Lasst Biomoleküle sprechen
Erfolgreicher Biosensorik-Thementag von MAIN und C:HUB an der TU Chemnitz
-
Dem Kleinsten auf der Spur: Prof. Oliver G. Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungszentrums MAIN der TU Chemnitz, am Mikroskop. Bildarchiv, Foto Jacob Müller
Erstmals stand einer der schon traditionellen Thementage des Forschungszentrums MAIN der Technischen Universität Chemnitz unter dem Motto „Biosensorik“. Und ebenfalls erstmals handelte es sich bei der Veranstaltung am 17. September 2026 um eine Koproduktion von MAIN und dem C:HUB One Health Cluster Südwestsachsen (C:HUB). Rund 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Wirtschaft und Gesundheitswesen tauschten sich über aktuelle Forschungsansätze aus.
Den wissenschaftlichen Kern des Thementags bildeten Vorträge und Diskussionen über die Messung und die Analyse von Vorgängen auf biomolekularer Ebene. „Analyzing Biomolecular Interactions with Functional Nano- and Microstructures“ lautete der Titel der Keynote von Prof. Dr. Ulrich Rant, dem Wissenschaftlichen Direktor des Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik Meinsberg in Mittelsachsen, gleichzeitig Professor für Physikalische Chemie an der TU Dresden sowie Chief Scientific Officer der Firma Bruker Biosensors in München.
Prof. Rant stellte neuartige Nanostrukturen für die hochsensitive Untersuchung biomolekularer Wechselwirkungen vor – etwa Biosensoren auf Oberflächen, Einzelzell-Biosensoren und Festkörper-Nanoporen zur selektiven Detektion einzelner Moleküle. Seine Anwendungsbeispiele reichten von der Untersuchung neuer Wirkstoffklassen bis zu Echtzeitmessungen von Bindungsvorgängen an lebenden Krebszellen.
Konkrete Anwendungsszenarien für Biomolekül-Sensoren
In den Arbeitsgruppen im Anschluss an die Keynote (sogenannte Poster-Diskussionen) wurden neun praktische Ansätze für gesundheitsbezogene Sensorik und Diagnostik entwickelt, weitere fünf Beiträge stellten konkrete Anwendungsszenarien vor. Das Spektrum der Vorschläge reichte von drahtlosen Systemen für das neurologische Monitoring über kontinuierliche Hormonmessung auf einem Bio-Chip bis zu modularen Biointerfaces und miniaturisierter Drucksensorik. Die Poster boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen sowie für den Austausch mit Partnern aus Forschung, Entwicklung, Wirtschaft und Gesundheitswesen. Die Veranstaltung verdeutlichte zugleich das Potenzial interdisziplinärer Zusammenarbeit an den Schnittstellen von Nano- und Mikrotechnologien, Sensorik, Materialwissenschaften und Gesundheitsforschung.
C:HUB ist eine Initiative im Rahmen des Masterplans Südwestsachsen, die dazu beiträgt, die industriellen Herausforderungen der Region zukunftsorientiert zu bewältigen. Er besteht aus den vier Subclustern Gesundheitscampus Chemnitz (mit Augenmerk auf Forschung und Entwicklung), Transformationscluster (Transfer in die und Veränderung der Wirtschaft), Gesundheitsregion Südwestsachsen (moderne Versorgung) und Fachkräftesicherung (Lehre, Ausbildung und Gewinnung). Initiatoren des Vorhabens sind die TU Chemnitz und die Klinikum Chemnitz gGmbH.
Die wissenschaftliche Leitung des Biosensorik-Thementags lag in den Händen des Wissenschaftlichen Direktors des Forschungszentrums MAIN, Prof. Dr. Oliver G. Schmidt, und der Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung der TU Chemnitz, Prof. Dr. Anja Strobel. Die organisatorische Umsetzung übernahmen die MAIN-Geschäftsstelle gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Gesundheit und Medizintechnik der TU Chemnitz.
MAIN-Thementage
Fokus- bzw. Thementage werden seit 2022 am Forschungszentrum MAIN abgehalten. Bisherige Veranstaltungen behandelten unter anderem naturwissenschaftlich inspirierte Kunst (2022), eine Kreislaufwirtschaft für Elektronik (2024), Medizin auf der Nanometerskala oder energieeffiziente Elektronik (beides 2025). Mit den Formaten, deren Aufriss oft in Kooperation mit weiteren Einrichtungen der TU Chemnitz entsteht, können aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen interdisziplinär diskutiert und mit gesellschaftlichen sowie Anwendungsfragen verbunden werden; sie fördern neue Kontakte innerhalb der Wissenschaft sowie zwischen dieser, Vertreterinnen und Vertretern der Praxis und der Öffentlichkeit.
Informationen erteilen Dr. Thomas Blaudeck, (Telefon 0371 531-35610, E-Mail thomas.blaudeck@main.tu-chemnitz.de) und Aline Lohse (Telefon 0371 531-31646, E-Mail aline.lohse@zwt.tu-chemnitz.de ).
(Autoren: Thomas Blaudeck, Aline Lohse)
Detlef Gürtler
05.10.2026