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Team der TU Chemnitz bringt städtischen Wanderweg zum Hören

Innovative Entwicklung der Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz aus dem Kulturhauptstadtjahr macht die Vielfalt an Musik in Chemnitz erlebbar

Die Forschungsarbeiten der Professur Schaltkreis- und Systementwurf der Technischen Universität Chemnitz werden eher selten im Freien ausgeführt. Im August 2026 war im Chemnitzer Süden jedoch ein Einsatz in der Natur nötig. Zwischen Viadukt und Altchemnitz montierte ein Team der Professur an sechs Stationen des musikalischen Wanderwegs von „Kamenica Musica e. V.” mit Solarstrom betriebene Hörboxen und unterzog sie ersten Tests. Der rund fünf Kilometer lange Weg durch den Stadtpark macht seit dem Kulturhauptstadtjahr Chemnitzer Musikgeschichte im öffentlichen Raum erlebbar. Auf den Tafeln werden unter anderem junge Nachwuchsbands, bedeutende Chemnitzer Komponisten und das in der Stadt erfundene Instrument „Concertina“, das den Ton für den argentinischen Tango vorgab, vorgestellt. Hörproben gibt es nun beispielsweise auch vom weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Chemnitzer Kindermusical „Drei Wünsche frei“.

„Möglichst viele Menschen sollen erreicht werden. Deshalb wurden die Informationstafeln inklusiv gestaltet. Die Inhalte, die sowohl stehend als auch im Sitzen gut lesbar sind, werden in einfacher Sprache, mit Piktogrammen und nun auch hörbar präsentiert. Die Technik muss robust sein, einfach zu bedienen und vor allem autonom funktionieren“, berichtet Janik Kaden, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Schaltkreis- und Systementwurf. Gemeinsam mit den Chemnitzer Studenten Christian Höfner und Lukas Riedel entwickelte er dank einer Förderung durch den „TUCculture2025-Fonds“ der TU Chemnitz eine geeignete technische Lösung. Das dreiköpfige Team war von Anfang bis Ende für alle Arbeiten von Entwurf über Bestückung der Leiterplatten, Gehäusekonstruktion, Test und Montage verantwortlich.

Bisher liegen an der Professur noch keine Erfahrungen für den Betrieb einer solchen Station im öffentlichen Raum vor. Einige Fragen treiben die Entwickler deshalb um: Wie oft hören die Menschen, die an den multifunktionalen Tafeln vorbeikommen, die Aufzeichnungen? Reicht die von der Solarzelle eingesammelte Energie auch im Winter aus? Ist die Station ausreichend hitze-, kälte- und wasserfest? „Jetzt im August liefert die Solarzelle 0,4 Ampere und die Station verbraucht nur 0,1 Ampere, wenn der Lautsprecher läuft. Das sieht gut aus, aber wir haben Sommer, hier ist kein Schatten und es ist fast Mittag“, kommentiert Christian Höfner zufrieden die Messwerte an einer der Tafeln. Ein Praxistest über ein ganzes Jahr stehe noch aus.

Während der Montage der Hörboxen hielten immer wieder Passantinnen und Passanten an, erkundigten sich nach dem Projekt und wünschten sich, dass der Weg mit seinen Tafeln dauerhaft in Betrieb bleibt. Die Initiatoren denken bereits über eine Erweiterung nach, wobei die technische Lösung des Teams der TU Chemnitz nicht nur in diesem Fall erneut verwendet werden kann. „Damit auch andere von unserer Lösung profitieren können, haben wir Software und Pläne auf der öffentlichen Online-Plattform Github für Nachnutzer öffentlich bereitgestellt“, so Kaden.

Beschreibung des Projektes: https://kamenica-musica.de/index.php/projektbeschreibung/

Technische Details für Nachnutzerinnen und Nachnutzer (veröffentlicht auf Github): https://github.com/janikkaden/self-sufficient-audio-station

Weitere Informationen erteilt Janik Kaden, Telefon +49 (0)371 531-34097, E-Mail janik.kaden@etit.tu-chemnitz.de.

(Autoren: Ralph Sontag und Mario Steinebach)

Mario Steinebach
10.08.2026

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