Entwicklungsabteilung des größten amerikanischen Sensorherstellers Freescale Semiconductor Inc. unterzeichnet einen Kooperationsvertrag mit der Professur für Mikrosystem- und Gerätetechnik an der TU Chemnitz

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Michael Naumann (3 v. l.) und Prof. Dr. Jan Mehner (Mitte) beim Projekttreffen mit der Entwicklungsgruppe von Freescale Semiconductor Inc. Phoenix Arizona. Foto: privat

In den vergangenen Monaten gelang es der Professur für Mikrosystem- und Gerätetechnik, eine Kooperation mit dem amerikanischen Sensorhersteller Freescale Semiconductor Inc. in Phoenix Arizona zu vereinbaren, der weltweit zu den Marktführern bei Kraftfahrzeugsensoren gehört (Airbagsensoren, Reifendrucksensoren, Elektronisches Stabilitätsprogramm ESP). "Die ersten persönlichen Kontakte zu Freescale entstanden im vergangenen Jahr auf einer internationalen Tagung zur Mikrosystemtechnik in Lyon", berichtet Prof. Dr. Jan Mehner, Inhaber der Professur für Mikrosystem- und Gerätetechnik, und ergänzt: "Dort erfuhren wir, dass Freescale schon seit Jahren unsere Forschungsergebnisse zum Entwurf von Mikrostrukturen mit Interesse verfolgt. Beim Besuch des Entwicklungsleiters Dr. David Monk in Chemnitz im Herbst 2007 wurde deutlich, dass unsere wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Mikrosystem-Entwurf von Freescale bereits aufgegriffen und erfolgreich für die industrielle Sensorentwicklung angewendet werden. Auf diese praktische Anwendung unserer Forschungsergebnisse sind wir besonders stolz."

Dr. Monk äußerte bei seinem Besuch den Wunsch, dass die Chemnitzer Professur für Mikrosystem- und Gerätetechnik bei der Entwicklung von speziellen Entwurfswerkzeugen direkt mit seiner Firma zusammenarbeitet. Details wurden in zahlreichen Gesprächen der letzten Monate vereinbart. Dabei wurden sowohl Inhalte der Kooperation als auch die Wege für einen effektiven Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse zum Projektpartner in den USA diskutiert. Im Januar war es dann soweit, dass ein Kooperationsvertrag zwischen Freescale Arizona und der TU Chemnitz unterzeichnet wurde. Vereinbart wurde unter anderem die Finanzierung eines Doktoranden an der Professur, der zukünftig für Freescale Softwarekomponenten und Teststrukturen zur Verifikation der Ergebnisse entwickelt. Inhaltlich geht es um die Verbesserung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Mikrosystemen für Anwendungen in Kraftfahrzeugen. Erforscht werden unter anderem die Ursachen für Ausfälle, die unliebsame Rückrufaktionen zur Folge haben können.

In der letzten Woche fand das Auftaktmeeting in Phoenix statt. Dort wurden die bisherigen Arbeiten der beiden Arbeitsgruppen vorgestellt und die technischen Rahmenbedingungen des Projektes besprochen. Von Chemnitzer Seite waren Prof. Mehner und Michael Naumann, ein Absolvent der Professur und zukünftiger Bearbeiter des Projektes, beteiligt. "Es wurden anspruchsvolle Meilensteine und vor allem ein straffer Zeitplan festgelegt", resümiert Projektleiter Mehner. Für Naumann ist noch vieles neu. "Die Arbeiten werden sicherlich nicht leicht, insbesondere wenn man die vorgesehenen Themen bisher nur in Vorlesungen gehört hat. Jetzt muss ich die Aufgaben eigenständig bearbeiten und Lösungen finden. Da ist sicherlich die englische Sprache noch das kleinste Hemmnis", ist sich der Promovend der Herausforderung der Aufgabe bewusst. Ihm stehen jedoch an der TU Chemnitz und bei Freescale erfahrene Arbeitsgruppen zur Seite.

Das nächste Projekttreffen ist für September 2008 geplant. Dann wird der Doktorand die Ergebnisse seiner Untersuchungen bei Freescale durch Messungen an realen Mikrostrukturen nachweisen. "Regelmäßige Gespräche mit der Entwicklungsabteilung und auch eine direkte Arbeit vor Ort sind für einen schnellen Transfer der Forschungsergebnisse notwendig. Dies war Bedingung für die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages. Das zweite Treffen wird sicherlich ebenso anspruchsvoll - nicht nur wegen den zu erwartenden Temperaturen im Sommer in Arizona", schmunzelt Prof. Mehner.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Jan Mehner, Telefon 0371 531-36652, E-Mail jan.mehner@etit.tu-chemnitz.de.

(Autor: Prof. Dr. Jan Mehner)

Katharina Thehos
12.03.2008

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